RFID macht Mehrweg beim Mainzer Weinmarkt skalierbar

  • Veröffentlicht: 14. September 2026
  • Lesezeit: 4 min
  • Quelle:

    Logo Think WIoT

Teilen:

RFID-getaggtes Mehrweggeschirr mit Pfandrückgabeautomaten beim Mainzer Weinmarkt 2026
RFID-gestützte Rückgabe auf dem Mainzer Weinmarkt: Gäste geben Teller und Schalen an den zentralen Pfandautomaten von CircleCube zurück. Das System identifiziert das Mehrweggeschirr automatisch und stößt die Pfanderstattung an. Bildquelle: mainzplus GmbH

Beim Mainzer Weinmarkt 2026 verbindet Share.Ware RFID-getaggtes Mehrweggeschirr mit automatisierten Pfandrückgabeautomaten und zentraler Aufbereitung. Rund 310.000 Gäste erlebten, wie aus Teller, Pfand und Rückgabe ein digital gesteuerter Kreislauf für Großveranstaltungen wird.

Mehrweg gehört beim Mainzer Weinmarkt längst zum Veranstaltungskonzept. Für Wein werden seit Jahren wiederverwendbare Gläser eingesetzt. 2026 ging Veranstalter mainzplus bei Speisen einen entscheidenden Schritt weiter: Erstmals verwendeten alle Gastronomiestände Mehrweggeschirr.

Ein Teil davon wurde in das automatisierte Share.Ware-System von Rent.Group eingebunden und konnte über zentrale Pfandrückgabeautomaten zurückgegeben werden. Das System bewährte sich an beiden Veranstaltungswochenenden. Rund 310.000 Besucherinnen und Besucher kamen an insgesamt acht Veranstaltungstagen in den Mainzer Stadtpark.

RFID steckt direkt im Mehrweggeschirr

Share.Ware verbindet mehrere Partner zu einem gemeinsamen Kreislauf. Die Teller und Schalen stammen von Koziol und enthalten ein passives RFID-Element. CircleCube entwickelte die modularen Rückgabeautomaten. Rent.Group stellt das Mehrwegmaterial bereit und organisiert den gesamten Kreislauf einschließlich Wiederaufbereitung. mainzplus integriert das System in die Veranstaltung.

Der RFID-Chip macht jedes eingesetzte Geschirrteil berührungslos maschinenlesbar. Er benötigt keine eigene Energieversorgung. Nach Angaben der Projektpartner lässt sich so der Weg eines einzelnen Geschirrteils vom Gastronomiestand über den Rückgabeautomaten bis in die Spülstraße nachvollziehen.

Damit geht das System über ein klassisches Mehrwegmodell hinaus. Nicht nur der Geschirrtyp kann erkannt werden. Das einzelne physische Umlaufobjekt erhält eine digitale Identität.

Zwei Euro Pfand und zentrale Rückgabe

Für Gäste bleibt der technische Prozess weitgehend unsichtbar. Das Mehrweggeschirr wird am teilnehmenden Gastronomiestand gegen zwei Euro Pfand pro Geschirrteil ausgegeben. Nach dem Essen müssen Teller oder Schale nicht zum ursprünglichen Verkaufsstand zurückgebracht werden. Die Rückgabe erfolgt an einem der zentralen Automaten.

Dort erfasst RFID das Geschirr berührungslos. Das System erkennt, welches Geschirrteil zurückgegeben wird und ob das entsprechende Pfand bereits erstattet wurde. So kann verhindert werden, dass für dasselbe Geschirrteil mehrfach Pfand ausgezahlt wird.

Die Rückgabeautomaten übernehmen damit einen Prozess, der bei klassischen Pfandsystemen häufig manuell am Verkaufsstand erfolgt. Gerade bei Großveranstaltungen mit vielen Gastronomiebetrieben wird die Rücknahme so von den einzelnen Verkaufsstellen entkoppelt.

Für die bargeldlose Pfandrückzahlung sind die Automaten mit dem Payment Terminal cVEND plug II von FEIG ELECTRONIC ausgestattet. In Verbindung mit der PayServ.GatewaySolution kann der Pfandbetrag direkt über Zahlungskarte oder Wallet zurückerstattet werden.

cVEND Plug II
Reader & Writer

cVEND Plug II

Das cVEND plug II stellt eine sichere und vielseitige Lösung für kontaktlose Zahlungen in vielfältigen Anwendungen dar.

