Bundeshaushalt 2026 gibt Batterieforschenden in Deutschland wieder Hoffnung

  • Veröffentlicht: 21. Januar 2026
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Podiumsdiskussion Batterieforum 2026: Fraunhofer IGCV zur Batterieforschung und Förderzusagen
Am Fraunhofer IGCV werden fertiggestellte Batteriezellen für den jeweiligen Einsatzzweck verbaut und direkt zu Modulen und Batteriespeichern (Packs) integriert. Bildquelle: Fraunhofer IGCV

Fraunhofer IGCV: „Wir müssen verloren gegangene Kompetenzen zurückgewinnen, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.“

Der globale Wettlauf um technologische Innovationen stellt Deutschland und Europa vor große Aufgaben. Insbesondere in der Batterietechnologie sind verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend, um Forschung, Transfer und industrielle Wertschöpfung langfristig abzusichern. Vor diesem Hintergrund sorgt der Bundeshaushalt 2026 für neue Zuversicht: Auf dem Batterieforum in Berlin (20.–22. Januar 2026) wurde angekündigt, dass die Mittel für Entwicklung und Ausbau der Batterietechnologie wieder fließen sollen.

Rüdiger Daub, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV, begrüßt die neue Perspektive – und verweist zugleich auf die Folgen der vergangenen zwei Jahre stagnierender Förderlandschaft.

„Wir haben wertvolle Zeit verloren, die uns im globalen Wettbewerb zurückwirft. Wir müssen verloren gegangene Kompetenzen zurückgewinnen, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.“
Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub, Institutsleiter Fraunhofer IGCV

Wieder Planungssicherheit – aber Verzögerung bis zur Wirkung

Aus Sicht des Fraunhofer IGCV ist die Finanzierungszusage ein wichtiges Signal für mehr Planbarkeit in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. Bis Förderaufrufe veröffentlicht, Projekte eingereicht und bewilligt sind, werde es jedoch dauern. Mit ersten bewilligten Vorhaben sei realistisch erst bis Ende 2026 zu rechnen.

Wettbewerbsdruck: Strategie statt Stillstand

Daub betont, dass die Batterie – gemeinsam mit Schlüsseltechnologien wie KI – zentral für künftige Produktinnovationen und Wertschöpfung ist. Gleichzeitig sei das Umfeld hochkompetitiv: Überkapazitäten und Preisdruck erschweren es europäischen Akteuren, im Markt zu bestehen. Deutschland und Europa müssten daher ihre Strategie konsequent an die Realität des globalen Wettbewerbs anpassen – mit dem Ziel, nicht aus einer Schlüsseltechnologie verdrängt zu werden.

Fraunhofer IGCV: Brücke von Forschung zu Anwendung

Gerade für mittelständische Unternehmen kann der Einstieg in Batterietechnologien komplex sein – etwa durch die Wechselwirkungen von Zellchemie, Zelldesign und Speicherkonzepten. Das Fraunhofer IGCV unterstützt hier mit einer Forschungs- und Entwicklungsplattform, die neue Ergebnisse schneller in Produktkonzepte überführt und gemeinsam mit Partnern in Richtung Skalierung weiterentwickelt. Ziel sind maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Anwendungen – von Werkzeugen bis hin zu mobilitäts- oder energiebezogenen Systemen.

Im Einsatz
BTRY T150

BTRY T150

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Die BTRY T150 ermöglicht wartungsfreie Energieversorgung für ultradünne BLE‑Etiketten.

Call to Action: Energie für Milliarden Geräte

Für IoT im großen Maßstab entscheidet nicht nur Kapazität, sondern Wartungsfreiheit: Low-Power-Batterie- und Energiekonzepte für BLE-/Active-RFID-Labels – kombiniert mit Energy Harvesting – sind ein Schlüssel für Milliarden vernetzter Assets. Europa zeigt hier starke Impulse, u. a. mit BTRY, Dracula Technologies, Truvami und Zinergy. Diese Ansätze sollten jetzt gezielt aus Forschung und Pilotierung in breite industrielle Rollouts geführt werden.


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Anja Van Bocxlaer