- Der TomKat KoolPak ist bis zu 25 Mal wiederverwendbar und erreicht dadurch Kostengleichheit mit Einweg-Polystyrolboxen.
- Drei batterielose NFC-Temperatursensor-Tags ermöglichen eine temperaturüberwachte Transportkontrolle ohne Öffnen der Verpackung.
- Das nachhaltige Verpackungssystem ist effizient stapelbar, bietet 25 % mehr Fassungsvermögen und antibakterielle Innenauskleidung.
- Durch NFC-Technologie wird eine zuverlässige Rückverfolgbarkeit und Manipulationssicherheit entlang der Kühlkette gewährleistet.
Temperaturempfindliche Produkte wie verderbliche Lebensmittel und Arzneimittel sind während des Transports am stärksten gefährdet. Die Aufrechterhaltung niedriger Temperaturen ohne Unterbrechung kann eine Herausforderung sein.
Bislang war es nicht einfach, Echtzeitinformationen über den Status jeder Sendung zu erhalten und Unterbrechungen in der Kühlkette frühzeitig zu erkennen, um negative Auswirkungen auf die Produktqualität zu vermeiden.
Das TomKat KoolPak, das drei NFC-Tags verwendet, adressiert und behebt dieses Problem.
Umweltfreundliche Verpackung
Polystyrolverpackungen für Meeresfrüchte
Viele Branchen verlassen sich beim Transport vor allem auf Polystyrolboxen, um ihre Produkte zu schützen. Diese Boxen sind zwar billig, leicht und thermisch effektiv, aber sie sind nur für den einmaligen Gebrauch konzipiert und stellen daher eine enorme Belastung für die Umwelt dar. Insbesondere die Fischindustrie ist dafür verantwortlich, dass jedes Jahr etwa eine halbe Milliarde Einweg-Polystyrolboxen für Fisch auf Deponien landen und die Ozeane verschmutzen.
Da das Bewusstsein für die ökologischen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Risiken von Einweg-Kunststoffprodukten zunimmt, verzichten Regierungen weltweit zunehmend auf Polystyrolverpackungen und setzen stattdessen auf nachhaltigere und umweltfreundlichere Alternativen.
Bis vor kurzem gab es jedoch keine brauchbaren Ersatzprodukte auf dem Markt, die mit den Eigenschaften von Polystyrol mithalten konnten. Viele derzeit verwendete recycelbare Produkte basieren nicht nur auf biologischer Abbaubarkeit, was mit eigenen Umweltproblemen verbunden ist, sondern sind auch Einwegprodukte und weder thermisch effizient noch stapelbar und haltbar genug, um den Verlust an Lagerplatz auszugleichen.
Um den Einsatz von Polystyrol in der Industrie zu reduzieren und mehr Transparenz während des gesamten Transportprozesses zu schaffen, ohne dabei die Kosteneffizienz und die thermische Leistung zu beeinträchtigen, hat das australische Unternehmen TomKat Global Solutions ein eigenes Verpackungssystem entwickelt: das TomKat KoolPak.
Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus
Der größte Vorteil des KoolPak ist seine Nachhaltigkeit. Eine Lebenszyklusanalyse zeigt, dass jeder Behälter problemlos mehr als zehnmal verwendet werden kann, wobei einige Versuche sogar eine noch höhere Wiederverwendungsrate von bis zu mehr als 20 Mal ergaben.
Das bedeutet, dass es schon nach wenigen Verwendungen kostengleich mit einer vergleichsweise günstigeren Polystyrolbox ist, die nur einmal verwendet werden kann. Selbst am Ende seines Lebenszyklus können über 90 % des Materials zu einem neuen Behälter recycelt werden, sodass auf Seiten des Herstellers nur ein sehr geringer ökologischer Fußabdruck entsteht. Dazu gehören auch die NFC-Sensor-Tags, die entfernt und an neuen KoolPaks wieder angebracht werden können.
Die Temperaturüberwachungsfunktion bietet Kunden einen Anreiz, ihre Boxen jederzeit im Blick zu behalten und sicherzustellen, dass sie nach Ablauf ihrer Wiederverwendungszyklen zum Recycling zurückgegeben werden.
Track & Trace mit NFC-Technologie in der Kühlkettenlogistik
Track & Trace mit NFC-Technologie
Der TomKat KoolPak ist ein strapazierfähiger, leichter, thermisch isolierter Behälter, der aus drei austauschbaren Komponenten besteht: Deckel, Boden und Thermofutter. Jede dieser Komponenten ist mit einem von SAG entwickelten batterielosen NFC-Temperatursensor-Tag ausgestattet, der das Scannen der Temperatur ohne Öffnen des Deckels ermöglicht und gleichzeitig einen Manipulationsschutz bietet.
