Vernetzte Tracking-Labels in der Logistik erreichen 900.000 Stück
Berg Insight prognostiziert ein starkes Wachstum für batteriebetriebene Tracking-Etiketten mit Mobilfunk-, LoRaWAN- und Sigfox-Konnektivität.
Die weltweiten Auslieferungen vernetzter Tracking-Labels für Logistikanwendungen erreichten im Jahr 2025 rund 900.000 Stück, so ein neuer Bericht des schwedischen IoT-Marktforschungsunternehmens Berg Insight. Bis 2030 sollen die jährlichen Auslieferungen mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 101 Prozent auf 29,2 Millionen Einheiten steigen. Der Marktwert wird für 2025 auf 21,8 Millionen Euro geschätzt und soll bis 2030 auf 208,7 Millionen Euro anwachsen.
Bei den von Berg Insight betrachteten Tracking-Labels handelt es sich nicht um passive RFID- oder NFC-Etiketten. Gemeint sind vielmehr batteriebetriebene IoT-Geräte im Label-Format, die über Weitverkehrstechnologien wie Cellular, LoRaWAN oder Sigfox verfügen und Daten direkt aus der Sendung übertragen können, ohne dass Lesegeräte oder Gateways erforderlich sind.
Über Pilotprojekte hinaus
Der Bericht deutet darauf hin, dass der Markt beginnt, über die ersten Testphasen hinauszugehen. Mehrere Unternehmen befinden sich noch in der Entwicklungsphase, doch eine Reihe von Vorreitern hat bereits Produkte auf den Markt gebracht.
Berg Insight gibt an, dass führende Lösungsanbieter im Jahr 2025 mehr als 100.000 Einheiten ausgeliefert haben, und erwartet, dass mehrere Anbieter in den nächsten Jahren die Marke von einer Million jährlicher Auslieferungen überschreiten werden.
Ein Grund für das wachsende Interesse ist die Lücke, die diese Produkte schließen sollen. Herkömmliche GPS-Tracker sind oft zu sperrig und zu teuer für eine detaillierte Sendungsverfolgung, während passive Technologien wie RFID in der Regel keine direkte, flächendeckende Echtzeit-Transparenz bieten.
Vernetzte Tracking-Etiketten sind darauf ausgelegt, Standort- und in einigen Fällen auch Zustandsüberwachung für Pakete, Paletten, Kisten, Rollcontainer und andere kleinere Logistikartikel zu ermöglichen.
Transparenz auf Artikelebene gewinnt an Bedeutung
Berg Insight argumentiert, dass diese Produktkategorie das Potenzial hat, die Sendungsverfolgung neu zu gestalten, da die überwiegende Mehrheit kleinerer Logistikartikel nach wie vor nicht in Echtzeit überwacht wird.
Das Analyseunternehmen stellt zudem fest, dass trotz eines jährlichen Versandvolumens von fast einer Million Einheiten im Jahr 2025 die Anzahl der gleichzeitig aktiven Etiketten mit rund 80.000 Einheiten zum Jahresende deutlich geringer war, was den temporären und versandbezogenen Charakter vieler Einsätze widerspiegelt. Diese installierte Basis soll bis 2030 auf 2,4 Millionen Einheiten ansteigen.
Die Wettbewerbslandschaft umfasst verschiedene Konnektivitätsansätze. Berg Insight nennt Mobilfunk-basierte Anbieter wie Sensos, Reelables, Giesecke+Devrient, VISEMO, Moeco, AT&T, Trackonomy Systems, Tag-N-Trac und Decklar. Zu den auf LoRaWAN fokussierten Anbietern gehören OnAsset Intelligence, CubeWorks, Truvami, RAKwireless, Moko Technology und Trackpac, während Linxens und UnaBiz mit Sigfox-basierten Lösungen in Verbindung gebracht werden.
truvami
Truvami verbindet Tracking-Hardware mit einer intelligenten Plattform für durchgängige Asset-Transparenz. So können Organisationen Equipment schneller finden, Verluste vermeiden und Abläufe über Standorte, Flotten und wertkritische Außeneinsätze hinweg effizient halten.
Für den Logistiksektor liegt die Bedeutung in der Wirtschaftlichkeit und der Bauform. Diese vernetzten Etiketten sollen die Sendungsverfolgung in kleinerer Größe und zu geringeren Kosten als herkömmliche wiederverwendbare Tracker praktikabel machen. Sollte sich die Prognose von Berg Insight als zutreffend erweisen, tritt der Markt in eine Wachstumsphase ein, in der die Verfolgung auf Artikelebene in weiten Teilen der Lieferkette zu einer realistischeren Option werden könnte.