Die Cloud aus Holz – und warum das im großen Maßstab funktioniert
Massivholz: sicher geplant, nachhaltig gebaut
Massivholz – und insbesondere Brettsperrholz (CLT) – hat sich nach und nach zu einer glaubwürdigen Alternative zu nicht erneuerbaren Materialien für Großbauten entwickelt. Es überzeugt durch seine Leistungsfähigkeit: Es ist stabil, langlebig und deutlich leichter als Beton und Stahl, was auf komplexen Baustellen ein großer Vorteil sein kann.
Projekte auf CLT-Basis können auch von einer umfangreichen Vorfertigung außerhalb der Baustelle profitieren, was eine schnellere und besser planbare Fertigstellung als bei herkömmlichen Bauweisen ermöglicht. Hinzu kommen die zunehmend gut dokumentierten Vorteile von Holzgebäuden für das Wohlbefinden, sodass klar ist, warum Holzwerkstoffe sich von einer Nische zum Mainstream entwickeln.
Der überzeugendste Grund ist jedoch der Kohlenstoff.
Zement und Stahl sind nach wie vor zwei der emissionsintensivsten Materialien in der gebauten Umwelt. Durch den Ersatz durch Holzwerkstoffe kann der CO2-Ausstoß erheblich reduziert werden – und da Holz den während des Baumwachstums gebundenen Kohlenstoff speichert, können Massivholzkonstruktionen während ihres gesamten Lebenszyklus effektiv als langfristige Kohlenstoffspeicher fungieren.
Speziell für Rechenzentren bietet Massivholz einen zusätzlichen Vorteil: Anpassungsfähigkeit. Vorgefertigte Holzkonstruktionen lassen sich leichter an Kühlsysteme und sich ändernde Anforderungen der Mieter anpassen. Müssen Sie eine Kabelverlegung umziehen, neue Rohre hinzufügen oder die interne Raumaufteilung anpassen? In vielen Fällen ermöglicht Holz schnellere und einfachere Eingriffe – ein attraktives Argument in einer Anlageklasse, in der Upgrade-Zyklen konstant sind und Zukunftssicherheit entscheidend ist.
EcoDataCenter: Nachhaltigkeit von Anfang an, nicht durch Nachrüstung
In Falun, Schweden, hat sich EcoDataCenter ein klares Ziel gesetzt: einige der nachhaltigsten Rechenzentren der Welt zu bauen. Im Laufe der Zeit wurde Holz zu einem zentralen Bestandteil dieser Strategie. Heute besteht der größte Teil des Tragwerks am Standort Falun aus CLT – ein klares Statement, dass kohlenstoffarmes Bauen auch für missionskritische Infrastrukturen funktionieren kann.
Diese Führungsrolle war nicht ohne Herausforderungen. Rechenzentren unterliegen weltweit strengen Anforderungen in Bezug auf Sicherheit, Ausfallsicherheit und Schutz. Um Kunden zu überzeugen – darunter viele globale Betreiber, die an Beton und Stahl gewöhnt sind –, musste nachgewiesen werden, dass Massivholz die gleichen Standards erfüllen kann, insbesondere in Bezug auf Brandschutz und physische Sicherheit.
Sicherheit und Schutz: technische Lösungen, die sich in der Praxis bewährt haben
Die Entwicklung in Falun war von Iterationen geprägt: Mit jedem neuen Gebäude wurde der Ansatz in Bezug auf Brandschutz, Compliance und Betriebsausfallsicherheit verfeinert. Brandschutzlösungen haben sich parallel zum Projekt weiterentwickelt und gezeigt, dass Massivholz von Natur aus sicher ist – und nicht nur in Ausnahmefällen.
Auch im Bereich der Sicherheit wurden technische Holzkomponenten entwickelt, die anspruchsvolle Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit erfüllen und damit belegen, dass Massivholz sowohl Nachhaltigkeitsziele als auch strenge Schutzstandards erfüllen kann.
Zusammenarbeit, die Innovation fördert
Ein wichtiger Faktor für den Fortschritt in Falun war die enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette – eine Kombination aus Fachwissen im Holzbau, Baupartnern und einem Kunden, der bereit war, Grenzen zu überschreiten. Der Standort wurde schrittweise entwickelt, wobei ein modularer Ansatz zum Einsatz kam, der Replikation mit kontinuierlicher Verbesserung in Einklang bringt.
Hier wird Massivholz nicht nur zu einer Materialwahl, sondern zu einem Innovationsrahmen: Was funktioniert, wird wiederholt, was nicht funktioniert, wird verfeinert, und aus jedem Bauprojekt werden Erkenntnisse gewonnen. Standardisierung unterstützt Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit; Iteration treibt die Leistung voran und führt im Laufe der Zeit zu besseren Ergebnissen.
Zirkuläre Infrastruktur: Rechenzentren als Gemeinschaftsgut
Die Nachhaltigkeitsgeschichte von EcoDataCenter geht über die Struktur selbst hinaus. Kreislaufwirtschaft ist ein Leitprinzip, wobei Abfall als Ressource behandelt wird. Überschüssige Wärme aus den Rechenzentren wird aufgefangen und wieder in das lokale Energiesystem integriert, und die Zusammenarbeit mit lokalen Interessengruppen hat zur Stärkung des kommunalen Netzes beigetragen.
In diesem Modell wird das Rechenzentrum Teil der lokalen Infrastruktur und unterstützt die regionale Widerstandsfähigkeit, anstatt nur Kapazitäten zu verbrauchen.
Skalierung: ein Signal für den Wandel in der Branche
EcoDataCenter expandiert und ist nicht das einzige Unternehmen, das die Art und Weise, wie Rechenzentren gebaut werden, überdenkt. Der breitere Markt erkennt zunehmend, dass die Dekarbonisierung der digitalen Infrastruktur neben der betrieblichen Effizienz auch die Bekämpfung des CO2-Ausstoßes bedeutet. Massivholz bietet einen praktischen Weg zu beidem: kohlenstoffärmere Bauweise, schnellere Lieferung durch Vorfertigung und flexible Strukturen, die sich an veränderte Kühlstrategien und Mieterbedürfnisse anpassen lassen.
Die Cloud, gebaut aus Holz
Falun hat gezeigt, dass digitale Infrastruktur leistungsstark und klimabewusst sein kann – und dass Nachhaltigkeit nicht im Widerspruch zu Sicherheit oder Skalierbarkeit stehen muss. Massivholz reduziert den CO2-Ausstoß, beschleunigt den Bau und ermöglicht robuste Designansätze, die sich mit jedem Projekt weiterentwickeln.
Angesichts der steigenden Nachfrage nach Rechenleistung stellt sich nicht mehr die Frage, ob Holzwerkstoffe für Rechenzentren verwendet werden können, sondern wie schnell sie zum Standard werden.
Quellenangabe: Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „The World’s First Mass Timber Data Centre” (Das weltweit erste Rechenzentrum aus Massivholz) von Stora Enso.
EcoDataCenter ist ein schwedischer Rechenzentrumsbetreiber, der sich auf den Bau von Hochleistungsanlagen mit einem starken Nachhaltigkeitsprofil konzentriert. Das Unternehmen ist bekannt für Innovationen wie Massivholzkonstruktionen und zirkuläres Energiedenken (einschließlich der Wiederverwendung von Abwärme) und entwickelt und betreibt Standorte in Schweden für Colocation und anspruchsvolle Rechenaufgaben.