Vom Rückgabeautomaten in die Spülstraße

Nach der Rückgabe beginnt der nächste Teil des Kreislaufs. Rent.Group stellt das Mehrwegmaterial bereit und übernimmt dessen Wiederaufbereitung. Gebrauchte Teller und Schalen werden aus dem Veranstaltungskreislauf zurückgeführt, zentral gereinigt und anschließend wieder für weitere Einsätze verfügbar gemacht.

Damit werden Ausgabe, Rückgabe, Logistik und Reinigung als zusammenhängender Prozess organisiert. Für die Gastronomiebetriebe entfällt insbesondere die Notwendigkeit, jedes ausgegebene Geschirrteil selbst wieder entgegenzunehmen und vor Ort zu spülen.

Gerade dieser zentrale Kreislauf macht das Modell für große Veranstaltungen interessant. Viele einzelne Verkaufsstände greifen auf ein gemeinsames Mehrwegsystem zurück, während Rückgabe und Aufbereitung zentral organisiert werden.

Testlauf ersetzt 10.000 Teile Einweggeschirr

Seinen ersten größeren Praxistest absolvierte Share.Ware bereits im Mai 2026 beim Mainzer WeinUfer. Rund 70.000 Menschen besuchten die Veranstaltung. Nach Angaben der Projektpartner konnten dort etwa 10.000 Teile Einweggeschirr eingespart und rund eine Tonne Restmüll vermieden werden.

Beim Mainzer Weinmarkt folgte Ende August und Anfang September der deutlich größere Einsatz. Erstmals verwendeten dort sämtliche Gastronomiestände Mehrweggeschirr. Ein Teil des eingesetzten Geschirrs war in das Share.Ware-System eingebunden und konnte über die zentralen Pfandrückgabeautomaten zurückgegeben werden. Nach Abschluss des Weinmarkts zog mainzplus eine positive Bilanz und bewertete den Einsatz des Mehrwegsystems als erfolgreich.

RFID macht Mehrweg skalierbar

Der Mainzer Weinmarkt zeigt, welchen Mehrwert RFID in einem zentral organisierten Mehrwegsystem schaffen kann. Die Technologie verbindet das einzelne Geschirrteil mit der automatisierten Rückgabe, der Pfanderstattung und dem weiteren Kreislauf bis zur Aufbereitung.

Damit wird aus Mehrweggeschirr ein digital erfassbares Umlaufgut. Gerade bei Großveranstaltungen mit hohen Stückzahlen lassen sich Rückgabeprozesse so zentralisieren, beschleunigen und transparenter organisieren.

Für Festivals, Stadien, Messegelände, Kantinen und andere stark frequentierte Gastronomiebereiche eröffnet dieses Modell einen praktikablen Weg, Mehrwegprozesse in größerem Maßstab zu automatisieren.

Der nächste große Veranstaltungstermin steht in Mainz bereits bevor: Ende November starten die Mainzer WinterZeit-Märkte. Damit rückt nach dem erfolgreichen Weinmarkt bereits der nächste mögliche Einsatzbereich für das weiterentwickelte Mehrwegkonzept in den Blick.

Weitere Informationen zum Mehrweg-Pilotprojekt auf dem Mainzer Weinmarkt finden Sie bei mainzplus.

Weiterlesen: Wie RFID-basierte Rückgabe auch bei anderen Mehrwegsystemen funktioniert, zeigt das Beispiel Cuploop. Das Kiosksystem erkennt Mehrwegbecher und -verpackungen automatisch per RFID und erstattet das Pfand direkt auf Karte oder Smartphone.

Kein Bargeld, Keine App, Kein Scannen!
Interview

Kein Bargeld, Keine App, Kein Scannen!

Das RFID-basierte Cuploop-Kiosksystem revolutioniert die Rückgabe von Mehrwegverpackungen durch eine sofortige, bargeld- und app-freie Pfandrückerstattung.


Kontakt- und Firmeninformationen

Veröffentlicht von
Think WIoT
Kontakt:
Anja Van Bocxlaer