Keine Wireless-Innovation unter den Nominierten des HERMES AWARD 2026
Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg stehen auf der Shortlist der HANNOVER MESSE
Die Jury des HERMES AWARD 2026 hat drei Unternehmen für den renommierten Industriepreis der HANNOVER MESSE nominiert: Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg. Der Gewinner wird bei der Eröffnung der Messe am 19. April 2026 bekannt gegeben. Die Preisverleihung übernimmt Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die HANNOVER MESSE 2026 findet vom 20. bis 24. April in Hannover statt.
Der HERMES AWARD zählt zu den wichtigsten Industrieauszeichnungen weltweit. Prämiert werden Produkte und Lösungen mit hohem technologischem Innovationsgrad, wobei auch Marktreife und Wirtschaftlichkeit eine zentrale Rolle spielen. Die unabhängige Jury steht unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.
Während drahtlose Kommunikation, industrielle Konnektivität und funkbasierte Identifikations- und Sensortechnologien in vielen Branchen eine wichtige Rolle spielen, setzt die Shortlist 2026 andere Akzente. Nominiert wurden Lösungen aus den Bereichen Mikrofluidik, Robotik-Aktuatorik und Antriebstechnik ohne Seltene Erden.
Drei Nominierte, drei Technologieschwerpunkte
Festo wurde für hochintegrierte Manifolds nominiert. Dabei handelt es sich um mehrlagige Kunststoff-Verteilerplatten, die Flüssigkeiten steuern, dosieren, mischen und sensorisch erfassen können.
Die technische Besonderheit liegt in der Kombination aus fein strukturierten Mikrokanälen, integrierten Ventil- und Dosierelementen sowie direkt eingebetteten sensorischen Messpunkten. Die Lösung ist auf Anwendungen in Biotechnologie, Medizintechnik und Halbleiterfertigung ausgerichtet.
Schaeffler ist mit einer Plattform für hochintegrierte Aktuatoren nominiert, die speziell für die Gelenke humanoider Roboter entwickelt wurde. Die Plattform kombiniert Servo-Elektromotoren mit integrierter Leistungselektronik und Encodern und kann je nach Anforderung mit verschiedenen Getriebevarianten ausgestattet werden. Im Fokus standen ein möglichst geringer Bauraum und ein hohes Dauer-Drehmoment. Die Lösung soll die Servicerobotik wirtschaftlicher skalierbar machen.
Ziehl-Abegg wurde für eine elektrische Aufzugssynchronmaschine nominiert, die ohne Magnete aus Seltenen Erden auskommt und dennoch eine hohe Leistung bietet. Statt kritischer Rohstoffe wie Neodym oder Dysprosium setzt das Unternehmen auf Ferritmagnete. Das neue Motordesign soll hohe Drehmomentdichte, Laufruhe und Energieeffizienz ermöglichen und zugleich die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen verringern.
Andere Akzente als Wireless IoT
Die drei Nominierten greifen laut Jury gesellschaftliche und industrielle Herausforderungen auf – von der kostengünstigeren Herstellung von Medizinprodukten über Automatisierung und Robotik bis hin zum Ersatz kritischer Materialien.
Die Shortlist 2026 setzt damit klare Schwerpunkte auf tief integrierte Hardware-Innovationen, mechatronische Systeme und Materialsubstitution.
Für das Publikum von Think WIoT bleibt damit eine klare Beobachtung: Unter den Nominierten des HERMES AWARD 2026 befindet sich keine Wireless-Technologie-Innovation. Gerade in einem industriellen Umfeld, in dem vernetzte Sensorik, RFID, BLE, RTLS und drahtlose Kommunikation zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist das ein bemerkenswertes Signal.
Die diesjährige Auswahl zeigt damit nicht nur, welche Technologien aktuell im Fokus stehen, sondern auch, welche Innovationsfelder diesmal nicht auf der finalen Bühne vertreten sind.