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Die OPC Foundation veröffentlicht die Cloud-Referenzarchitektur v7-2026

  • Veröffentlicht: 21. April 2026
  • Lesezeit: 4 min
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OPC Foundation veröffentlicht Cloud-Referenzarchitektur v7-2026 zur Integration von OT und Cloud-Systemen
Ankündigung des Banners und der Referenzarchitektur der OPC Foundation Cloud Initiative Bildquelle: OPC Foundation

Die OPC Foundation hat verschiedene Bemühungen im Rahmen einer formellen Cloud-Initiative gebündelt, um die Interoperabilität zwischen OT- und Cloud-/IT-Systemen mithilfe von OPC UA zu beschleunigen. Die Initiative veröffentlicht eine Cloud-Referenzarchitektur der Version 7-2026, koordiniert technische Arbeitsgruppen, Open-Source-Referenzimplementierungen sowie ein geplantes Cloud-Validierungs- und Zertifizierungsprogramm.

Überblick über die Initiative

Die Cloud-Initiative der OPC Foundation konzentriert sich auf die standardisierte Erfassung, Harmonisierung und den sicheren Austausch von Industriedaten in die und innerhalb der Cloud unter Verwendung der OPC UA-Modellierungssprache, der OPC UA-Informationsmodelle (einschließlich Begleitspezifikationen) und der OPC UA-Schnittstellen. Die Initiative verändert ausdrücklich keine bestehenden OT-Systeme; stattdessen konzentriert sie sich auf cloudzentrierte Integrationsmuster und Schnittstellen für Systeme wie MES, DCS und ERP, wo diese einen Mehrwert bieten.

Die Stiftung hat die neue OPC Foundation Cloud-Referenzarchitektur v7-2026 veröffentlicht und beabsichtigt, durch die Harmonisierung der Arbeit mehrerer bestehender Arbeitsgruppen Best Practices, eine übergreifende Referenzarchitektur und Open-Source-Referenzimplementierungen zu erstellen.

Umfang und Prioritäten

Zu den wichtigsten Themen, mit denen sich die Initiative befasst, gehören gesetzliche Anforderungen für einen umfassenderen Datenaustausch (z. B. der EU-Datenschutzgesetz), Anwendungsfälle zur Rückverfolgbarkeit wie der digitale Produktpass und Cloud-Sicherheit. Die Initiative legt den Schwerpunkt auf die Wiederverwendung bestehender OPC UA-Informationsmodelle und die Vermeidung von Herstellerabhängigkeit bei der Definition von Kommunikationsmustern zwischen Edge und Cloud sowie zwischen verschiedenen Clouds.

Ein Lenkungsausschuss wird Empfehlungen aussprechen, Aktivitäten über die technischen Arbeitsgruppen hinweg harmonisieren und steuern sowie die Ergebnisse konsolidieren, um Integrationskosten zu senken und die Interoperabilität zwischen Cloud-Lösungen zu verbessern.

Technische Arbeitsgruppen und Aktivitäten

Die Initiative umfasst mehrere technische Unterteams und Arbeitsgruppen, die jeweils spezifische Schwerpunkte haben:

  • UA Cloud Library: Ein im Internet gehostetes, abfragbares Repository von OPC UA-Informationsmodellen, die über eine RESTful-API bereitgestellt werden, wobei der Benutzerzugriff durch einen Identitätsanbieter kontrolliert wird.

  • Arbeitsgruppe „OPC UA über MQTT“: Untersucht Anwendungsfälle für OPC UA im MQTT-Messaging für den Edge-to-Cloud- und Cloud-to-Cloud-Transport. Zu den Arbeitsaufgaben gehören JSON-Header-Layouts, Verbesserungen des Nachrichtenformats, PubSub-Aktionen, die MQTT-Themenstruktur und Sicherheitsanforderungen.

  • OPC UA REST-Schnittstelle: Definiert Anwendungsfälle und potenzielle OPC UA-Erweiterungen für die HTTP-REST-Integration. Zu den Themen gehören eine generische REST-Schnittstelle für gängige OPC UA-Dienste, Datentypzuordnungen, die Nutzung von sessionlosen Diensten, REST-Unterstützung für Companion-Spezifikationen, OpenAPI-kompatible Definitionen und Sicherheitsanforderungen.

