Vaillant verfolgt 1.600 Logistikwagen mit der IoT-Lösung von Sensolus
Vaillant, der international tätige deutsche Heiztechnikkonzern und führender Anbieter von Wärmepumpen, Gas-Brennwertkesseln sowie Systemen für Heizung, Kühlung und Warmwasserversorgung, hat die Verwaltung von 1.600 Logistikwagen und -zügen in seinem Werk in Nantes mithilfe von Sensolus-IoT-Trackern digitalisiert.
Der Einsatz verbesserte die Transparenz der Bestände, steigerte die Wagenauslastung um rund 5 Prozent und amortisierte die Investition in etwas mehr als einem Jahr.
Echtzeit-Transparenz für die industrielle Intralogistik
Am Vaillant-Produktionsstandort in Nantes ist die interne Logistik ein entscheidender Faktor für die Fertigungsleistung. Das 48.000 m² große Werk produziert jährlich rund 166.000 Heizkessel und Wärmepumpen und ist auf Logistikwagen und -züge angewiesen, um Teile durch die Blechbearbeitung, Lackierung, Montage und Linienversorgung zu transportieren.
Vor der Einführung des IoT stützte sich das Flottenmanagement auf Bestandslisten und Tabellenkalkulationen. Dadurch war es schwierig festzustellen, wo sich die Wagen befanden, wie intensiv sie genutzt wurden und ob Engpässe durch unzureichende Ausrüstung oder ineffiziente Verteilung verursacht wurden.
Für Produktionsstätten mit komplexen Materialflüssen ist dies ein bekanntes Problem. Nicht motorisierte Betriebsmittel wie Wagen, Transportträger, Behälter und Transportvorrichtungen sind oft für den Betrieb unverzichtbar, bleiben in digitalen Systemen jedoch weitgehend unsichtbar.
Bluetooth-basierte Ortung ohne aufwendige Infrastruktur
Vaillant entschied sich für Sensolus, um einen IoT-basierten Tracking-Ansatz an rund 40 Wagen und Logistikzügen zu testen. Im Pilotprojekt wurde Bluetooth-Technologie (BLE) eingesetzt, um zu überprüfen, ob Standort- und Nutzungsdaten das tägliche Management der internen Abläufe verbessern können.
Eine zentrale Anforderung war die einfache Implementierung. Laut Fallbeschreibung suchte Vaillant nach einer Lösung, die sofort einsatzbereit, einfach zu installieren und wirtschaftlich tragfähig war. Die Sensolus-Plattform ermöglichte den Teams vor Ort den Zugriff auf Standort- und Nutzungsdaten der Wagen, ohne dass ein komplexes Infrastrukturprojekt erforderlich war.
Nach weniger als einem Monat lieferte das Pilotprojekt genügend operative Belege, damit Vaillant die Einführung ausweiten konnte. Im Jahr 2025 rüstete das Unternehmen seine gesamte Flotte von 1.600 Logistikwagen und -zügen aus.
Von der Bestandsverfolgung bis zu operativen Entscheidungen
Der Hauptnutzen der Lösung liegt nicht nur in der Ortung der Wagen, sondern darin, Asset-Daten in operative Entscheidungen umzusetzen. Jeder Wagen wird in der Plattform identifiziert, geortet und überwacht. Die Mitarbeiter können verfügbare Geräte schneller finden, anstatt Zeit mit der Suche auf dem Produktionsgelände zu verbringen.
Die Daten werden auch zur Unterstützung des Wertstromanalyses (Value Stream Mapping) genutzt. Dies gibt Vaillant eine Faktengrundlage für die Bewertung interner Abläufe, die Identifizierung von Engpässen und das Verständnis, wo Geräte nicht ausreichend genutzt werden oder nicht verfügbar sind.
Für Systemintegratoren und Lösungsanbieter zeigt der Fall, wie sich IoT-Tracking als praktische Ebene über bestehende Intralogistikprozesse positionieren lässt. Es ersetzt keine Produktionssysteme, sondern liefert messbare Daten zu mobilen, nicht motorisierten Anlagen, die in ERP-, MES- oder Lagersystemen oft fehlen.
Messbare Auswirkungen auf Auslastung und Kosten
Die von Vaillant gemeldeten Ergebnisse sind konkret. Das Unternehmen erzielte eine Amortisationszeit von etwa 1,2 Jahren und steigerte die Auslastung der Logistikwagen um rund 5 Prozent.
Die Tracking-Daten halfen zudem dabei, ungenutzte oder unterausgelastete Geräte zu identifizieren. Einige Wagen konnten an einen Lageranbieter weitergeleitet werden, wodurch Neuanschaffungen für den zukünftigen Bedarf vermieden wurden. Vaillant schätzt die Einsparungen durch diese Optimierung auf rund 30.000 € für ein einzelnes Projekt.
Warnmeldungen helfen den Teams, Bereiche zu antizipieren, in denen Wagen knapp werden könnten. Dies reduziert Störungen durch fehlende Ausrüstung und verbessert die Vorhersehbarkeit der Materialflüsse. Der Nutzen beschränkt sich daher nicht nur auf die Transparenz der Bestände, sondern erstreckt sich auch auf die Produktionskontinuität und die täglichen Arbeitsbedingungen der operativen Teams.
Wartung und kontinuierliche Verbesserung
Da nun historische Daten verfügbar sind, nutzt Vaillant das System über die einfache Standortverfolgung hinaus. Die Plattform unterstützt die korrektive und präventive Wartung, indem sie reparaturbedürftige Wagen identifiziert, diese in spezielle Bereiche leitet und bei der Planung von Eingriffen hilft.
Dadurch wird der Einsatz der Ortung zu einem Werkzeug für kontinuierliche Verbesserung. Manuelle Kontrollen können reduziert, Annahmen durch Messdaten ersetzt und Flussoptimierungen identifiziert werden, die andernfalls verborgen blieben.
Für Endnutzer liegt der Nutzen auf der Hand: IoT-Implementierungen mit geringer Komplexität können messbare betriebliche Vorteile generieren, wenn sie auf wiederkehrende Schwachstellen in der Intralogistik angewendet werden. Für Integratoren verdeutlicht der Fall einen skalierbaren Anwendungsfall für die Bestandsverfolgung in industriellen Umgebungen, in denen Bestände ständig in Bewegung sind, aber selbst keine Daten generieren.
Ein europäischer IoT-Anwendungsfall mit industrieller Relevanz
Das Vaillant-Projekt zeigt, wie drahtloses IoT intralogistische Anlagen digital sichtbar machen kann, ohne die Implementierung zu übertechnisieren. In diesem Fall lieferte die Kombination aus Bluetooth-basierter Ortung, operativen Dashboards und datengestützter Prozessanalyse messbare Ergebnisse in den Bereichen Auslastung, Kosteneinsparung und Wartungsplanung.
Sensolus, ein Unternehmen aus Flandern in Belgien, das in Deutschland von COT vertreten wird, zeigt mit dieser Anwendung, dass industrielles IoT dort Mehrwert schaffen kann, wo Fabriken oft unbemerkt Zeit verlieren: bei der Bewegung, Verfügbarkeit und Auslastung alltäglicher Logistikressourcen.