Infineon stellt Lösungspaket für tokenisierte Wearable-Zahlungen vor

  • Veröffentlicht: 01. Juni 2026
  • Lesezeit: 4 min
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Infineon secure element für kontaktloses Bezahlen mit Wearables wie Smartwatches und Fitness-Trackern
Bezahlen mit dem Smart Ring an einem NFC-Terminal. Infineon vereint Secure-Element-Hardware, Token-Provisioning und Wallet-Software für zertifizierte Zahlungen mit Smart Rings, Fitnessarmbändern und Smartwatches. Bildquelle: Infineon

Infineon hat ein kombiniertes Paket aus Hardware, Software und Cloud-Diensten für sichere Zahlungen in intelligenten Wearables vorgestellt. Das Angebot richtet sich an OEMs, die zertifizierte kontaktlose Zahlungsfunktionen in Smart-Ringe, Smartwatches und Fitness-Tracker unter ihrer eigenen Marke integrieren möchten.

Wearable-Zahlungen erfordern mehr als nur NFC-Hardware

Kontaktloses Bezahlen hat sich bereits bei Karten, Smartphones und verschiedenen Kategorien von Wearables etabliert. Die technische Herausforderung für OEMs besteht daher nicht einfach darin, NFC-Funktionalität hinzuzufügen. Ein marktreifes Wearable-Zahlungsprodukt erfordert integrierte Sicherheit, die Einbindung in Zahlungsnetzwerke, Tokenisierung, Zertifizierung und Unterstützung durch mobile Apps.

Die Infineon Technologies AG erfüllt diese Anforderungen mit einem One-Stop-Shop-Ansatz für Wearable-Zahlungen. Das Paket kombiniert ein Secure Element für die NFC-Zahlungskartenemulation mit Wallet-Software und Token-Requestor-Diensten, die in den Mastercard Digital Enablement Service und den Visa Token Service integriert sind.

Dies ist für Hersteller von Wearables relevant, da Zahlungsfunktionalitäten in Geräte mit begrenztem Platzangebot, strengen Leistungsbeschränkungen und hohen Sicherheitsanforderungen integriert werden müssen. Smart Rings, Sportuhren und Fitness-Tracker lassen wenig Platz für zusätzliche Komponenten, erfordern aber dennoch einen zuverlässigen Betrieb an kontaktlosen POS-Terminals.

Secure Element für NFC-Kartenemulation

Auf Hardware-Ebene bietet Infineon eine Secure-Element-basierte NFC-Zahlungslösung für aktive Smart Wearables an. Sie ist für Geräte wie Smart Rings, Sportuhren und Fitness-Tracker konzipiert.

Zahlungsdaten werden direkt auf dem Chip gespeichert, nicht in der Cloud. Dies unterstützt eine Sicherheitsarchitektur, bei der sensible Zahlungsdaten innerhalb einer dedizierten Hardware-Sicherheitskomponente verbleiben. Die Lösung unterstützt kontaktloses Bezahlen mit Mastercard und Visa sowie andere NFC-Anwendungen.

Infineon beschreibt das Secure Element als das kleinste NFC-Zahlungskartenemulationsgerät, das derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Das Unternehmen hebt zudem den sehr geringen Stromverbrauch hervor, was für batteriebetriebene Wearables wichtig ist. Der geringere Bedarf an externen elektronischen Komponenten kann die Designkomplexität senken und die Integration in kompakte Produktformate unterstützen.

Integrationsrelevanz für OEMs und Entwickler

Für OEMs liegt der Hauptnutzen in der Kombination aus Hardware-Sicherheit, Zahlungszertifizierung und Software-Infrastruktur. Wearable-Zahlungen erfordern mehr als nur einen Chip, der über NFC kommunizieren kann. Sie erfordern zudem eine sichere Bereitstellung von Zugangsdaten, Token-Management und eine benutzerorientierte Wallet-Umgebung.