  • OPC UA WoT-Konnektivität: Definiert, wie W3C Web of Things Thing Descriptions (JSON-LD) in OPC UA-Adressräume abgebildet werden können, um die Übersetzung von Protokollen und Datenmodellen auf industriellen Edge-Gateways zu unterstützen.

  • OPC UA Industrial Metaverse Working Group: Demonstrierte Anwendungsfälle wie Fernzustandsüberwachung über AR/VR, ferngestützte Wartung, immersives Training in simulierten Umgebungen und Logistikplanung unter Verwendung von Head-up-Displays.

  • OPC UA AI-Arbeitsgruppe zur Nutzung großer Sprachmodelle: Wird Richtlinien, Beispiele und Datendateien entwickeln, um den Einsatz generativer KI mit OPC UA-Konstrukten und Informationsmodellen zu unterstützen. Die Gruppe beabsichtigt, Leitlinien zu veröffentlichen, jedoch keine kommerziellen domänenspezifischen KI-Modelle zu erstellen.

Open-Source-Referenzimplementierungen

Die Initiative listet eine Reihe von Open-Source-Projekten auf, die als Referenzlösungen und Ausgangspunkte für Implementierer gedacht sind. Zu den bemerkenswerten Repositorien gehören:

  • UA-CloudLibrary (cloud-neutrales Repository für Informationsmodelle)

  • UA-CloudPublisher (OPC UA PubSub-Telemetrie-Publisher)

  • UA-CloudCommander (Online-Befehls- und Steuerungs-App)

  • UA-CloudDashboard (Dashboard für OPC UA PubSub-Daten)

  • UA-CloudTwin (Digital-Twin-Adapter für PubSub-Daten)

  • UA-CloudViewer (Online-Viewer für Informationsmodelle)

  • UA-EdgeTranslator (Referenz-Übersetzer für industrielle Konnektivität)

  • IIoT Starter Kit (Beispiele für OPC UA über MQTT)

Links zu diesen Repositorys werden von der OPC Foundation zur Überprüfung und Übernahme bereitgestellt.

Validierung und Zertifizierung

Die OPC Foundation wird ein Validierungs- und Zertifizierungsprogramm für die Interoperabilität von OPC UA Cloud einrichten. Das Programm zielt darauf ab, Regeln und Governance für die Unterstützung von OPC UA durch Cloud-Anbieter bereitzustellen, wobei zu beachten ist, dass große Cloud-Anbieter bereits unterschiedliche Stufen der OPC UA-Unterstützung anbieten, jedoch bislang keine einheitlichen OPC UA Cloud-Regeln bestehen.

Bedeutung für Integratoren, Lösungsanbieter und Endnutzer

Systemintegratoren und Lösungsanbieter erhalten einen konsolidierten Satz von Architekturen, Referenzimplementierungen und vorgeschlagenen Spezifikationen, um den Aufwand für kundenspezifische Integrationsarbeiten zu reduzieren und semantische Interoperabilität in Cloud-Bereitstellungen zu erreichen.

Endnutzer können klarere Muster für einen sicheren, standardisierten Datenaustausch zwischen OT- und Cloud-Plattformen erwarten, was Anwendungsfälle in den Bereichen Analytik, digitale Zwillinge und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften unterstützt.

Anwender sollten die Open-Source-Komponenten der Initiative als potenzielle Beschleuniger bewerten und das entstehende Zertifizierungsprogramm beobachten, um die langfristige Kompatibilität mit den Diensten der Cloud-Anbieter sicherzustellen.

Kontakt und nächste Schritte

Die OPC Foundation bittet um Beteiligung der Industrie an der Cloud-Initiative. Bei Fragen und zur Interessenbekundung wenden Sie sich bitte an Stefan Hoppe. Die Initiative bündelt bestehende Arbeitsgruppen und stellt Referenzmaterialien zum Download bereit, darunter die v7-2026 Cloud Reference Architecture.

Weitere Informationen finden Sie unter https://opcfoundation.org/cloud/


Kontakt- und Firmeninformationen

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OPC Foundation
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Stefan Hoppe