HID-Studie: PKI steht vor neuen Anforderungen durch KI und Automatisierung
HID hat eine neue Marktstudie veröffentlicht, in der untersucht wird, wie Unternehmen ihre Strategien zur Public-Key-Infrastruktur (PKI) als Reaktion auf den rasanten technologischen Wandel anpassen.
Der Bericht „PKI im Zeitalter von KI und Automatisierung“ basiert auf Erkenntnissen von mehr als 300 IT- und Sicherheitsverantwortlichen in den Vereinigten Staaten und Europa. Er verdeutlicht einen klaren Wandel: PKI ist nicht mehr nur eine Sicherheitsschicht im Hintergrund. Sie entwickelt sich zu einer strategischen Grundlage für digitales Vertrauen in zunehmend automatisierten und vernetzten Umgebungen.
Automatisierung rückt in den Mittelpunkt der PKI-Strategie
Da die Lebenszyklen von Zertifikaten immer kürzer werden, stößt die manuelle Verwaltung an ihre Grenzen. Einer der Hauptgründe dafür ist die vom CA Browser Forum geplante Verkürzung der Gültigkeitsdauer von TLS-Zertifikaten von derzeit 398 Tagen auf nur noch 47 Tage bis zum Jahr 2029.
Transport Layer Security-Zertifikate sichern verschlüsselte Verbindungen zwischen Websites, Anwendungen und vernetzten Systemen. Angesichts kürzerer Laufzeiten müssen Unternehmen häufigere Erneuerungen bewältigen. Dadurch wird Automatisierung nicht mehr optional, sondern unverzichtbar.
Laut der Studie:
automatisieren bereits 67 % der Unternehmen ihre Zertifikatserneuerungsprozesse
planen 61 % innerhalb der nächsten 24 Monate Investitionen in die PKI-Automatisierung
Automatisierung reduziert menschliche Fehler und ermöglicht es Unternehmen, das Zertifikatsmanagement über komplexe Umgebungen hinweg zu skalieren. Dies ist besonders relevant für IoT-Infrastrukturen und KI-gesteuerte Systeme, in denen die Anzahl der Identitäten weiterhin rapide wächst.
PKI as a Service gewinnt an Dynamik, doch Hybridmodelle dominieren
Cloud-basierte PKI-Modelle gewinnen an Bedeutung, doch die Akzeptanz ist nach wie vor differenziert.
Während:
76 % der Unternehmen Cloud-Komponenten in ihrer PKI nutzen
verlassen sich nur 23 % vollständig auf cloudbasierte PKI-Implementierungen
bevorzugen viele große Unternehmen hybride Ansätze, die die Flexibilität der Cloud mit der Kontrolle vor Ort verbinden. Dies spiegelt einen allgemeinen Trend wider. Unternehmen ersetzen bestehende PKI-Systeme nicht vollständig. Sie erweitern sie, um Skalierbarkeit und Automatisierung zu unterstützen.
PKI as a Service vereinfacht den Betrieb, da keine dedizierte Hardware mehr erforderlich ist und gleichzeitig die automatisierte Ausstellung, Erneuerung und Sperrung von Zertifikaten ermöglicht wird. Gleichzeitig beeinflussen Sicherheits-, Compliance- und Kontrollanforderungen weiterhin die Bereitstellungsentscheidungen, insbesondere in groß angelegten Umgebungen.
Compliance wird zu einem zentralen Geschäftstreiber
Regulatorischer Druck entwickelt sich zu einem der stärksten Katalysatoren für die Einführung von PKI.
Rahmenwerke wie die DSGVO, der Cyber Resilience Act, NIS2 und HIPAA zwingen Unternehmen dazu, ihre Identitäts- und Verschlüsselungsstrategien zu stärken. Die Studie zeigt, dass PKI zunehmend mit Geschäftsergebnissen verknüpft ist:
45 % der Führungskräfte nennen Compliance als primäres PKI-Ziel
39 % erfassen Compliance als formellen KPI
Dieser Wandel deutet darauf hin, dass PKI nicht mehr nur als rein technische Anforderung betrachtet wird. Es ist nun ein messbarer Faktor für das Risikomanagement und die operative Resilienz.
Die Bereitschaft für Post-Quantum-Kryptografie bleibt begrenzt
Quantencomputing stellt eine langfristige, aber kritische Bedrohung für aktuelle Verschlüsselungsstandards dar. Es ist zu erwarten, dass Angreifer bereits heute verschlüsselte Daten sammeln, um sie in Zukunft entschlüsseln zu können.
Trotzdem gehen Unternehmen vorsichtig vor:
12 % testen aktiv Post-Quantum-Kryptografie
25 % entwickeln interne Strategien
37 % beobachten die Entwicklungen
Die Komplexität des Übergangs zu quantenresistenter Kryptografie bleibt ein großes Hindernis. Größere Unternehmen, insbesondere solche mit mehr als 50.000 Mitarbeitern, sind Vorreiter bei der frühzeitigen Einführung und führen Pilotprojekte durch, um sich auf die zukünftige Migration vorzubereiten.
KI-Agenten führen eine neue Identitätsebene ein
Eine der zukunftsweisendsten Erkenntnisse der Studie ist das Aufkommen von KI-Agenten als neue Kategorie digitaler Identitäten.
Da die Kommunikation zwischen Maschinen zunimmt, wird die Sicherung der Interaktionen zwischen KI-Systemen entscheidend. Die Studie berichtet:
34 % der Unternehmen identifizieren KI-Agenten-Zertifikate als einen wichtigen Trend
Dies spiegelt den wachsenden Bedarf wider, PKI über traditionelle Nutzer und Geräte hinaus auf autonome Systeme auszuweiten. In Umgebungen, in denen KI-Agenten mit anderen Diensten, Plattformen oder Geräten interagieren, werden vertrauenswürdige Identitäten für die Aufrechterhaltung eines sicheren Betriebs unerlässlich.
PKI als strategischer Wegbereiter für die nächste Phase der Konnektivität
Die Ergebnisse unterstreichen einen umfassenderen Wandel. PKI entwickelt sich zu einem zentralen Wegbereiter für digitale Ökosysteme, die von IoT, KI und Automatisierung geprägt sind.
Kürzere Zertifikatslebenszyklen, steigende regulatorische Anforderungen und neue Bedrohungen wie Quantencomputing zwingen Unternehmen dazu, ihren Ansatz zu überdenken. Automatisierung, hybride Bereitstellungsmodelle und neue Identitätsframeworks werden zu wesentlichen Bestandteilen moderner PKI-Strategien.
Für Unternehmen, die in vernetzten Umgebungen tätig sind, insbesondere in IoT-Bereitstellungen, werden skalierbare und automatisierte PKI-Infrastrukturen zunehmend entscheidend für die Aufrechterhaltung von Sicherheit, Compliance und Betriebskontinuität.
Die vollständige Marktstudie liefert zusätzliche Daten und eine tiefergehende Analyse dieser Entwicklungen.
Lesen und laden Sie die Studie hier herunter: https://www.hidglobal.com/resources/public-key-infrastructure-pki-age-ai-and-automation