Dauerhafte RFID-Tags könnten saisonale Etiketten auf Obstkisten ersetzen
Das in den Niederlanden ansässige Unternehmen Munckhof Fruit Tech Innovators, Agromanager, das in Belgien und den Niederlanden tätig ist, sowie fünf Obstbauern in den Niederlanden testen derzeit permanente RFID-Etiketten an Erntekisten. Ziel ist es, saisonale Papieretiketten durch wiederverwendbare digitale Identitäten zu ersetzen, die mit Ernte- und Rückverfolgbarkeitsdaten verknüpft sind.
Eine digitale Identität für die Kiste
Obstkisten müssen während der Ernte aus Gründen der Lebensmittelsicherheit, Zertifizierung und Rückverfolgbarkeit eindeutig identifiziert werden. Viele Erzeuger verwenden nach wie vor Barcode-Etiketten aus Papier, die jede Saison neu gedruckt und angebracht werden müssen.
Im Rahmen des Pilotprojekts wird dieser Prozess durch ein dauerhaftes RFID-Etikett mit integriertem QR-Code ersetzt. Laut Munckhof kostet das Etikett etwa 0,75 €, verfügt über eine zehnjährige Garantie und dürfte sogar noch länger nutzbar bleiben.
Im Gegensatz zu einem Barcode kann RFID automatisch und drahtlos gelesen werden, ohne dass eine Sichtverbindung erforderlich ist. Der QR-Code bleibt als Ausweichmöglichkeit verfügbar, sodass Mitarbeiter eine Kiste bei Bedarf manuell mit einem Smartphone identifizieren können.
RFID-Erfassung wird Teil des Ernteprozesses
Ein zentrales Element des Versuchs ist die Ernteplattform „Pluk-O-Trak“ von Munckhof Fruit Tech Innovators. Die Maschine wird bereits eingesetzt, um die Ernteeffizienz zu verbessern und Obstschäden zu reduzieren.
Ihr Kommunikationssystem „M-Connect“ erfasst Informationen mithilfe von GPS, Kameras und Zählsystemen und tauscht Daten mit Obstmanagement-Plattformen wie Agromanager aus.
Für den Pilotversuch ist der Pluk-O-Trak mit einem RFID-Lesegerät ausgestattet. Das System kann somit automatisch erkennen, welche Kiste sich gerade auf der Maschine befindet. Die Kisten-ID wird direkt mit Parzelle, Standort, Datum, Uhrzeit und Obstsorte verknüpft.
Dadurch entfällt ein separater Identifizierungsschritt im Ernteablauf. Die Mitarbeiter müssen nicht mehr jedes Mal ein neues Etikett anbringen oder jede Kiste manuell scannen, bevor die Informationen mit dem Erntekatalog verknüpft werden können.
RFID verbindet die physische Kiste mit Erntedaten
Das Projekt geht über den bloßen Ersatz eines Papier-Barcodes durch eine andere Identifikationstechnologie hinaus. Ein permanenter RFID-Identifikator verleiht der wiederverwendbaren Kiste eine dauerhafte digitale Identität über mehrere Erntesaisons hinweg.
Diese Identität bildet die Verbindung zwischen dem physischen Behälter und den damit verbundenen Informationen. Positionsdaten, Maschinendaten und Ernteinformationen können im Rahmen des normalen Erntevorgangs der richtigen Kiste zugeordnet werden.
Für Obstbauern könnte dies den Verwaltungsaufwand verringern und Identifikationsprobleme verhindern, die durch Etiketten entstehen, die während der Ernte nass, verschmutzt, beschädigt oder abgelöst werden.
Ein Schritt zum vernetzten Obstgarten
Munckhof ordnet den Versuch in den größeren Kontext der Entwicklung des präzisen Obstanbaus ein, in dem Maschinen, Sensoren und Betriebsmanagement-Software zunehmend miteinander vernetzt sind.
In dieser Architektur ist die Erntemaschine nicht mehr nur ein mechanisches Werkzeug. Durch GPS, Kameras, Zählsysteme, RFID-Identifikation und M-Connect wird sie auch zu einer Datenerfassungsstelle innerhalb des Obstgartens.
Die mit einem RFID-Tag versehene Kiste fügt dieser digitalen Kette ein weiteres physisches Objekt hinzu. Anstatt jede Saison ein temporäres Etikett zu erhalten, kann sie dieselbe Identität beibehalten, während im Laufe der Zeit neue Informationen zu Ernte, Parzelle und Standort mit ihr verknüpft werden.
Von manueller Etikettierung zu automatisierter Rückverfolgbarkeit
Sollten die Feldversuche erfolgreich verlaufen, könnten permanente RFID-Etiketten das jährliche Anbringen von Tausenden von Kistenaufklebern überflüssig machen. Zu den erwarteten Vorteilen zählen weniger manueller Verwaltungsaufwand, weniger Identifikationsfehler und eine einheitlichere Erfassung von Rückverfolgbarkeits-, Ernte- und Parzellendaten.
Für Systemintegratoren verdeutlicht das Projekt einen umfassenderen Wandel im Bereich der landwirtschaftlichen RFID-Technologie: Der Mehrwert entsteht nicht allein durch die Identifizierung, sondern durch die Integration von mit RFID-Tags versehenen Objekten, mit Lesegeräten ausgestatteten Maschinen, Positions- und Sensordaten sowie Betriebsmanagement-Software in einen automatisierten Arbeitsablauf.
Lesen Sie mehr bei Munckhof Fruit Tech Innovators: https://www.munckhof.org/en/news/rfid-pilot-scheme-aims-to-eliminate-the-need-for-manual-labelling-of-picking-crates/