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Access Network Metrics: WBA verbessert Wi-Fi-Qualität in Echtzeit

  • Veröffentlicht: 25. März 2026
  • Lesezeit: 3 min
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Illustration von WBA Access Network Metrics zur WLAN-Qualitätskontrolle in Echtzeit
Von links nach rechts: Mark Hamilton (Ruckus Networks), Stuart Strickland (HPE), Joey Padden (Helium) und Josh Redmore (CableLabs) – bei der Vorführung der Echtzeit-Entscheidungsfindung im Bereich QoE (Quality of Experience) auf der WBA-Mitglieder-Arbeitssitzung 2025. Bildquelle: Wireless Broadband Alliance

Die Qualität von Wi-Fi-Verbindungen war lange schwer vorhersehbar – insbesondere in öffentlichen, Gast- und Roaming-Szenarien. Mit Access Network Metrics (ANM) treibt die Wireless Broadband Alliance (WBA) nun einen Ansatz voran, der es Identity Providern ermöglicht, die Netzwerkqualität bereits beim Verbindungsaufbau in Echtzeit zu bewerten und zu steuern.

In einem aktuellen Blogbeitrag beschreibt Pedro Mouta, Senior Manager bei der Wireless Broadband Alliance, wie sich Wi-Fi damit stärker an die Betriebsmodelle von Mobilfunknetzen annähert. Ziel ist es, Vertrauen in Wi-Fi zu erhöhen und es gezielter für Offloading und Konnektivitätsstrategien einzusetzen.

Begrenzte Sichtbarkeit trotz Passpoint

Auch wenn Passpoint (Hotspot 2.0) automatische und sichere Wi-Fi-Verbindungen ermöglicht, hatten Betreiber und Identity Provider bislang nur eingeschränkte Einblicke in die tatsächliche Netzwerkqualität zum Zeitpunkt der Verbindung. Diese fehlende Transparenz hat das Vertrauen begrenzt – insbesondere dort, wo die Nutzererfahrung entscheidend ist und schlechte Wi-Fi-Leistung negativ auf den Betreiber zurückfallen kann.

OpenRoaming bringt Skalierung

OpenRoaming ist ein globales Framework, das nahtloses und sicheres Wi-Fi-Roaming über verschiedene Netzwerke hinweg ermöglicht, ohne dass individuelle Vereinbarungen zwischen Anbietern notwendig sind. Es löst das Skalierungsproblem, indem es Passpoint mit Dynamic Peer Discovery und RadSec in einem föderierten Modell kombiniert.

Laut WBA ist OpenRoaming mittlerweile breit in Access Points und Controller-Plattformen integriert, was die Verbreitung und Nutzung deutlich erleichtert. Dennoch blieb eine zentrale Frage offen: Wie lässt sich die Qualität eines Netzwerks im Voraus bewerten?

ANM schafft Transparenz in Echtzeit

Genau hier setzt Access Network Metrics an. ANM ermöglicht es, Leistungsdaten eines Netzwerks über RADIUS und das sogenannte Connect-Info-Attribut zu übertragen. Diese Daten können sowohl aktuelle als auch historische Informationen umfassen und werden direkt beim Verbindungsversuch bereitgestellt.

Damit entsteht erstmals die Möglichkeit, Wi-Fi-Verbindungen nicht nur automatisch herzustellen, sondern auch qualitativ zu bewerten, bevor sie zustande kommen.

Echtzeit-Entscheidungen statt nachträglicher Analyse

Für Betreiber bedeutet das einen grundlegenden Wandel. Der AAA-Server kann anhand der übermittelten Metriken sofort entscheiden, ob eine Verbindung zugelassen oder abgelehnt wird.

Ist die Qualität unzureichend – etwa bei zu schwachem Signal – kann die Verbindung abgewiesen werden. Verbessern sich die Bedingungen, wird der Zugang freigegeben. Wi-Fi wird damit erstmals aktiv gesteuert, anstatt nur passiv genutzt zu werden.

Von der Idee zur Umsetzung

Bei einer Demonstration im Rahmen eines WBA-Events in Paris wurde gezeigt, wie Netzwerke in Echtzeit Metriken übermitteln und Identity Provider darauf unmittelbar reagieren.

Die Entwicklung von ANM erfolgte in mehreren Phasen:

  • 2023: Definition von Anforderungen und Metriken

  • 2024: Standardisierung der Datenübertragung über RADIUS

  • 2026: Validierung durch reale Deployments und Live-Demos

Mehr Vertrauen in Wi-Fi-Offloading

Ein entscheidender Effekt von ANM ist die steigende Attraktivität von Wi-Fi für Betreiber. Wenn Netzwerkqualität kontrollierbar und sichtbar wird, steigt die Bereitschaft, Wi-Fi gezielt für Offloading und ergänzende Konnektivität zu nutzen.

Besonders relevant ist das für Public Wi-Fi, Guest Networks und Managed und Wholesale Roaming.

Wi-Fi wird steuerbar

Mit Access Network Metrics entwickelt sich Wi-Fi von einer offenen, schwer kontrollierbaren Infrastruktur zu einem System mit klaren Qualitätsmechanismen.

Für Betreiber, Plattformanbieter und Infrastrukturhersteller bedeutet das:
Wi-Fi kann künftig nicht nur verbinden, sondern aktiv gesteuert werden – auf Basis von Echtzeitdaten und klar definierten Qualitätskriterien.

Weitere Einblicke bietet der Originalbeitrag „Access Network Metrics (ANM): Real-Time QoE Decision by Identity Provider“ von Pedro Mouta auf wballiance.com.


Kontakt- und Firmeninformationen

Veröffentlicht von
Think WIoT
Kontakt:
Anja Van Bocxlaer