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Das Video zum OPC & Think WIoT Livestream: Der Orbit als Labor mit KI & OPC UA

Stefan Hoppe

Stefan Hoppe

President & Executive Director

Veröffentlicht

06. Januar 2026

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Steckbrief

  • Format: Video on Demand

  • Quelle: Think WIoT Livestream (Ausgabe 02/2025) – Der Orbit als Labor

  • Titel: Der Orbit als Labor: Suborbitale Missionen, KI & OPC UA

  • Umfang: 4 Vorträge

  • Veranstalter: OPC Foundation & Think WIoT

  • Datum: 15. Dezember 2025

  • Sprache: Englisch

Was hat Schwerelosigkeit mit industrieller Digitalisierung zu tun? Mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Im Livestream „Der Orbit als Labor: Suborbitale Missionen, KI & OPC UA“, zu dem OPC Foundation und Think WIoT eingeladen hatten, drehte sich alles um die Frage, wie sich Raumfahrt-Experimente nicht nur sicherer und effizienter steuern lassen – sondern auch deutlich zugänglicher für Forschende und Missions-Teams.

Im Mittelpunkt standen suborbitale Missionen im TEXUS-Programm, moderne Steuerungskonzepte, der sichere Daten- und Befehlsaustausch zwischen Bodenstation und Experiment – und ein besonders spannender Ausblick: KI-gestützte Interaktion mit Nutzlasten über OPC UA, bis hin zur Bedienung per natürlicher Sprache.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Video

1) TEXUS modernisiert die Experimentsteuerung – von der Technik bis zur Schnittstelle ins All

Wie TEXUS als weltweit etabliertes Langzeitprogramm für Mikrogravitation seine Infrastruktur kontinuierlich erneuert, zeigte Andreas Schütte (Airbus Defence and Space): Veraltete Technologien werden konsequent ersetzt, um Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit hochzuhalten. Besonders relevant: die entscheidende Verbindung zwischen Bodensteuerung und weltraumgebundenem Experiment – dort, wo robuste Systeme, klare Datenmodelle und sichere Kommunikation über Erfolg oder Risiko entscheiden.

2) Mikrogravitation macht Reaktionsprozesse sichtbar, die auf der Erde verborgen bleiben

Warum Forschung unter Schwerelosigkeit so wertvoll ist, erklärten Dr. Karin Schwarzenberger (HZDR) und Prof. Dr. Dezső Horváth (University of Szeged) anhand chemischer Reaktionsfronten: Wenn Auftrieb und Sedimentation wegfallen, lassen sich Effekte beobachten, die auf der Erde oft überdeckt werden. Das liefert nicht nur Grundlagenwissen für neue Reaktorideen im All – sondern auch Impulse für nachhaltige Technologien auf der Erde, etwa in Bereichen wie CO₂-Speicherung, Bodenregeneration oder der Partikelherstellung für Hochleistungsmaterialien.

3) Von Befehlen zu Gesprächen: KI + OPC UA als „neues Bedienkonzept“ für Missionskontrolle

Wie man komplexe Nutzlasten nicht nur steuert, sondern auch erklärbar und flexibel bedienbar macht, zeigten Enrico Noack (Airbus Defence and Space) und Holger Kenn (OPC Foundation): Durch die Kombination von OPC UA mit LLMs (Large Language Models) entsteht ein Ansatz, bei dem Interaktion verständlicher wird – ohne die Anforderungen an Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und Kontrollierbarkeit zu verlieren. Besonders wichtig: Die Lösung wurde konsequent entlang realer wissenschaftlicher Workflows gedacht – also danach, wie Forschende tatsächlich arbeiten, fragen und Entscheidungen treffen.

4) Das OPC-UA-Payload-Portal: sichere Fernsteuerung per natürlicher Sprache

Zum Abschluss wurde es sehr konkret: Jan Lenk und Mark Eilers (HuMaTects) zeigten, wie ein webbasiertes OPC-UA-Payload-Portal mit KI-Agenten entsteht. Ziel ist ein Bedienkonzept, das Forschenden erlaubt, ihr Experimentmodul intuitiv und sicher zu steuern – inklusive KI-gestützter Assistenzfunktionen. Der Kernnutzen: weniger Hürde, mehr Klarheit, und eine Interaktion, die auch bei steigender Komplexität skalierbar bleibt.

Fazit: Raumfahrt trifft Industrie-Standards – und KI macht Komplexität bedienbar

Der Livestream zeigt eindrucksvoll, wie sich Raumfahrt-Experimente weiterentwickeln: weg von isolierten Insellösungen, hin zu standardisierten, sicheren Schnittstellen, die Missionsbetrieb, Forschung und IT/OT-Welten verbinden. OPC UA liefert dafür das robuste Fundament – und KI eröffnet eine neue Ebene der Verständlichkeit und Nutzbarkeit, gerade dort, wo viele Systeme, Rollen und Sicherheitsanforderungen zusammenkommen.

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