bonprix testet erweiterten digitalen Produktpass vor ESPR
bonprix stattet ausgewählte Denim-Produkte mit einem erweiterten „Digital Product Passport“ aus. Das Pilotprojekt verbindet Produkt- und Lieferkettendaten mit kundenorientierten Inhalten wie Pflegehinweisen, Styling-Ideen und Servicevideos – noch bevor die künftigen Verpflichtungen aus der europäischen Ökodesign-Verordnung in Kraft treten.
Digitaler Produktpass als Kundenkontaktpunkt
Das Modeunternehmen bonprix erweitert im Rahmen seiner Aktivitäten zur Unternehmensverantwortung den Einsatz seines Digital Product Passport (DPP). Das Unternehmen führt den DPP für eine Reihe von Denim-Produkten ein und nutzt ihn nicht nur zur Bereitstellung von Produkt- und Lieferketteninformationen, sondern auch, um Kunden praktische Inhalte anzubieten.
Der Pass ist über einen QR-Code auf dem Anhängeetikett und im Webetikett zugänglich. Laut bonprix setzt das Projekt eine im Jahr 2024 gestartete Initiative fort und bereitet das Unternehmen frühzeitig auf die zu erwartenden gesetzlichen Anforderungen der Europäischen Ökodesign-Verordnung, auch bekannt als ESPR, vor.
Technologiepartner für das Pilotprojekt ist Narravero, ein Unternehmen, das eine Plattform für digitale Produktpässe bereitstellt.
Standardisierung des Digitalen Produktpass: Fundament steht, Umsetzung naht
Die erfolgreiche Standardisierung und Einführung des Digitalen Produktpasses ist essenziell für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele des European Green Deal und fordert Unternehmen zur proaktiven Anpassung ihrer Produkte auf.
Über die Compliance hinaus: Produktdaten, Pflege- und Nutzungsinformationen
Das DPP-Pilotprojekt soll Transparenz, Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und Produktverantwortung miteinander verbinden. Es umfasst Informationen zur Materialzusammensetzung, zum Lebenszyklus und zur Nutzungsphase des Produkts.
bonprix fügt zudem Inhalte hinzu, die über die erwarteten gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Dazu gehören Outfit-Inspirationen, Styling-Ideen, Pflegehinweise und Videos, beispielsweise mit Tipps zum Kürzen von Jeans.
Das Unternehmen positioniert den DPP als mehr als nur einen statischen Datensatz. Aus Sicht von bonprix kann die digitale Produkt-ID zu einer Service-Schnittstelle werden, die Kunden dabei hilft, Produkte besser zu verstehen, zu nutzen und länger zu erhalten. Gleichzeitig schafft sie einen digitalen Kontaktpunkt, der auch nach dem Kauf aktiv bleibt.
Einführung beginnt mit dem Denim-Sortiment
Der erweiterte Digital Product Passport wird für rund 40 Artikel des aktuellen Denim-Sortiments eingeführt. Dazu gehören Jeans, Shorts und Röcke.
bonprix plant, den DPP im Laufe des Jahres auf 100 Denim-Produkte auszuweiten. Das Unternehmen hat sich für Denim entschieden, da Baumwolle sein wichtigster Rohstoff ist und die Kategorie innerhalb des Sortiments strategische Bedeutung hat.
Dies macht Denim zu einem praktischen Ausgangspunkt, um zu testen, wie Produktdaten, Kundenkommunikation und nachhaltigkeitsbezogene Informationen in einem digitalen Format miteinander verknüpft werden können.
Partnerschaft mit Narravero
Für das Pilotprojekt wählte bonprix Narravero als Partner für die DPP-Plattform aus. Nach Angaben des Unternehmens beruhte die Wahl auf der Anforderung, neben compliance-relevanten Produktinformationen auch redaktionelle Inhalte zu integrieren.
bonprix gibt an, dass auch die Zusammenarbeit mit Lieferanten für das Projekt wichtig war. Das Unternehmen nennt langjährige Lieferantenbeziehungen als entscheidenden Faktor für die Erfassung und Bereitstellung der erforderlichen Produkt- und Lieferkettendaten.
Die Ergebnisse des Pilotprojekts sollen als Grundlage dienen, um den Digital Product Passport künftig auf weitere Produktgruppen auszuweiten.
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Bedeutung für Produkttransparenz und Kreislaufwirtschaft
Das Projekt spiegelt eine breitere Entwicklung im Konsumgütersektor wider. Es wird erwartet, dass digitale Produktpässe zu einem wichtigen Instrument werden, um Produktinformationen zugänglicher und strukturierter zu machen, insbesondere im Hinblick auf Anforderungen an Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Kreislaufwirtschaft.
Für Modeunternehmen kann der DPP die Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen mit der Kundenkommunikation verbinden. Das Pilotprojekt von bonprix zeigt, wie das Format nicht nur zur Erfüllung künftiger Datenanforderungen genutzt werden kann, sondern auch zur Unterstützung der Produktnutzung, -pflege und -lebensdauer.