RFID und Barcode sichern Bluttransfusionen bei ASL Frosinone
ASL Frosinone in Italien wird im Oktober 2026 die Securtrasf-Plattform von Biotrac einführen. Die Identifizierung mittels RFID und Barcode wird die Überprüfung von Patienten, Blutproben, Blutprodukten und Verfahren am Krankenbett unterstützen und so einen sicherheitskritischen klinischen Arbeitsablauf um maschinell überprüfbare Kontrollen ergänzen.
Vermeidung von ABO-Transfusionsfehlern
Bluttransfusionen erfordern eine eindeutige Übereinstimmung zwischen dem Patienten und dem verabreichten Blutprodukt. ASL Frosinone stuft eine ABO-Inkompatibilität als eines der schwerwiegendsten Transfusionsrisiken ein.
ABO bezieht sich auf das Blutgruppensystem, das Blut in die Gruppen A, B, AB oder O einteilt. Wird inkompatibles Blut transfundiert, kann das Immunsystem des Empfängers die transfundierten roten Blutkörperchen angreifen, was möglicherweise zu einer schweren hämolytischen Reaktion und in extremen Fällen zum Tod führen kann.
Die Gesundheitsbehörde führt daher auf Antrag von Dr. Carla Gargiulo, Leiterin der Abteilung für Immunhämatologie und Transfusionsmedizin in Frosinone-Alatri, Securtrasf ein. Die Umsetzung wird von der Abteilung für Digitalisierung unter der Leitung von Ingenieur Cataldo Loiodice koordiniert.
Das Ziel geht über die Digitalisierung der Dokumentation hinaus. Nach Angaben der ASL Frosinone führt „Securtrasf“ Ärzte und medizinisches Fachpersonal durch die einzelnen Phasen des Transfusionsprozesses und trägt direkt am Patientenbett zur Sicherheit bei.
RFID und Barcode prüfen Patient, Probe und Blutprodukt
Securtrasf, bereitgestellt von Biotrac, nutzt RFID-Identifikation und Barcode-Scanning innerhalb desselben Transfusionsablaufs. Die Plattform ermöglicht eine eindeutige Patientenidentifikation und überprüft die Übereinstimmung zwischen Patient, Blutprobe, Blutprodukt und Verfahren.
Die beiden Identifikationstechnologien liefern maschinenlesbare Identifikatoren, die von der Software in definierten Phasen des Transfusionsprozesses überprüft werden können. Die ASL Frosinone erwartet, dass dieser Ansatz Fehler deutlich reduziert und die Rückverfolgbarkeit entlang des gesamten Transfusionspfades verbessert.
Dadurch unterscheidet sich der Einsatz von typischen RFID-Projekten in Krankenhäusern, die sich auf die Ortung von Betten, Rollstühlen oder medizinischen Geräten konzentrieren. Hier wird die automatische Identifikation Teil eines klinischen Überprüfungsprozesses. Das System hilft dabei festzustellen, ob der physische Patient, die Probe und das Blutprodukt zu demselben autorisierten Transfusionsverfahren gehören.
Frühere BIOTRAC-Systeme weisen auf HF RFID hin
Frühere BIOTRAC-Implementierungen weisen darauf hin, dass passive 13,56-MHz-HF-RFID als Technologie zur Identifikation in Transfusionsabläufen zum Einsatz kommt. Die technische Dokumentation eines BIOTRAC-basierten Systems beschreibt RFID-Patientenarmbänder sowie mit RFID-Tags versehene Blutkomponenten, wodurch Patienten und Blutprodukte während des Transfusionsprozesses identifiziert und einander zugeordnet werden können.
Die dokumentierte Architektur umfasst zudem spezielle 13,56-MHz-RFID-Lesegeräte und einen Verifizierungsschritt am Krankenbett, bei dem die Kompatibilität zwischen dem Patienten und der Bluteinheit mithilfe eines RFID-Geräts überprüft wird. Dies zeigt, wie RFID zu einem integralen Bestandteil des Sicherheitsablaufs werden kann und nicht nur als Mittel zur Objektverfolgung dient.
Für die neue Securtrasf-Implementierung bei der ASL Frosinone wurde die detaillierte RFID-Konfiguration noch nicht veröffentlicht.
RFID wird Teil des klinischen Workflows
Das Securtrasf-Projekt zeigt, wie RFID im Gesundheitswesen mehr als nur die Identifizierung und Nachverfolgung unterstützen kann. In diesem Fall wird die Technologie Teil eines klinischen Verifizierungsprozesses, der dabei hilft, Patient, Probe, Blutprodukt und Verfahren in der jeweiligen Phase des Transfusionsablaufs miteinander zu verknüpfen.
Für Krankenhäuser und Systemintegratoren liegt der Mehrwert darin, Patientenidentifikation, Barcode-Überprüfung, Software-Integration und Arbeitsablauflogik in einem koordinierten Prozess zu vereinen. RFID trägt somit direkt dort zur Rückverfolgbarkeit und Prozesssicherheit bei, wo Identifikationsfehler schwerwiegende Folgen haben können.
Die ASL Frosinone bettet die Umsetzung in ihre umfassendere Strategie zur Digitalisierung und zum Lean-Management ein. Die Technologie soll klinische Prozesse effizienter, messbarer und weniger anfällig für Risiken machen. Securtrasf soll ab Oktober 2026 in Betrieb gehen.