Mobiltechnologien trugen 2025 240 Milliarden US-Dollar zu Afrikas Wirtschaft bei
Laut der GSMA, dem weltweiten Branchenverband, der Mobilfunknetzbetreiber und das gesamte Mobilfunk-Ökosystem vertritt, trugen mobile Technologien und Dienste im Jahr 2025 240 Milliarden US-Dollar zur afrikanischen Wirtschaft bei. KI, digitale Dienste und Netzwerk-APIs gewinnen zunehmend an Bedeutung, während die Erschwinglichkeit nach wie vor das größte Hindernis für die Verbreitung darstellt.
Mobilfunksektor steht für 7,8 Prozent des afrikanischen BIP
Laut dem GSMA-Bericht „Mobile Economy Africa 2026“ erzeugten mobile Technologien und Dienste im Jahr 2025 einen wirtschaftlichen Wert, der 7,8 % des afrikanischen BIP entsprach.
Das Mobilfunk-Ökosystem sicherte zudem rund 13 Millionen Arbeitsplätze und generierte öffentliche Einnahmen in Höhe von 45 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen unterstreichen die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der Mobilfunkkonnektivität für den privaten Sektor, öffentliche Dienstleistungen und die digitale Infrastruktur.
Die GSMA erwartet, dass der wirtschaftliche Beitrag des Sektors bis 2030 290 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Dieses Wachstum soll durch eine breitere digitale Akzeptanz, anhaltende Netzinvestitionen und den Einsatz mobiler Dienste in Unternehmens- und Verwaltungsprozessen gestützt werden.
Mobilfunkbetreiber werden zwischen 2024 und 2030 voraussichtlich mehr als 76 Milliarden US-Dollar in die Netzinfrastruktur investieren. Gleichzeitig wird prognostiziert, dass 5G bis 2030 21 % der Mobilfunkanschlüsse in Afrika ausmachen wird.
Betreiber erweitern ihre Rolle über Konnektivität hinaus
Der Bericht stellt einen Wandel in der strategischen Rolle afrikanischer Mobilfunkbetreiber fest. Nach einem Jahrzehnt, in dem der Schwerpunkt weitgehend auf dem Ausbau der Netzabdeckung lag, entwickeln die Betreiber zunehmend Dienste, die über die reine Konnektivität hinausgehen.
Laut GSMA Intelligence betrachten 79 % der Betreiber in Afrika die Rolle als Partner für die digitale Transformation als vorrangiges Unternehmensziel. Zu ihren Aktivitäten gehören zunehmend künstliche Intelligenz, digitale Plattformen und der Zugriff auf Netzwerkfunktionen über standardisierte Anwendungsprogrammierschnittstellen.
Für Systemintegratoren und Lösungsanbieter könnte diese Entwicklung die technische Basis für Anwendungen erweitern, die mobile Konnektivität mit Identitätsdiensten, Betrugsprävention, Datenverarbeitung und branchenspezifischen digitalen Plattformen kombinieren.
Standardisierte APIs unterstützen neue digitale Dienste
Der Bericht verweist zudem auf die zunehmende Dynamik hinter „GSMA Open Gateway“. Die Initiative ermöglicht es Mobilfunkbetreibern, ausgewählte Netzwerkfunktionen über standardisierte APIs für Entwickler und Unternehmen zugänglich zu machen.
Diese Schnittstellen können Anwendungen wie Identitätsprüfung, Betrugserkennung und digitales Vertrauen unterstützen. Zu den relevanten Branchen zählen Finanzdienstleistungen, E-Commerce und digitale Verwaltung.
Für Entwickler und Integratoren, die in mehreren Märkten tätig sind, können standardisierte Schnittstellen den Bedarf an separaten technischen Integrationen für einzelne Mobilfunknetze verringern. Dies könnte die Bereitstellung von Diensten über Länder- und Betreibergrenzen hinweg vereinfachen.
Einsatz von KI stößt auf sprachliche Hindernisse
Afrikanische Mobilfunkbetreiber setzen zunehmend künstliche Intelligenz ein, um die Netzleistung zu verbessern, den Kundenservice zu unterstützen und digitale Dienste zu entwickeln.
Der Bericht weist jedoch auf Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Trainingsdaten für afrikanische Sprachen hin. In Afrika sind mehr als 30 % der Sprachen der Welt beheimatet, während viele führende KI-Modelle in erster Linie auf Englisch und anderen Sprachen mit umfangreichen digitalen Ressourcen trainiert werden.
Das Programm der GSMA für KI-Sprachmodelle, die in und für Afrika entwickelt werden, konzentriert sich daher auf die Stärkung der erforderlichen Daten, Rechenkapazitäten, Kompetenzen und politischen Grundlagen für eine lokal gesteuerte KI-Entwicklung.
Nutzungslücke ist größer als die Versorgungslücke
Der Bericht identifiziert die Nutzung des mobilen Internets und nicht die Netzverfügbarkeit als Afrikas größte Herausforderung im Bereich der Konnektivität.
Etwa 63 % der Bevölkerung leben in Gebieten mit Mobilfunk-Breitbandabdeckung, nutzen das mobile Internet jedoch nicht. Im Vergleich dazu befinden sich 9 % der Bevölkerung weiterhin außerhalb der Mobilfunk-Breitbandabdeckung.
Die Erschwinglichkeit wird als größtes Hindernis für die Nutzung beschrieben, gefolgt von begrenzten digitalen Kompetenzen und anderen sozialen Faktoren. Die GSMA hebt niedrigere Geräte- und Dienstleistungskosten, digitale Bildung und inklusivere digitale Dienste als zentrale Maßnahmen zur Verringerung dieser Nutzungslücke hervor.
Auch die Besteuerung, die Verfügbarkeit von Frequenzen, Investitionsanreize und regulatorische Sicherheit werden das Tempo des Infrastrukturaufbaus und der digitalen Akzeptanz beeinflussen. Dem Bericht zufolge deuten Erkenntnisse aus mehreren afrikanischen Märkten darauf hin, dass eine Senkung der Steuern auf Geräte und digitale Dienste dazu beitragen kann, den Zugang zu verbessern.
Für Netzbetreiber, Technologieanbieter, Systemintegratoren und Organisationen des öffentlichen Sektors zeigen die Ergebnisse, dass der Ausbau der Infrastruktur allein nicht ausschlaggebend für die wirtschaftlichen Auswirkungen der mobilen Konnektivität ist. Bezahlbare Geräte, digitale Kompetenzen und relevante Dienste müssen parallel zur Netzwerkkapazität entwickelt werden.
Möchten Sie tiefer in die Materie einsteigen? Lesen Sie den vollständigen Bericht und weitere Details der GSMA: https://www.gsma.com/newsroom/press-release/mobile-technologies-contributed-240-billion-to-africas-economy-in-2025-as-the-continent-enters-a-new-phase-of-digital-transformation/