OPC Foundation PK auf Hannover Messe: DPP, KI und LoRaWAN
Auf der Hannover Messe am 20. April 2026 stellte die OPC Foundation aktuelle Entwicklungen vor, wie OPC UA für digitale Produktpässe, KI-fähige Datenmodelle und industrielle Interoperabilität erweitert wird.
Die Entwicklungen zeigen, wie sich OPC UA zu einem Rahmenwerk entwickelt, das industrielle Daten systemübergreifend integriert und künftige regulatorische Anforderungen unterstützt.
Digitaler Produktpass auf Basis von OPC UA
Ein zentrales Thema war die Implementierung des Digital Product Passport unter Verwendung von OPC UA. In Zusammenarbeit mit CEN und CENELEC JTC24 ermöglicht die OPC Foundation DPP-Lösungen auf Basis von Open-Source-OPC-UA-Komponenten.
Die Architektur steht im Einklang mit neuen europäischen Standards, die eindeutige Identifikatoren, Datenträger wie QR-Codes und RFID, Datenspeicherung, APIs und Interoperabilität abdecken. Diese Elemente werden über eine spezielle Begleitspezifikation, die derzeit entwickelt wird, auf OPC UA abgebildet.
Für Integratoren bietet dies einen strukturierten Ansatz, um Lebenszyklusdaten aus Produktionssystemen mit Unternehmens- und Cloud-Umgebungen zu verknüpfen.
Open-Source-DPP und Batteriepass-Demonstrator
Die OPC Foundation stellte zudem eine Open-Source-End-to-End-DPP-Lösung vor, die mit den europäischen Anforderungen kompatibel ist. Die Lösung ist in die OPC UA Cloud Library integriert und für den Einsatz in Cloud-Infrastrukturen konzipiert.
Ein gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut entwickelter Demonstrator zeigt einen Digital Battery Passport, der Produktions- und Nutzungsdaten kombiniert. Das System veranschaulicht, wie standardisierte Modelle die Rückverfolgbarkeit und Compliance über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg unterstützen können.
Dies bietet eine Referenzarchitektur für Unternehmen, die eine DPP-Implementierung evaluieren.
Unternehmensübergreifender Datenaustausch über Dataspaces
Um die Interoperabilität über einzelne Fabriken hinaus zu gewährleisten, präsentierte die OPC Foundation einen Demonstrator, der OPC UA mit Dataspace-Technologien kombiniert. Mithilfe des Eclipse Dataspace Connectors werden Daten von Maschinen in Deutschland, Spanien und Brasilien standardisiert und organisationsübergreifend ausgetauscht.
Der Demonstrator ermöglicht die Berechnung von Kennzahlen wie dem CO2-Fußabdruck von Produkten auf Basis verteilter Produktionsdaten. Dieser Ansatz zielt auf eine der größten Herausforderungen im industriellen IoT ab: die Integration heterogener Systeme und Datensilos.
KI-fähige Datenmodelle und semantische Interoperabilität
Die OPC Foundation passt die OPC-UA-Spezifikationen an, um KI-basierte Anwendungen zu unterstützen. Spezifikationen und zugehörige Modelle werden in maschinenlesbare Formate umgewandelt, die für die KI-Verarbeitung optimiert sind.
Standardisierte Semantik wird als wesentlich dafür angesehen, dass KI-Systeme industrielle Daten interpretieren können. Dies reduziert den Bedarf an benutzerdefinierter Datentransformation und unterstützt den Einsatz von KI in Technik und Betrieb.
LoRaWAN-Integration in OPC UA
Es wurde eine gemeinsame Initiative mit der LoRa Alliance angekündigt, um eine standardisierte Zuordnung zwischen LoRaWAN und OPC UA zu definieren.
Ziel ist es, LPWAN-basierte Sensordaten mithilfe eines einheitlichen Datenmodells in industrielle Systeme zu integrieren. Dies ist für Lösungsanbieter relevant, die mit verteilten IoT-Implementierungen arbeiten.
Erste Implementierung des O-PAS OPC UA-Profils
Im Bereich der Prozessautomatisierung stellte Yokogawa das erste Produkt vor, das das OCF-001 O-PAS OPC UA-Profil implementiert. Diese Zertifizierung belegt die Interoperabilität in offenen Prozessautomatisierungssystemen und dient als Referenz für die herstellerübergreifende Integration.
Auswirkungen auf das industrielle IoT
Die Neuerungen zeigen eine breitere Positionierung von OPC UA als Rahmenwerk für semantische Interoperabilität. Über die Kommunikation hinaus wird die Technologie zunehmend eingesetzt, um regulatorische Anwendungsfälle wie digitale Produktpässe zu unterstützen, den unternehmensübergreifenden Datenaustausch zu ermöglichen und eine Grundlage für KI-gesteuerte Anwendungen zu schaffen.
Für Systemintegratoren und Lösungsanbieter schafft dies einen einheitlichen Ansatz für den Aufbau skalierbarer und interoperabler industrieller IoT-Architekturen.