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Chloe So erhält Innovate-UK-Auszeichnung für metallfreie RFID-Technologie

  • Veröffentlicht: 02. September 2026
  • Lesezeit: 4 min
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Chloe So, Mitbegründerin und Geschäftsführerin von PulpaTronics, gehört zu den Preisträgerinnen des „Innovate UK Women in Innovation Award“ 2026. Ihr Unternehmen entwickelt recycelbare RFID-Tags, bei denen herkömmliche Metallantennen durch laserinduzierte Kohlenstoffstrukturen ersetzt werden, die direkt in das Papier eingebracht werden.

Innovate UK zeichnet RFID-Technologie von PulpaTronics aus

Innovate UK, die nationale Innovationsagentur des Vereinigten Königreichs, unterstützt vielversprechende Technologieunternehmen mit Finanzmitteln, Fachwissen und Kontakten, um Innovationen von der Entwicklung bis zur Markteinführung voranzubringen.

Innovate UK wählte Chloe So für sein „Women in Innovation“-Programm aus und hob dabei die Methode von PulpaTronics hervor, Papier mithilfe von Lasertechnologie in leitfähige Schaltkreise umzuwandeln.

Diese Anerkennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das in London ansässige Unternehmen den Schritt von der Forschung und Entwicklung hin zu kommerziellen Testläufen vollzieht. PulpaTronics hat im Jahr 2025 Musterchargen für Tests bei Partnern produziert, unabhängige Leistungsvergleiche für RFID-Technologie abgeschlossen und bereitet weitere kommerzielle Testläufe sowie eine Erhöhung der Produktionskapazität vor.

Der Laser macht das Papier zur Antenne

Die zentrale Innovation liegt im Herstellungsprozess der Antenne. PulpaTronics druckt oder bringt keine herkömmliche metallische Antenne an. Stattdessen modifiziert ein Laser ausgewählte Bereiche eines kohlenstoffhaltigen Papiersubstrats und wandelt diese in eine elektrisch leitfähige Struktur um.

Das Patent des Unternehmens beschreibt diesen Prozess als laserinduziertes Graphen oder laserinduzierte Graphitisierung (LIG). Das daraus resultierende Muster auf Kohlenstoffbasis wird direkt im Substrat gebildet und kann als RFID-Antenne fungieren.

Dies verändert den physikalischen Aufbau des RFID-Inlays. Anstatt Papier mit einer separat hergestellten Metallantenne zu kombinieren, wird ein Teil des Papiers selbst zur leitfähigen HF-Struktur.

Hybrides UHF RFID als Brücke zur bestehenden Infrastruktur

PulpaTronics verfolgt zwei miteinander verbundene RFID-Architekturen.

Die erste ist ein hybrides UHF-RFID-Tag. Hier ersetzt die laserinduzierte Kohlenstoffantenne die herkömmliche Metallantenne, während ein RFID-IC weiterhin mit ihr verbunden bleibt. Dieser Ansatz wird so entwickelt, dass er ähnlich wie herkömmliche UHF-RFID-Tags funktioniert, und bietet eine mögliche Brücke zur bestehenden RFID-Lesegerät-Infrastruktur im Einzelhandel.

Für Einzelhändler und Systemintegratoren ist dies wichtig, da die neue Antennentechnologie eingeführt werden könnte, ohne die bereits in Filialen und Logistikprozessen eingesetzte gesamte RFID-Infrastruktur ersetzen zu müssen.

PulpaTronics hat eine formelle Zertifizierung nach EPC Gen2 oder ISO 18000-63 für die aktuellen Tags noch nicht öffentlich bestätigt. Das relevante Entwicklungsziel ist daher die Kompatibilität mit bestehenden UHF-RFID-Prozessen.

Chipless RFID geht einen Schritt weiter

Der zweite Entwicklungsansatz verzichtet ebenfalls auf den Silizium-IC.

In der chiplosen RFID-Architektur von PulpaTronics werden Informationen in der Geometrie leitfähiger LIG-Resonatoren kodiert, die im Papier erzeugt werden. Einzelne Resonanzstrukturen schwingen bei charakteristischen Frequenzen mit. Ein spezielles Lesegerät analysiert das reflektierte HF-Spektrum und identifiziert das Etikett anhand dieser Frequenzsignatur.

Dies unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichem UHF-RFID, bei dem ein Lesegerät mit einem RFID-IC kommuniziert. Chiploses RFID erfordert daher eine spezielle Lesegerätetechnologie, und PulpaTronics hat im Rahmen früherer Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bereits einen Lesegerät-Prototypen entwickelt.

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Chipless RFID stellt eine nachhaltige, kosteneffiziente und skalierbare Alternative zu klassischen RFID-Systemen dar, indem es die Information in passiven Strukturen speichert und damit die Abhängigkeit von Siliziumchips eliminiert.

Lesereichweite steigt von Zentimetern auf Meter

Die HF-Leistung bleibt für die kommerzielle Einführung entscheidend. PulpaTronics hat berichtet, dass sich die Lesereichweite während der Entwicklung von etwa 10 Zentimetern auf rund 3 Meter erhöht hat.

Das Unternehmen strebt zudem Tests und Probenahmen in Geschäften mit Unternehmen aus den Bereichen Einzelhandel, Mode und Verpackung an. Für den industriellen Einsatz werden entscheidende Parameter wie Lesesicherheit, Reichweite, Orientierungstoleranz, Wiederholbarkeit in der Fertigung und die Integration in bestehende RFID-Prozesse eine wichtige Rolle spielen.

Für Milliarden kurzlebiger RFID-Tags

PulpaTronics zielt auf Märkte ab, in denen RFID-Tags in sehr hohen Stückzahlen hergestellt und oft nur kurzzeitig verwendet werden, insbesondere im Einzelhandel, in der Bekleidungsindustrie, in der Verpackungsbranche und in der Logistik. Das Unternehmen schätzt, dass jährlich mehr als 45 Milliarden RFID-Tags für Einweganwendungen produziert werden.

PulpaTronics schätzt, dass seine Technologie die CO₂-Emissionen um rund 60 Prozent und die Kosten um rund 30 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen RFID-Tag-Produktion senken könnte. Außerdem rechnet das Unternehmen mit Einsparungen von etwa 2.000 kg CO₂ pro einer Million mit Tags versehener Produkte.

Die Technologie befasst sich mit der Nachhaltigkeit von RFID auf Komponenten- und Fertigungsebene. Die hybride Kohlenstoff-Antennenarchitektur könnte einen Weg in bestehende UHF-RFID-Installationen ebnen, während der längerfristige chiplose Ansatz untersucht, ob Einweg-Identifikationsetiketten letztendlich ohne Metallantennen und RFID-ICs hergestellt werden können.


Kontakt- und Firmeninformationen

Veröffentlicht von
Think WIoT
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Anja Van Bocxlaer