ETSA fordert stärkere EU-Unterstützung für zirkuläre Textilservices
Ein gesponserter Beitrag der European Textile Services Association (ETSA), der auf Politico veröffentlicht wurde, hebt Textildienstleistungen als bewährtes Kreislaufmodell hervor, das bereits europaweit in großem Maßstab umgesetzt wird.
Textildienstleistungen sollten eine stärkere Rolle in der europäischen Kreislaufwirtschaftsstrategie spielen. Dies ist die zentrale Botschaft eines gesponserten Beitrags der European Textile Services Association (ETSA), der kürzlich auf Politico veröffentlicht wurde.
Laut ETSA liefert die Branche bereits viele der von der EU-Politik angestrebten Ergebnisse: verlängerte Produktlebenszyklen, reduzierter Materialverbrauch, weniger Abfall und widerstandsfähigere lokale Wertschöpfungsketten.
Der Verband argumentiert, dass diese dienstleistungsbasierten Modelle daher in künftigen Rechtsvorschriften deutlicher anerkannt werden sollten.
In ganz Europa versorgen industrielle Wäschereien Krankenhäuser, Hotels, Restaurants, die pharmazeutische Produktion und industrielle Umgebungen mit wiederverwendbaren Textilien. Dazu gehören Krankenhauswäsche, wiederverwendbare OP-Kittel, Arbeitskleidung, Bettwäsche und Hygieneartikel.
Obwohl oft übersehen, sind diese Dienstleistungen für den täglichen Betrieb unverzichtbar. Die ETSA weist darauf hin, dass viele Krankenhäuser und Hotels ohne eine kontinuierliche Versorgung mit hygienisch aufbereiteten Textilien innerhalb weniger Tage vor einer Unterbrechung des Betriebs stünden.
Zirkularität durch servicenahe Modelle
Im Zentrum des Sektors steht ein auf Wiederverwendung basierendes Modell. Textilien werden gewaschen, gepflegt, repariert und so lange wie möglich wiederverwendet. Dies reduziert Abfall und senkt den Bedarf an neuen Rohstoffen, während gleichzeitig lokale Arbeitsplätze und Infrastruktur gefördert werden.
Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und Risiken in der Lieferkette positioniert die ETSA diese Modelle als Beitrag nicht nur zur Nachhaltigkeit, sondern auch zur europäischen Widerstandsfähigkeit und strategischen Autonomie.
Öffentliche Beschaffung als Hebel
Ein Schwerpunkt des Beitrags liegt auf der öffentlichen Beschaffung. Die ETSA argumentiert, dass erhebliche öffentliche Ausgaben nach wie vor lineare und Einwegsysteme unterstützen und damit den Fortschritt in Richtung der Ziele der Kreislaufwirtschaft verlangsamen.
Angesichts der Überarbeitung der EU-Vergabevorschriften fordert der Verband eine verbindliche umweltorientierte öffentliche Beschaffung in allen Mitgliedstaaten. Er betont zudem die Notwendigkeit, Leasing- und „Product-as-a-Service“-Modelle zu fördern, anstatt sich ausschließlich auf das Eigentum zu konzentrieren.
Darüber hinaus setzt sich die ETSA für die Lebenszykluskostenrechnung als Standardkriterium ein. Dies würde sicherstellen, dass die ökologische und soziale Leistung über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg bewertet wird und nicht nur zum Zeitpunkt des Kaufs.
Langlebigkeit vor Recycling
Die ETSA betont zudem, dass die Politik der Kreislaufwirtschaft der Langlebigkeit von Produkten Vorrang einräumen sollte. Das nachhaltigste Produkt, so argumentiert der Verband, ist dasjenige, das am längsten im Einsatz bleibt.
Gleichzeitig investiert die Branche in Recyclinglösungen. ETSA-Mitglieder entwickeln Verfahren, um Alttextilien in recycelte Fasern für Anwendungen wie Dämmstoffe und industrielle Zwecke umzuwandeln, mit dem langfristigen Ziel, Kreislaufsysteme voranzutreiben.
Ein bewährtes Modell aus Europa
Die Botschaft der ETSA ist klar: Textildienstleistungen sind kein neues Konzept, sondern eine skalierbare europäische Lösung, die bereits in der Praxis für Kreislaufwirtschaft sorgt.
Durch die Anerkennung und Förderung dienstleistungsbasierter Wiederverwendungsmodelle in künftigen Rechtsvorschriften könnte die EU ihre Nachhaltigkeitsziele beschleunigen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit stärken sowie die Abhängigkeit von externen Ressourcen verringern.