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Walmart öffnet US-Kassen erstmals für NFC und kontaktloses Bezahlen

  • Veröffentlicht: 27. August 2026
  • Lesezeit: 4 min
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Walmart-Kassen mit NFC-Zahlung erlauben kontaktlose Bezahlung via Apple Pay, Google Pay und Kreditkarten
„Walmart Pay“ an Selbstbedienungskassen: Das QR-basierte mobile Zahlungssystem des Einzelhändlers, das 2016 landesweit eingeführt wurde, wird nun durch NFC-basiertes „Tap-to-Pay“ ergänzt, darunter kontaktlose Karten, Apple Pay und Google Pay. Bildquelle: Walmart

Walmart, der größte US-Einzelhändler, führt erstmals in allen seinen US-Filialen das NFC-basierte „Tap-to-Pay“-Bezahlen ein. Kontaktlose Karten, Apple Pay, Google Pay und kompatible Smartwatches funktionieren nun an den Kassen, womit ein Jahrzehnt endet, in dem Walmart sein eigenes QR-basiertes Zahlungssystem bevorzugt hatte.

NFC hält Einzug bei Walmart und Sam’s Club

Walmart gab am 21. August 2026 bekannt, dass das kontaktlose Bezahlen ab dem 24. August in ausgewählten Walmart-Filialen und Sam’s Club-Standorten eingeführt wird. Bis Ende 2026 sollen alle US-Filialen und Clubs kontaktlose Zahlungen unterstützen, die Tankstellen folgen bis Mitte 2027.

Die Änderung betrifft nicht nur Apple Pay und Google Pay. Kunden können künftig auch kontaktlose Kredit- und Debitkarten zum Bezahlen nutzen, was eine umfassendere Einführung von NFC und EMV Contactless im gesamten US-Kassennetzwerk von Walmart bedeutet.

NFC und EMV ergänzen den bisherigen QR-Ansatz

Beim kontaktlosen Bezahlen wird NFC mit 13,56 MHz genutzt, um eine Kurzstreckenverbindung zwischen einem Terminal und einer Karte, einem Smartphone oder einer Smartwatch herzustellen. EMV Contactless definiert die über diese Schnittstelle ablaufende Zahlungstransaktion.

Bei mobilen Geldbörsen sorgt die Tokenisierung der Zahlungen für eine zusätzliche Sicherheitsebene. Sowohl Apple Pay als auch Google Pay ersetzen die zugrunde liegende Kartennummer durch ein Zahlungstoken, wobei sich ihre geräteseitigen Sicherheitsarchitekturen unterscheiden. Dynamische kryptografische Daten schützen einzelne Transaktionen.

Im Gegensatz dazu steht Walmart Pay. Das 2016 landesweit eingeführte, proprietäre System von Walmart nutzt die Smartphone-Kamera, um einen an der Kasse angezeigten QR-Code zu scannen. Die Zahlung bleibt innerhalb der Walmart-App und des digitalen Ökosystems von Walmart.

Ein strategischer Kurswechsel nach zehn Jahren

Walmarts Widerstand gegen NFC war nicht in erster Linie ein technisches Problem. Der Einzelhändler war ein wichtiges Mitglied des „Merchant Customer Exchange“, der CurrentC als von Händlern kontrollierte Alternative zu aufkommenden Wallets wie Apple Pay entwickelte.

CurrentC wurde 2016 eingestellt, doch Walmart setzte Walmart Pay fort, während sich kontaktloses Bezahlen im gesamten US-Einzelhandel ausbreitete.

Die Entscheidung von 2026 ist daher mehr als nur eine weitere Funktion an der Kasse. Walmart akzeptiert eine interoperable Zahlungsinfrastruktur neben seiner eigenen App, seinem Treueprogramm und seinen Zahlungsdiensten, anstatt die beiden Modelle als Alternativen zu betrachten.

Europa setzte früher auf NFC

Europa schlug einen anderen Weg ein. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank unterstützten Ende 2025 93 Prozent der rund 25,7 Millionen POS-Terminals im Euroraum kontaktloses Bezahlen. Allein in der zweiten Jahreshälfte 2025 wurden 32,9 Milliarden kontaktlose Kartenzahlungen getätigt.

Carrefour veranschaulicht, wie Einzelhändler die offene NFC-Akzeptanz mit proprietären digitalen Diensten kombinieren können. Der französische Einzelhändler führte 2016 Apple Pay in Frankreich ein und entwickelte gleichzeitig Carrefour Pay sowie sein eigenes Treue-Ökosystem.

Im Jahr 2020 integrierte Carrefour sein Treueprogramm in Apple Pay und Apple Wallet. Das Beispiel zeigt, dass die Unterstützung interoperabler NFC-Zahlungen nicht bedeutet, dass Einzelhändler auf direkte digitale Kundenbeziehungen verzichten müssen.

QR und NFC erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Der Schritt von Walmart unterstreicht zudem, dass QR-Codes und NFC nicht miteinander konkurrieren müssen.

QR-Codes bleiben nützlich für die Kundenidentifizierung, Treueprogramme, app-basierte Arbeitsabläufe und das Abrufen von Bestellungen. NFC ist für schnelle, kurzreichweitige und interoperable Zahlungen ohne Sichtverbindung oder Kamerascan optimiert.

Für Einzelhändler ist es oft die bessere Lösung, jede Technologie dort einzusetzen, wo sie am besten passt, anstatt eine Schnittstelle zu zwingen, alle Aufgaben zu übernehmen.

Geändert hat sich die Strategie, nicht NFC

An der drahtlosen Technologie hinter der Ankündigung von Walmart ist nichts grundlegend Neues. NFC und EMV Contactless sind im Einzelhandel bereits seit Jahren etabliert.

Was sich geändert hat, ist die Zahlungsstrategie von Walmart.

Indem Walmart eines der weltweit größten Einzelhandelsnetzwerke für kontaktlose Karten und gängige mobile Geldbörsen öffnet, schließt das Unternehmen eine der größten verbleibenden Lücken bei der NFC-Akzeptanz in den USA. Die allgemeine Erkenntnis ist klar: Eine interoperable Zahlungsinfrastruktur und proprietäre Einzelhandelsplattformen können an derselben Kasse nebeneinander bestehen.


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Think WIoT
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Anja Van Bocxlaer