- A-BRID ermöglicht die Verarbeitung von Druckdaten direkt im Gerät und erleichtert die Integration in automatisierte Produktionslinien.
- Der Print Data Converter erlaubt das Anpassen und Ergänzen von Druckdaten ohne Änderungen an den übergeordneten Produktionssystemen.
- BX-Drucker mit A-BRID unterstützen verschiedene Kennzeichnungsverfahren einschließlich Barcode, QR-Code und optional RFID.
- Zentrale Verwaltung und Überwachung der Druckinfrastruktur ist über die e-BRIDGE CloudConnect Plattform möglich.
Die A-BRID-Plattform von Toshiba Tec verbindet industrielle Etikettendrucker mit automatisierten Produktionsprozessen. Integrierte Datenverarbeitung, flexible Schnittstellen und Barcode- sowie RFID-Funktionen erleichtern die Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit in Fertigung und Logistik.
Industrielle Kennzeichnung als Bestandteil der Fabrikautomation
In automatisierten Fertigungsprozessen werden Werkstücke, Komponenten, Materialien und Transportbehälter an zahlreichen Stationen identifiziert. Barcodes, QR-Codes und RFID-Transponder verknüpfen die physischen Objekte mit digitalen Informationen aus Produktion, Logistik und Warenwirtschaft.
Die Kennzeichnung erfolgt häufig unmittelbar an der Produktionslinie. Ein ERP-System stellt Auftrags- und Artikeldaten bereit, ein Manufacturing Execution System (MES) ergänzt Fertigungsinformationen und ein industrieller Etikettendrucker erstellt daraus die benötigten Kennzeichnungen.
Gerade in gewachsenen Produktionsumgebungen ist die Integration allerdings nicht immer einfach. Unterschiedliche Druckersprachen, proprietäre Datenformate und ältere Softwaregenerationen erschweren den Austausch von Drucksystemen oder die Anpassung von Etiketten.
Die Betriebssystemplattform A-BRID von Toshiba Tec wurde für die neue Generation der industriellen BX-Barcode- und Etikettendrucker entwickelt. Im November 2024 stellte Toshiba den BX410T als erstes Modell mit A-BRID vor. Inzwischen bildet die Plattform die Grundlage der BX-Druckerfamilie mit unterschiedlichen Druckbreiten und Ausstattungen.
Die neue Architektur verbindet leistungsfähige Druckerhardware mit integrierter Software zur Datenverarbeitung, Kommunikation und Prozesssteuerung. Dadurch können BX-Drucker zusätzliche Aufgaben direkt an der Produktionslinie übernehmen und flexibler mit vorhandenen Systemen zusammenarbeiten.
A-BRID verbindet Drucksteuerung und Datenverarbeitung
Das technische Fundament von A-BRID bildet eine Dual-Core-Architektur mit zwei Betriebssystemen. Ein Echtzeitbetriebssystem steuert die zeitkritischen Druckfunktionen, während eine Linux-basierte Umgebung Anwendungen, Datenverarbeitung und Kommunikationsaufgaben ausführt.
Diese Trennung ermöglicht es, zusätzliche Funktionen bereitzustellen, ohne die eigentliche Drucksteuerung zu beeinträchtigen.
Die Plattform bietet unter anderem:
PDF-Direktdruck: PDF-Dateien werden ohne zusätzliche Konvertierungssoftware verarbeitet, automatisch skaliert und ausgerichtet.
Automatische Druckersprachenerkennung: Verschiedene Druckersprachen werden erkannt und emuliert, sodass bestehende Anwendungen weiterverwendet werden können.
Print Data Converter: Eingehende Druckdaten lassen sich direkt im Drucker verändern, ergänzen oder konvertieren.
Embedded Applications: Integrierte Anwendungen ermöglichen eigenständige Druckabläufe, beispielsweise mit angeschlossenen Barcode-Scannern.
Cloud-Management: Drucker lassen sich über e-BRIDGE CloudConnect oder kompatible Managementlösungen zentral überwachen und verwalten.
Für die Fabrikautomation ist besonders die Kombination aus Datenkonvertierung, flexibler Systemanbindung und lokaler Verarbeitung relevant. Sie ermöglicht Anpassungen an Kennzeichnungsprozessen, ohne dafür immer die zentrale Produktionssoftware ändern zu müssen.
Bestehende Produktionssysteme ohne aufwendige Umstellung anbinden
In vielen Fertigungsbetrieben laufen Etikettendrucker über Jahre hinweg mit speziell entwickelten Schnittstellen und Druckvorlagen. Ein Gerätewechsel kann deshalb Änderungen an ERP-Anwendungen, Produktionssoftware oder Druckertreibern erforderlich machen.
