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Erste Quantenbatterie mit vollständigem Lade- und Entladezyklus vorgestellt

  • Veröffentlicht: 20. März 2026
  • Lesezeit: 4 min
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Illustration der ersten Quantenbatterie mit vollständigem Lade- und Entladezyklus eines australischen Forschungsteams
Die weltweit erste funktionsfähige Quantenbatterie im Proof-of-Concept-Stadium entstand in Zusammenarbeit der CSIRO, Australiens nationaler Forschungsorganisation mit Sitz in Canberra, mit der University of Melbourne und der RMIT (Royal Melbourne Institute of Technology). Bildquelle: CSIRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation)

Ein australisches Forschungsteam hat einen Prototyp vorgestellt, den es als erste Quantenbatterie mit vollständigem Funktionszyklus bezeichnet: Das Bauteil kann Energie aufnehmen, kurzzeitig speichern und wieder als elektrischen Strom abgeben.

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachjournal Light: Science & Applications. Damit rückt ein Konzept näher, das seit Jahren vor allem theoretisch diskutiert wurde. Die Forscher sehen darin einen wichtigen Schritt für zukünftige Energiespeicher auf Basis quantenphysikalischer Effekte.

„Unsere Ergebnisse bestätigen einen grundlegenden Quanteneffekt, der völlig kontraintuitiv ist: Quantenbatterien laden schneller, je größer sie werden. Heutige Batterien funktionieren nicht so“, erklärt Dr. James Quach, leitender Forscher bei der CSIRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation), Australiens nationaler Forschungsorganisation. Genau dieser kontraintuitive Skaleneffekt gilt als eines der zentralen Versprechen der Quantenbatterie.

Quantenbatterien unterscheiden sich grundlegend von klassischen Batterien. Während heutige Akkus auf elektrochemischen Reaktionen beruhen, soll eine Quantenbatterie kollektive quantenphysikalische Effekte nutzen, um Energie besonders schnell aufzunehmen.

Das zentrale Versprechen: Mit wachsender Größe könnte sich die Ladezeit nicht verlängern, sondern im Idealfall sogar verkürzen. Genau diesen Effekt beschreiben die Forscher als „superextensiv“.

Licht statt Kabel

Der nun vorgestellte Demonstrator wurde nicht klassisch elektrisch geladen, sondern drahtlos per Laserlicht. Das Forschungsteam nutzte dafür eine mikrooptische Resonatorstruktur, in der Licht und Materie stark gekoppelt werden. Diese Architektur ermöglicht laut Studie, dass das System Lichtenergie besonders effizient aufnimmt und anschließend in elektrischen Strom umwandelt.

Nach Angaben der Forscher erfolgte der Ladevorgang in Femtosekunden. Die gespeicherte Energie blieb anschließend über Nanosekunden erhalten, bevor sie wieder entladen wurde. Für den praktischen Alltag ist das noch weit entfernt von einem marktfähigen Energiespeicher, wissenschaftlich ist der Schritt jedoch relevant: Frühere Experimente konnten zwar ultraschnelles Laden demonstrieren, jedoch noch keinen vollständigen Lade- und Entladezyklus.

Mehr als ein Laborexperiment

Entscheidend ist weniger die heute erreichbare Energiemenge als der experimentelle Nachweis des Prinzips. Laut Studie zeigt das System erstmals, dass eine Quantenbatterie Lichtenergie nicht nur kollektiv aufnehmen, sondern auch als elektrische Leistung wieder abgeben kann. Zudem beobachteten die Forscher eine überproportionale Skalierung der elektrischen Entladeleistung mit der Systemgröße.

Das ist vor allem für zwei Felder interessant: erstens für die Grundlagenforschung an quantentechnologischen Energiesystemen, zweitens für künftige Anwendungen, bei denen schnelle Ladeprozesse, geringe Energiemengen und hochspezialisierte Umgebungen eine Rolle spielen könnten. Als frühes mögliches Einsatzfeld nennen Beobachter vor allem Quantensysteme und Quantencomputer, nicht aber kurzfristig Elektrofahrzeuge oder Consumer Electronics.

Noch kein Akku für E-Autos

Trotz der Schlagzeilen ist Vorsicht bei der Einordnung nötig. Die Kapazität des aktuellen Prototyps liegt laut den Forschern nur bei wenigen Milliarden Elektronenvolt (eV) und ist damit viel zu gering, um heute ein nützliches Alltagsgerät zu versorgen. Auch die Speicherzeit ist mit einigen Nanosekunden noch extrem kurz. Der nächste große Entwicklungsschritt besteht deshalb darin, die gespeicherte Energie deutlich länger im System zu halten.

Dass in manchen Berichten bereits Szenarien wie das Laden von Drohnen im Flug oder von Fahrzeugen während der Fahrt auftauchen, ist deshalb derzeit eher als langfristige Vision denn als absehbare Produktperspektive zu verstehen. Selbst externe Experten, die die Arbeit positiv bewerten, erwarten keinen schnellen Transfer in die Elektromobilität.

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Relevanz für Wireless IoT und Energy Harvesting

Für die Think WIoT-Community ist das Thema trotzdem spannend. Quantenbatterien berühren zwei Bereiche, die für die drahtlose Welt zentral sind: erstens neue Formen kontaktloser Energieübertragung, zweitens die Frage, wie sich kleine, vernetzte Systeme künftig effizienter mit Energie versorgen lassen.

Gerade in IoT-Szenarien mit vielen verteilten Geräten, Sensoren oder spezialisierten Edge-Systemen ist jede Technologie relevant, die Ladezeiten verkürzt oder schwaches Licht besser in nutzbare Energie umwandeln kann. Die veröffentlichte Arbeit verweist ausdrücklich auch auf mögliche Impulse für photovoltaische Systeme und Low-Light-Energy-Harvesting.

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Fazit

Die jetzt vorgestellte Quantenbatterie ist kein Ersatz für Lithium-Ionen-Akkus oder Dünnschicht-Festkörperbatterien und kein kurzfristiger Gamechanger für mobile Endgeräte. Aber sie ist ein ernstzunehmender Forschungsfortschritt.

Erstmals wurde ein Prototyp gezeigt, der einen kompletten Lade-, Speicher- und Entladevorgang abbildet und dabei quantenkollektive Effekte für die elektrische Leistungsabgabe nutzbar macht. Für die Forschung an neuen Energiespeichern, an photonisch geladenen Systemen und an zukünftigen Quantentechnologien ist das ein wichtiger Meilenstein.

Quellen: Light: Science & Applications, CSIRO, The Guardian, n-tv.


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Think WIoT
Kontakt:
Anja Van Bocxlaer