Die Lösung unterstützt die Standards Java Card und GlobalPlatform. Diese Standards sind für Entwickler und Systemintegratoren relevant, da sie etablierte Frameworks für Secure-Element-Anwendungen bieten.

Vorzertifizierte Applets und rund 1 MB Speicher ermöglichen es Entwicklern, benutzerdefinierte NFC- und Bluetooth-fähige Anwendungen zu erstellen. Dies kann je nach Gerätekonzept und Integrationsanforderungen zusätzliche Wearable-Dienste über den Zahlungsbereich hinaus unterstützen.

Tokenisierung und White-Label-Wallet-Dienste

Infineon ergänzt das Secure Element durch Wallet- und Token-Requestor-Dienste. Der Token Requestor stellt eine direkte Verbindung zu Zahlungsnetzwerken wie Mastercard und Visa her, um Zahlungstoken anzufordern und zu verwalten.

Durch die Tokenisierung werden die primären Kontonummern aus der Zahlungskette entfernt. Anstatt die tatsächliche Kartennummer zu speichern oder zu übertragen, wird dem Secure-Element-basierten Wearable eine tokenisierte Darstellung bereitgestellt. Dies unterstützt eine sicherere Zahlungsarchitektur und ist eine zentrale Voraussetzung für die digitale Kartenbereitstellung.

Das tokenisierte Wearable kann weltweit an kontaktlosen POS-Terminals verwendet werden, ohne dass beim Bezahlen ein Smartphone oder eine digitale Wallet eines Drittanbieters erforderlich ist. Für Endnutzer ermöglicht dies ein eigenständiges Zahlungserlebnis. Für OEMs schafft es die Möglichkeit, Zahlungsdienste über ihr eigenes Wearable-Ökosystem anzubieten.

Das White-Label-Software-Development-Kit unterstützt Wallet-Funktionalität für iOS und Android. Es kann zur Erstellung einer dedizierten Wallet-App oder zur Integration von Zahlungsfunktionen in eine bestehende OEM-Anwendung genutzt werden.

Bedeutung für Systemintegratoren und Lösungsanbieter

Für Systemintegratoren und Lösungsanbieter ist die Ankündigung relevant, da sie mehrere technische und kommerzielle Ebenen miteinander verbindet, die normalerweise schwer zu kombinieren sind: NFC-Kartenemulation, eingebettete Sicherheit, Kartentokenisierung, Integration mobiler Apps und Zertifizierung für Zahlungsnetzwerke.

Ein gebündelter Ansatz kann die Komplexität der Implementierung verringern und dazu beitragen, den Weg vom Gerätedesign bis zur Markteinführung zu verkürzen. Dies ist besonders wichtig bei Zahlungsanwendungen, bei denen Sicherheit, Zertifizierung und Interoperabilität unerlässlich sind, bevor ein Produkt eingesetzt werden kann.

Die Integration mit dem Mastercard Digital Enablement Service und dem Visa Token Service ist ein Schlüsselelement. Sie bietet OEMs einen Weg zur Kartendigitalisierung und Token-Bereitstellung, ohne dass sie die gesamte Zahlungsinfrastruktur eigenständig aufbauen müssen.

Erweiterung auf vernetzte IoT-Geräte

Infineon bietet zudem eine ergänzende Lösung für vernetzte IoT-Geräte wie AR- und VR-Headsets, Laptops, Tablets, Spielekonsolen und PC-Zubehör an.

Dies zeigt, dass sichere NFC-Funktionalität über traditionelle Zahlungskarten und Smartphones hinausgeht. Eingebettete Vertrauenskomponenten, NFC-Interaktion und die sichere Verwaltung von Zugangsdaten gewinnen in einem breiteren Spektrum vernetzter Geräte an Bedeutung.

Weitere Informationen finden Sie unter der folgenden URL: https://www.infineon.com/applications/security-solutions/payment-solutions/one-stop-shop-wearable-payments


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Anja Van Bocxlaer