A-BRID unterstützt die automatische Erkennung und Emulation gängiger Druckersprachen. Dadurch lassen sich neue BX-Drucker unter geeigneten Voraussetzungen in bestehende Infrastrukturen integrieren, ohne sämtliche Druckanwendungen anpassen zu müssen.
Auch der direkte PDF-Druck vereinfacht die Systemanbindung. Etikettenlayouts können aus geeigneten Anwendungen unmittelbar als PDF übertragen werden. Zusätzliche Konvertierungsprogramme sind dafür nicht erforderlich.
Eine besonders interessante Funktion für die industrielle Produktion ist der Print Data Converter.
Er verändert eingehende Druckdaten direkt im Gerät. Unternehmen können beispielsweise zusätzliche Datenfelder integrieren, Etikettenlayouts anpassen oder QR-Codes ergänzen, ohne dafür die Druckdaten erzeugende Anwendung neu programmieren zu müssen.
Das bietet Vorteile, wenn ältere Produktionssysteme nur eingeschränkt verändert werden können oder Softwareanpassungen aufwendige Test- und Freigabeprozesse auslösen würden.
Auch bei standortübergreifenden Produktionsnetzwerken kann die Funktion helfen, einheitliche Kennzeichnungsanforderungen umzusetzen, obwohl unterschiedliche Softwarelösungen eingesetzt werden.
Barcode und RFID für die automatisierte Identifikation
Barcodes und QR-Codes ermöglichen die optische Identifikation. RFID ergänzt diese Verfahren durch kontaktlose Datenerfassung ohne direkte Sichtverbindung.
Die Toshiba-BX-Drucker unterstützen unterschiedliche Kennzeichnungsverfahren. Abhängig vom Modell können sie mit RFID-Modulen ausgestattet werden, um Smart Labels zu bedrucken und ihre Transponder zu codieren.
Beim BX410T sind beispielsweise optionale Module für UHF-RFID nach EPC Gen2 sowie HF-RFID nach ISO 15693 und ISO 14443 Typ A verfügbar.
Damit lassen sich Etiketten herstellen, die sowohl gedruckte Informationen als auch einen elektronischen Identifikator enthalten. Solche Kombinationen sind insbesondere in Produktionsumgebungen interessant, in denen visuelle Kennzeichnungen und automatische RFID-Lesesysteme parallel verwendet werden.
Mögliche Anwendungen sind die Kennzeichnung von Werkstückträgern, die Rückverfolgung von Produktionschargen, die Identifikation von Verpackungseinheiten sowie die automatisierte Erfassung von Materialbewegungen.
Der BX410T verfügt über einen integrierten RFID-Analysator, der die optimale Position für das Lesen und Codieren der Transponder ermittelt. Das vereinfacht die Einrichtung unterschiedlicher RFID-Etiketten und erhöht die Zuverlässigkeit der Codierung.
Für Unternehmen, die bisher ausschließlich Barcodes einsetzen, eröffnet dies die Möglichkeit, zusätzliche RFID-Prozesse in ihre Kennzeichnungsinfrastruktur zu integrieren.
Automatisierte Etikettierung direkt an der Produktionslinie
Ein typischer Einsatzbereich industrieller Drucksysteme ist die Kennzeichnung am Ende einer Fertigungs- oder Verpackungslinie.
Sobald ein Produkt einen bestimmten Produktionsschritt abgeschlossen hat, werden die erforderlichen Kennzeichnungsdaten bereitgestellt. Dazu gehören beispielsweise Artikelnummer, Produktionscharge, Seriennummer, Herstellungsdatum oder auftragsspezifische Angaben.
Der BX-Drucker verarbeitet die übermittelten Daten und erstellt das Etikett. Die anschließende Applikation kann automatisiert erfolgen.
Toshiba bietet hierfür unter anderem die APLEX-Applikatorlösung an, die mit geeigneten BX-Druckern kombiniert werden kann. Druck und Etikettenapplikation lassen sich damit innerhalb einer Produktionsstation zusammenführen.
Mit den integrierten Anwendungen der A-BRID-Plattform lassen sich Druckvorgänge auch direkt am Gerät steuern. Beispielsweise können Mitarbeiter einen Barcode scannen oder Daten über eine angeschlossene Tastatur eingeben. Der Drucker verarbeitet diese Informationen und erstellt automatisch das passende Etikett – ohne zusätzlichen Computer.
Das vereinfacht den Aufbau kompakter Kennzeichnungsstationen und reduziert die Anzahl zusätzlicher Rechner und Softwarekomponenten an der Produktionslinie.
