Schneechaos in Franken: Zukünftig vermeidbar durch neueste Innovationen?

  • Veröffentlicht: 27. Januar 2026
  • Lesezeit: 3 min
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SMARTIES Mini-Sensoren von Fraunhofer IIS zur präzisen Erfassung lokaler Wetterextreme in Franken
SMARTIES: ultraleichte Sensoren am Ballon liefern georeferenzierte Atmosphärendaten und übertragen sie per mioty an Basisstationen – für präzisere lokale Modelle und schnellere Warnungen. Bildquelle: Fraunhofer IIS

Lokale Wetterextreme wie starker Schneefall und Glätte zeigen, wie entscheidend präzise, zeitnahe Warnungen sind. Gerade bei kleinräumigen Ereignissen zählt jede Minute, um Winterdienst, Verkehr und Einsatzkräfte besser zu steuern.

SMARTIES: Mini-Sensoren für bessere Modelle und schnellere Warnungen

Hier setzt SMARTIES an. Der Name steht für SMART Integrated Electronic Sensors for quantifying atmospheric transport and mixing – auf Deutsch Intelligente integrierte elektronische Sensoren zur Messung atmosphärischer Transport- und Vermischungsprozesse. In diesem Forschungsprojekt entwickelt das Fraunhofer IIS gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPI-DS) ein System intelligenter atmosphärischer Tracer, die sogenannten SMARTIES.

Ziel ist es, atmosphärische Daten lokal hochaufgelöst zu sammeln und auszuwerten, um Störungen in der Luft besser zu erfassen. Diese Informationen können in Vorhersagemodelle einfließen – etwa zur Verbesserung von Prognosen bei Extremwetterereignissen oder zur Einschätzung von Umweltgefahren.

Ausgangslage: Warum neue Messkonzepte nötig sind

Naturkatastrophen und Extremwetterereignisse treten häufiger auf, gleichzeitig steigen die Anforderungen an schnelle, präzise Lagebilder. Atmosphärische Daten sind dafür entscheidend, ihre Erhebung ist jedoch aufwändig. Klassische Wetterballons steigen oft schnell auf und verbringen nur begrenzt Zeit in den für lokale Messungen besonders relevanten Luftschichten.

Für akute Situationen braucht es daher Systeme, die lokal dichter messen und schneller verwertbare Daten liefern.

So funktioniert SMARTIES

SMARTIES sind miniaturisierte Messinstrumente, bestehend aus Umweltsensoren und einer drahtlosen Kommunikationseinheit, integriert in ein Flugobjekt. Für Messkampagnen steigen mehrere dieser Sensoren in die Atmosphäre auf und übertragen während des Flugs ihre Sensordaten plus Position an ein Netzwerk von Basisstationen. Dort werden die Daten in nahezu Echtzeit geortet, ausgewertet und für Modelle nutzbar gemacht.

Ein Schlüssel ist mioty: Die Übertragung ist energieeffizient, robust und skalierbar, sodass viele Sensoren parallel Daten liefern können. Die Lokalisierung kann dabei direkt über die Kommunikationssignale erfolgen – ein wichtiger Vorteil für leichte, kosteneffiziente und flächige Messungen.

Mehr als Wetter: Transport und Ausbreitung von Partikeln

SMARTIES zielt nicht nur auf Wetterparameter. Besonders relevant ist die Fähigkeit, atmosphärischen Transport und Vermischung besser zu quantifizieren – also wie sich Luftmassen und Partikel bewegen. Damit können beispielsweise Staub, Pollen oder Schadstoffe nach Extremwetter oder bei Umweltunfällen besser eingeschätzt werden. Wenn sich die Ausbreitung früher vorhersagen lässt, können Schutzmaßnahmen rechtzeitiger und gezielter greifen.

Praxisbezug: erste Daten und robuste Technik

Ende 2025 wurden erste Messdaten auch im Raum Nürnberg aufgenommen. Die Smarties sind ultraleicht und robust und können je nach Ausführung mit GNSS oder als reine mioty-Sensoren arbeiten. In Tests konnten sie selbst in großen Höhen bei sehr niedrigen Temperaturen über weite Distanzen kommunizieren und wertvolle Wetterinformationen liefern.

Warum das für Franken relevant ist

Schneechaos entsteht oft nicht flächendeckend, sondern lokal. Genau hier kann ein dichteres, flexibel einsetzbares Messkonzept neue Qualität bringen: mehr Daten dort, wo sie fehlen, schneller verfügbar, und damit bessere Entscheidungen – von Winterdienst und Verkehr bis hin zur Krisenkommunikation.

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Fraunhofer IIS
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René Dünkler