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RFID in der Paketlogistik: UPS treibt Skalierung voran

  • Veröffentlicht: 07. Februar 2026
  • Lesezeit: 3 min
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UPS Paketfahrzeug mit RFID-Reader für automatische Paketidentifikation in der Logistik
RFID am Point of Origin: In den USA werden Pakete in The UPS Store Standorten mit RFID gelabelt – für verbesserte Shipment Visibility von der Abgabe bis zur Zustellung. Bildquelle: UPS

US-Rollout, Europa-Fokus, Kosten und Eco-Gap

UPS baut den Einsatz von RFID (UHF-RFID) entlang der Paketlogistik deutlich aus. In den USA bietet der Carrier RFID-Labels für Sendungen an, die in allen rund 5.500 The UPS Store-Standorten abgegeben werden. Laut UPS werden dort bereits rund 1,3 Millionen Pakete pro Tag am Point of Origin mit RFID versehen, um Transparenz zu erhöhen und Fehlerquoten zu reduzieren.

Parallel hat UPS RFID-Reader in allen US-Package Cars installiert, damit Zustellfahrzeuge Pakete automatisch identifizieren können – ein weiterer Schritt, um manuelle Scan-Prozesse zu reduzieren und die operative Produktivität zu steigern.

„Der Ansatz ist bemerkenswert konsequent: UPS verankert RFID nicht nur in Hubs und Fahrzeugen, sondern bringt die Technologie bis an die Paketannahme in die Filialen“, sagt Anja Van Bocxlaer, Chefredakteurin von Think WIoT. „Für Shipper bedeutet das: mehr Ereignisdichte und weniger Blind Spots – gerade an Übergabepunkten.“

USA: RFID-Labels am Origin und Reader in den Package Cars

UPS positioniert die RFID-Labeling-Fähigkeit in den UPS Stores als Maßnahme zur Verbesserung der Sendungstransparenz und zur Senkung von Defekten. Die RFID-Erkennung in der Zustellflotte soll Abläufe weiter automatisieren und die Effizienz im Zustellprozess erhöhen.

Europa: RFID bei UPS besonders im Healthcare-Kontext sichtbar

In Europa ist RFID bei UPS vor allem im Kontext zeit- und temperatursensibler Healthcare-Sendungen sichtbar. UPS Premier Silver nutzt RFID-Sensortechnologie für „point-in-time / in-network visibility“ sowie priorisierte Behandlung. Ein flächendeckender, öffentlich kommunizierter Rollout von RFID-Labels für „jedes Paket“ im europäischen Standardgeschäft – analog zum US-UPS-Store-Ansatz – ist bislang nicht in gleicher Form bekannt.

Kosten: RFID-Label teurer als Barcode-Label – wer trägt die Mehrkosten?

Die Kostenstruktur ist ein zentraler Faktor für die Skalierung: RFID-Smart-Labels sind pro Stück teurer als reine Barcode-Labels. In der Praxis wird das jedoch meist nicht als separater „RFID-Aufpreis“ an Endkund:innen kommuniziert oder ausgewiesen. Stattdessen fließen zusätzliche Label- und Netzwerkaufwände typischerweise in Tarife, Service-Levels oder Vertragskonditionen ein – also in den Kostenblock des Versenders (Shipper) bzw. in vereinbarte B2B-Konditionen.

Aus Consumer-Sicht gilt daher: RFID ist in der Regel „unsichtbare Infrastruktur“. Die meisten US-Kund:innen haben keine aktive Wahl „RFID vs. Barcode“ und nehmen RFID weniger als Produktfeature wahr, sondern (wenn überhaupt) über bessere Transparenz bei Statusmeldungen oder schnellere Klärung bei Abweichungen.

Indirekt können Mehrkosten über Versandpreise oder Produktkalkulationen zwar an Konsument:innen weitergegeben werden, im Checkout erscheinen sie jedoch üblicherweise nicht als eigene Position.

Im Einsatz
ZD621R/ZD611R RFID-Desktopdrucker

ZD621R/ZD611R RFID-Desktopdrucker

Logo Zebra Technologies

Die ZD621R/ZD611R Drucker kombinieren leistungsstarke Thermodrucktechnik mit integrierter RFID-Codierung und umfassender Sicherheit.

Drucken: Consumer-Flow bleibt barcodebasiert, RFID ist eher Premium

Für Consumer ist die Etikettenerstellung über UPS Online-Tools typischerweise barcodebasiert; eine breit dokumentierte Option „RFID-Label zuhause drucken/encoden“ ist derzeit nicht ersichtlich. RFID-Druck/Equipment ist bei UPS dagegen vor allem in vertraglichen Premium-Setups (z.B. Healthcare/Premier) naheliegend.

Nachhaltigkeit: Keine klare Aussage zu Eco-RFID-Labels im Rollout

Mit steigender RFID-Durchdringung rückt die Umweltfrage in den Fokus: RFID-Smart-Labels kombinieren Papier/Adhäsiv mit Inlay, Antenne und Chip – ein Materialmix, der Recyclingströme beeinflussen kann.

UPS betont in der RFID-Kommunikation vor allem Produktivität, Qualität und Transparenz; konkrete öffentliche Angaben, ob im aktuellen Rollout spezielle Eco-RFID-Labels (z.B. recyclingfreundliche Inlays, Materialdeklarationen oder Entsorgungsleitfäden) eingesetzt werden, sind derzeit nicht klar ausgewiesen.

„Die Skalierung ist beeindruckend – jetzt braucht es die gleiche Konsequenz bei Materialtransparenz und End-of-Life-Guidance“, so Anja Van Bocxlaer. „Wenn RFID in den Massenmarkt geht, müssen RFID-Labels ökologisch verträglich sein – mit klarer Materialdeklaration, recyclinggerechtem Design und belastbarer Entsorgungs- und Recyclingführung.“


Kontakt- und Firmeninformationen

Veröffentlicht von
Think WIoT
Kontakt:
Anja Van Bocxlaer