RFID @WORK 2026 zeigt RFID-Lösungen im Praxistest
Rund 50 Fachbesucher aus Industrie, Handel und Logistik kamen am 22. April 2026 zu RFID @WORK nach Melle-Buer. Logopak, Wilms und Lüttmann zeigten RFID, Sensorik und Software in realen Logistik- und Produktionsprozessen.
RFID-Praxistag mit konkreten Anwendungen
Der Praxistag RFID @WORK – Discover the Future of Smart Logistics! brachte Technologie- und Prozessverantwortliche aus Logistik, Produktion, Industrie und Handel bei der Gustav Wilms oHG in Melle-Buer zusammen.
Die Gemeinschaftsveranstaltung von Logopak Systeme GmbH & Co. KG, Gustav Wilms oHG und Lüttmann Werkzeugmaschinen Vertriebs GmbH stellte praxisnahe Live-Demonstrationen in den Mittelpunkt.
Ziel war es, RFID-basierte Digitalisierung entlang der Lieferkette nicht nur theoretisch zu erklären, sondern im laufenden Prozess sichtbar zu machen. Das Publikum bestand überwiegend aus Entscheidern, Prozessingenieuren und IT-Spezialisten, die sich über RFID-Integration, Automatisierung, Track & Trace und intelligente Kennzeichnungssysteme informierten.
Die Veranstaltung wurde von Katharina Wilms, Björn Ballázs von Logopak und Rolf Kottmann von Lüttmann eröffnet. Im Fachvortrag „Tags und Technik für Track & Trace“ ordnete Marcus Muschke von Logopak zentrale RFID-Grundlagen, technische Anforderungen und praktische Einsatzmöglichkeiten ein.
Live-Demos entlang realer Prozessketten
An mehreren Stationen konnten die Teilnehmer RFID-Lösungen im Betrieb erleben. Gezeigt wurden unter anderem ein RFID-basiertes Toolgate für die Werkzeugausgabe, eine Palettenetikettierstation mit Bad-Tag-Removal-Funktion, RFID-Sensortags zur Temperaturerfassung und ein E-Kanban-System für die Digitalisierung der Materialwirtschaft.
Weitere Demonstrationen behandelten RFID-Reader auf Staplern in Verbindung mit UWB-basierter Lokalisierung, RFID-Erfassung an LKW-Toren, Pick- und Bulk-Lesen inklusive Verladungskontrolle sowie die Softwarelösung Tralosy von Wilms zur Visualisierung und Steuerung RFID-basierter Prozesse.
Die Anwendungen machten deutlich, wie RFID physische Materialflüsse mit digitalen Informationsflüssen verbindet. Ob Palette, Werkzeug, Behälter, Ladungsträger oder Sensor-Tag: Prozessereignisse können automatisiert erfasst, validiert und für operative Entscheidungen nutzbar gemacht werden.
RFID, Sensorik und Software im Zusammenspiel
Ein Schwerpunkt lag auf der Integration intelligenter Kennzeichnungssysteme in Produktions- und Lagerprozesse. Die Palettenetikettierstation zeigte, wie Kennzeichnung, RFID-Validierung und Prozesssicherheit kombiniert werden können. Die Bad-Tag-Removal-Funktion stellt sicher, dass fehlerhafte RFID-Tags erkannt und aus dem Prozess entfernt werden.
Auch Condition Monitoring wurde thematisiert. RFID-Sensortags zur Temperaturerfassung zeigten, wie Identifikation und Zustandsdaten miteinander verbunden werden können. Für qualitätskritische Lieferketten entstehen dadurch zusätzliche Möglichkeiten, Warenbewegungen und relevante Umgebungsdaten zu dokumentieren.
Die Live-Stationen zeigten zugleich, dass RFID-Projekte nicht isoliert funktionieren. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus geeigneten Tags, Lesetechnik, Etikettierung, Software, Prozessverständnis und Integration in bestehende IT- und Materialflusssysteme.
Positives Fazit der Veranstalter
Die Veranstalter zogen ein positives Fazit. Der direkte Austausch an den Stationen zeigte, dass der Bedarf an anwendungsnahen RFID-Formaten hoch bleibt. Viele Fragen der Teilnehmer bezogen sich auf konkrete Integrationsszenarien, Lesesicherheit, Datenqualität und die Übertragbarkeit der gezeigten Lösungen auf eigene Produktions- und Logistikumgebungen.
Auch die Fachbesucher bewerteten den Praxistag positiv. Lysikov Sergej, Werksleiter Logistik bei EGGER Kunststoffe GmbH & Co. KG, hob hervor, dass RFID zahlreiche Möglichkeiten zur Automatisierung der Supply Chain innerhalb des Werkes und zwischen verschiedenen Standorten eröffne. Besonders die Kombination aus RFID-Readern auf Staplern, Prozessüberwachung und passender Software habe neue Perspektiven für die weitere Prozessgestaltung aufgezeigt.
Myriam Kestel, RFID Business Development Managerin bei Checkpoint Solutions, betonte die große Bandbreite der gezeigten RFID-Anwendungen. Die Live-Demonstrationen hätten nicht nur konkrete Einblicke vermittelt, sondern auch neue Ideen für weitere Anwendungsszenarien angestoßen.
Sarah Schwekendiek, Betriebsleiterin der Wäscherei Schwider GmbH, bezeichnete den Tag als besonders aufschlussreich. Da sich ihr Unternehmen aktuell im Aufbau eigener RFID-Anwendungen befindet, habe die Veranstaltung viele konkrete Impulse für die weitere konzeptionelle und praktische Entwicklung geliefert.
RFID @WORK 2026 zeigte damit ein integriertes Bild smarter Logistik: automatische Identifikation, robuste Kennzeichnung, Sensorik, Lokalisierung und Software greifen zusammen, um Material- und Informationsflüsse transparenter, schneller und steuerbarer zu machen.