BTRY spricht im EUVC-Podcast über ultradünne Batterien für das Internet der Dinge
Moritz H. Futscher, CEO und Mitbegründer von BTRY, war zu Gast im EUVC-Podcast, um zu erörtern, wie ultradünne, flexible Festkörperbatterien neue Anwendungen in den Bereichen IoT, Medizintechnik, Wearables und eingebettete Elektronik ermöglichen könnten, wo herkömmliche Batterieformate das Produktdesign einschränken.
Der Formfaktor der Batterie wird zum Designfaktor
Bei Batterieinnovationen geht es nicht mehr nur um Chemie, Kapazität oder größere Akkupacks. Bei kompakten drahtlosen IoT-Geräten bestimmen Form, Dicke, Flexibilität und Integrationsfähigkeit des Energiespeicherelements zunehmend, welche Produkte gebaut werden können.
Dies war das zentrale Thema der EUVC-Podcast-Folge „Building the world’s ‚thinnest‘ battery out of Europe“, die am 19. Mai 2026 veröffentlicht wurde. Andreas Munk Holm sprach mit Michael Brehm und Mohamed Foulser von Redstone sowie mit Moritz H. Futscher, CEO und Mitbegründer von BTRY.
EUVC ist eine europäische Venture-Capital- und Technologieplattform, die sich damit befasst, wie Unternehmen, Investoren und Institutionen das europäische Tech-Ökosystem gestalten. Der Podcast behandelt Themen wie Venture Capital, Deep Tech, Unternehmensgründung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
Ultradünne Festkörperbatterien
BTRY ist ein Schweizer Batterie-Startup, das 2023 als Spin-off der Empa und der ETH Zürich gegründet wurde. Das Unternehmen entwickelt ultradünne, faltbare Festkörperbatterien für Anwendungen wie IoT, Medizintechnik und Unterhaltungselektronik.
Für drahtlose IoT-Systeme ist dies technisch relevant. Smart Labels, Sensor-Tags, Wearables, medizinische Geräte und eingebettete Elektronik benötigen Energiequellen, die nicht nur klein, sondern auch dünn, mechanisch integrierbar und in der Lage sind, kurze Leistungsspitzen zu liefern.
Laut früheren Berichten von Think WIoT werden die Dünnschicht-Festkörperbatterien von BTRY Schicht für Schicht in einem Vakuumprozess unter Verwendung halbleiterähnlicher Produktionsschritte hergestellt. Die Zellen verwenden keine flüssigen oder organischen Elektrolyte oder Lösungsmittel. Diese Architektur soll die Sicherheit, Robustheit und Integrationsmöglichkeiten im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien auf Basis flüssiger Elektrolyte verbessern.
Bedeutung für Smart Labels und Sensoren
Im drahtlosen IoT muss die Energiespeicherung oft kurze, hochstromreiche Ereignisse unterstützen. BLE-Übertragungen, Display-Aktualisierungen, Sensormessungen oder Datenprotokollierung können kurze Spitzenlasten erzeugen, die mit sehr kleinen herkömmlichen Zellen nur schwer abzudecken sind.
Die Technologie von BTRY erfüllt diese Anforderung in dünnen und kompakten Formfaktoren. In einem Interview mit Think WIoT gab das Unternehmen an, dass die aktuellen Entwicklungen auf Kapazitäten von bis zu 10 mAh, Entladeraten von bis zu 60C und Impulsströme von bis zu 600 mA abzielen. Die Zyklenstabilität wird mit rund 1.000 Zyklen angegeben.
Damit positioniert sich die Technologie für bestimmte Anwendungsfälle zwischen herkömmlichen Batterien und Superkondensatoren. Sie zielt nicht in erster Linie auf maximale Kapazität ab, sondern auf wiederaufladbare, integrierbare Energiespeicher für Geräte, bei denen Dicke, Stromspitzen, Sicherheit und mechanische Integration zentrale Designvorgaben sind.
Energy Harvesting benötigt weiterhin Speicher
Die EUVC-Diskussion befasste sich auch mit bisher übersehenen Möglichkeiten in der eingebetteten Elektronik. Dies ist besonders relevant für IoT-Systeme mit Energy Harvesting.
Energy Harvesting kann geringe Energiemengen aus Licht, Radiowellen, Temperaturunterschieden oder Vibrationen gewinnen. Viele Systeme benötigen jedoch nach wie vor einen Puffer, um Zeiten ohne verfügbare Umgebungsenergie zu überbrücken und kurze Spitzenlasten abzudecken. Dünnschichtbatterien können als solcher Puffer dienen, wenn ein Kondensator nicht ausreicht oder eine längere Speicherdauer erforderlich ist.
Skalierung europäischer Hardware
Der Podcast ordnet BTRY zudem in einen breiteren europäischen industriellen Kontext ein. Die Frage ist nicht nur, ob Europa in Forschungsumgebungen fortschrittliche Batteriekonzepte entwickeln kann, sondern ob solche Technologien in global wettbewerbsfähige Hardware-Unternehmen skaliert werden können.
Für BTRY ist eine skalierbare Fertigung daher von zentraler Bedeutung. Laut Berichten von Think WIoT plant das Unternehmen, seine erste Pilotlinie im Jahr 2026 in Betrieb zu nehmen, um erste Kunden zu beliefern, wobei die Produktionsskalierung für 2027 vorgesehen ist.
Kontakt zu BTRY
Unternehmen, die Smart Labels, Sensor-Tags, Medizintechnikgeräte, Wearables oder eingebettete Elektronik entwickeln, werden nachdrücklich gebeten, sich an BTRY zu wenden, um weitere Informationen zu ultradünnen Festkörperbatterien, technischen Spezifikationen, Integrationsmöglichkeiten und anwendungsspezifischen Anforderungen zu erhalten.
Hören Sie sich hier die EUVC-Podcast-Folge an: https://www.eu.vc/podcast/building-the-world-s-thinnest-battery-out-of-europe/bd01ceee-a456-4f28-b8fe-abdb01477a19