Druckerinfrastruktur zentral überwachen und verwalten
In größeren Fertigungsbetrieben werden industrielle Etikettendrucker häufig über mehrere Produktionshallen, Logistikbereiche oder Standorte verteilt eingesetzt.
Die einheitliche Verwaltung dieser Geräte gewinnt mit zunehmender Automatisierung an Bedeutung.
A-BRID unterstützt das zentrale Gerätemanagement über Toshiba e-BRIDGE CloudConnect. Darüber können Administratoren unter anderem Betriebsinformationen abrufen, Gerätekonfigurationen verwalten und Firmwareupdates durchführen.
Auch die Übertragung bestehender Konfigurationen auf weitere Geräte wird unterstützt.
Für Produktionsunternehmen mit zahlreichen Druckstationen erleichtert dies die Standardisierung und den Austausch von Geräten. Neue Standorte oder Produktionslinien können mit vorhandenen Einstellungen eingerichtet werden.
Die zentrale Verwaltung unterstützt zudem die Wartung, weil relevante Geräteinformationen verfügbar sind, ohne jeden Drucker einzeln vor Ort prüfen zu müssen.
Damit lassen sich industrielle Drucksysteme stärker in die übergreifende Verwaltung und Instandhaltung der Produktionsinfrastruktur einbeziehen.
Digitaler Produktpass: Neue Kennzeichnungsanforderungen in bestehende Abläufe integrieren
Mit dem europäischen Digitalen Produktpass (DPP) entstehen neue Anforderungen an die Bereitstellung und Verknüpfung produktbezogener Informationen.
Abhängig von der jeweiligen Produktgruppe und den geltenden Vorschriften müssen Produkte künftig über geeignete maschinenlesbare Datenträger mit digitalen Informationen verbunden werden können.
Für die industrielle Fertigung bedeutet dies, dass vorhandene Kennzeichnungsprozesse teilweise erweitert werden müssen. Bestehende Etiketten benötigen möglicherweise zusätzliche QR-Codes, eindeutige Identifikatoren oder Verweise auf digitale Produktdatensätze.
Auch für neue Kennzeichnungsanforderungen im Zusammenhang mit dem Digitalen Produktpass bietet Toshiba A-BRID entsprechende Funktionen. Der integrierte Print Data Converter ermöglicht es, bestehende Etikettenlayouts um QR-Codes und zusätzliche Produktinformationen zu erweitern, ohne die zugrunde liegenden ERP- oder Produktionssysteme verändern zu müssen.
Wie sich zusätzliche QR-Codes für den Digitalen Produktpass in bestehende Etikettierprozesse integrieren lassen, zeigt Toshiba Tec in einem praxisorientierten A-BRID-Videotutorial.
Für automatisierte Produktionslinien ist diese Flexibilität besonders relevant. Neue Kennzeichnungsanforderungen lassen sich auf der Druckerebene berücksichtigen, während etablierte Datenflüsse und Produktionsprozesse weitgehend erhalten bleiben.
Auch bei Produkten, die bereits serialisiert oder mit Barcodes beziehungsweise RFID-Transpondern gekennzeichnet werden, können zusätzliche Identifikationsmerkmale integriert werden.
Die BX-Druckerserien verbinden damit bestehende industrielle Kennzeichnungsverfahren mit neuen Anforderungen an die digitale Produktidentifikation.
Die vollständige Umsetzung eines Digitalen Produktpasses umfasst darüber hinaus die Bereitstellung und Verwaltung der erforderlichen Produktdaten. A-BRID unterstützt den dafür notwendigen physischen Kennzeichnungsprozess.
Fazit: Intelligente Etikettendrucker für die vernetzte Produktion
Mit A-BRID integriert Toshiba Tec Datenverarbeitung, flexible Systemanbindung und zentrale Geräteverwaltung in seine industriellen BX-Drucker. Die Plattform erleichtert die Automatisierung von Kennzeichnungsprozessen und ermöglicht Anpassungen direkt am Drucker, ohne umfangreiche Änderungen an bestehenden IT-Systemen.
Barcode- und optionale RFID-Funktionen unterstützen die Identifikation und Rückverfolgbarkeit in Fertigung und Logistik. Auch neue Kennzeichnungsanforderungen für den Digitalen Produktpass lassen sich damit in bestehende Produktionsabläufe integrieren.
Weiterführende Informationen und Videos zu Toshiba A-BRID
Toshiba Tec zeigt, wie sich mit A-BRID bestehende Etikettenlayouts um QR-Codes erweitern und neue Kennzeichnungsanforderungen für den Digitalen Produktpass in automatisierte Produktionsprozesse integrieren lassen.