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CES 2026: Wenig Rückenwind für RFID – wenige Signale, kaum neue Impulse

  • Veröffentlicht: 12. Januar 2026
  • Lesezeit: 3 min
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Einblick in die RFID-Anwendungen und NFC-Technologien auf der CES 2026 Messe in Las Vegas.
RFID ist auf der CES 2026 (CTA) Randthema – Energieversorgung für Connected Labels rückt stärker in den Fokus. Bildquelle: Think WIoT

Lüneburg, 12. Januar 2026 — Die CES, veranstaltet von der Consumer Technology Association (CTA)®, gilt als consumer-getriebene Leitmesse für neue Produkte, Plattformen und Technologie-Narrative. Gerade deshalb fällt auf: RFID blieb auf der CES 2026 vergleichsweise leise. Es gab keine breite Welle an neuen RFID-Plattformen, Reader-Launches oder „RFID-first“-Showcases – stattdessen tauchte RFID überwiegend am Rand in wenigen, anwendungsgetriebenen Demos auf.

„RFID war auf der CES 2026 eher ein Nebenthema – sichtbar in einzelnen Use-Cases und im Umfeld von Energieversorgung für ‚connected labels‘, aber nicht als eigenständige Innovationswelle. Für eine consumer-getriebene Leitmesse wie die CES ist das ein klares Signal: RFID war diesmal nicht im Zentrum des Messe-Narrativs.“
Anja Van Bocxlaer, Chefredakteurin, Think WIoT

Was es gab: drei RFID-nahe CES-Signale

1. RFID im Reifen: präsent, aber nicht neu

Ein sichtbarer RFID-Punkt war der Automotive-/Mobility-Kontext: eingebettete RFID-Tags im Reifen (Tire Tags) als Baustein für Identifikation, Lifecycle-Management und potenziell Safety-/Sustainability-Prozesse. Das ist allerdings kein neuer CES-Trend, sondern ein Use-Case, der seit längerem bekannt ist – auch in der Think-WIoT-Berichterstattung. Entsprechend wirkte das auf der CES eher wie „Roadmap-Continuity“ als wie ein Durchbruchmoment.

2. Consumer-Signale kamen vor allem über NFC

Im consumer-nahen Bereich zeigte sich RFID primär als NFC (HF-RFID) für Tap-to-Identify / Tap-to-Trigger: eingebettete Tags als Identitätsschicht und Auslöser für Interaktionen in „smart objects“. Das ist relevant für Experience-Design und Produkt-Interaktion, blieb aber klar NFC-getrieben und damit eher Interaktions- als Supply-Chain-RFID.

3. RTLS & Tracking: Multi-Tech-Stacks „denken RFID mit“

Bei Location/Tracking war RFID vor allem als Teil von Multi-Technologie-Plattformen sichtbar: RFID wird dabei weniger als alleinige Ortungstechnologie positioniert, sondern als Identitäts- oder Checkpoint-Layer, der mit präziseren Verfahren (z.B. für Continuous Tracking) zusammenspielt.

Was trotzdem wichtig war: Energieversorgung als indirekter RFID-Treiber

Obwohl RFID selbst nicht „groß“ gespielt wurde, waren auf der CES Enabling-Technologien sichtbar, die mittelfristig RFID-Anwendungen beeinflussen können – insbesondere dort, wo „passiv“ nicht reicht und Active-/Hybrid-Label relevant werden.

Ein Beispiel ist Energy Harvesting, wie es Dracula Technologies für ultrastromsparende, wartungsarme „battery-free“ oder „battery-light“ Konzepte positioniert: Der Bezug zu RFID entsteht dort, wo Harvesting in Smart-Label-Formfaktoren integriert wird, um über reine passive IDs hinauszugehen – etwa für zusätzliche Sensorik, Status-Updates oder erweiterte Funktionalität in Hybrid-Konzepten.

Im Einsatz
LAYER®Vault – OPV-Energie mit Speicher

LAYER®Vault – OPV-Energie mit Speicher

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LAYER®Vault bietet eine effiziente und nachhaltige Lösung zur autonomen Energieversorgung von stromarmen IoT-Geräten durch kombinierte OPV-Erzeugung und Energiespeicherung auf flexibler Folie.

Ebenfalls relevant sind aufladbare Dünnschichtbatterien, wie sie BTRY adressiert: Ultraflache Energiespeicher können Bauhöhe- und Integrationsgrenzen klassischer Batterien umgehen und machen damit Anwendungen realistischer, bei denen RFID/NFC mit Sensorik oder zusätzlichen Features kombiniert wird (z. B. Connected Labels, Smart Cards, aktive Tags).

Im Einsatz
BTRY T150

BTRY T150

Logo BTRY AG

Die BTRY T150 ermöglicht wartungsfreie Energieversorgung für ultradünne BLE‑Etiketten.

In dieses Bild passt auch Zinergy: Gedruckte, flexible Batterien werden häufig in Richtung (semi-)aktiver HF/UHF-RFID-Labels und sensorisierter Label-Use-Cases positioniert – also dort, wo Energieversorgung zum Engpass wird und passive RFID-IDs funktional nicht mehr ausreichen.

Warum die „RFID-Stille“ auf der CES auffällt

Think WIoT bewertet die CES 2026 RFID-seitig als ungewöhnlich zurückhaltend: Auf einer consumer-getriebenen Messe, die Innovation typischerweise über marktfähige Produktstorys skaliert, blieb RFID überwiegend implizit – als Bestandteil von Lösungen, nicht als eigenständiges Innovationsnarrativ.

Weiterführender Hintergrund: Lesen Sie unseren Resource-Artikel zum Thema RFID – mit Grundlagen, Entwicklungslinien (LF/HF/UHF bis hin zu aktiven und hybriden Label-Konzepten) sowie einem Überblick zu typischen Anwendungsfeldern und Design-Entscheidungen.


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Anja Van Bocxlaer