Dadurch wird sichergestellt, dass die frischen Waren im KoolPak echt sind und während des Transports nicht entnommen und ausgetauscht wurden. In Verbindung mit einer von LUK entwickelten Software und von Feig Electronics bereitgestellten Gate-Scanning-Geräten können Kunden jeden KoolPak während jedes Schrittes der Lieferkette überwachen, seine Herkunft gegenüber den Behörden nachweisen und jederzeit die Sicherheit und Frische seines Inhalts gewährleisten.
Um Informationen über den Inhalt der Box abzurufen, müssen Kunden lediglich die KoolPak-App auf ihr Smartphone herunterladen. Diese Blockchain-Funktion zur Verfolgung und Rückverfolgbarkeit hat das Potenzial, Daten entlang der gesamten Lieferkette vom Hersteller bis zum Einzelhandel bereitzustellen.
Tomkat KoolPak
Erstmals hergestellt im Jahr 2018
570 x 370 x 370 mm
3 Komponenten: Thermofolie, Boden, Deckel
2 reguläre recycelbare NFC-Tags
1 wiederverwendbarer NFC-Tag zur Temperaturmessung ohne Batterie
Bis zu 25 Mal wiederverwendbar
„Batterielose NFC-Temperatursensor-Tags ermöglichen das Scannen der Temperatur, ohne den Deckel zu öffnen, und bieten somit gleichzeitig Manipulationsschutz.“
Tom Long – COO und Gründer, TomKat Line Fish
KoolPak vs. Polystyrol
Neben der Software bietet der KoolPak zahlreiche physikalische Vorteile gegenüber weniger nachhaltigen Verpackungen. Aufgrund seiner Langlebigkeit und seines flachen Designs lässt er sich effizienter stapeln als Polystyrolboxen, wodurch Transportkosten, Lagerplatz und CO2-Bilanz reduziert werden. Eine antibakterielle Innenauskleidung bietet zusätzlichen Schutz vor Verunreinigungen und gewährleistet, dass Waren per Flugzeug transportiert werden können, ohne dass eine Einweg-Innenverpackung erforderlich ist, wie sie für Polystyrolboxen benötigt wird.
Mit einer Kapazität von 25 kg bietet er aufgrund seiner dünneren Wände 25 % mehr Fassungsvermögen als eine Styroporbox gleicher Größe. Obwohl der KoolPak in erster Linie für die Fischereiindustrie entwickelt wurde, kann er für den Transport und die Lagerung einer Vielzahl von Gütern verwendet werden, darunter alle Arten von verderblichen und temperaturempfindlichen Lebensmitteln, Gartenbauprodukten, Arzneimitteln und sogar Organen, die für Transplantationen geliefert werden sollen.
RFID-Spezialist SAG entwickelt batterielosen NFC-Temperatursensor-Tag
RFID-Spezialist SAG
SAG war maßgeblich an der Bereitstellung der NFC-Lösung für TomKat Line Fish beteiligt. Das taiwanesische Unternehmen wurde 1999 gegründet und ist bekannt als Anbieter besonders anspruchsvoller Tagging-Lösungen.
Von Beginn der Zusammenarbeit an konzentrierten sich die NFC-Anforderungen von TomKat auf einen batterielosen Temperatursensor-Tag. Die Herausforderungen für SAG waren dreifach:
Das Mobiltelefon sollte das primäre Lesegerät sein.
Es sollten mehrere Materialschichten durchgelesen werden.
Es handelte sich eindeutig um eine batterielose Anwendung.
TomKat evaluierte andere Alternativen zu NFC, wie QR-Codes und Barcodes. Allerdings bietet nur NFC eine effektive Möglichkeit, die drei KoolPak-Komponenten als zusammengebaute Einheit in einer Datenbank oder Blockchain in batterieloser Form zu registrieren.
SAG wurde TomKat nicht nur aus technischer und entwicklungsbezogener Sicht als „branchenführend” im Bereich NFC-Lösungen vorgestellt. Ein weiterer Vorteil ist die Fertigung unter einem Dach und die Fähigkeit von SAG, große Mengen zu liefern.
SAG hat mehrere Antennen maßgeschneidert, um die Konsistenz des mehrschichtigen Lesens zu gewährleisten, und TomKat dabei unterstützt, eine Testumgebung aufzubauen, mit der die Genauigkeit der Temperaturmessung sichergestellt werden kann.
Batterieloser NFC-Temperatursensor-Tag
Drei NFC-Tags pro KoolPak
Wiederverwendbar und kann an neuen KoolPak-Boxen wieder angebracht werden
Erfasst Daten wie Art der Waren, Temperatur, Erschütterungen
NFC validiert Verwendung, Wiederverwendung und Recycling nach Gebrauch
SAG für Nachhaltigkeit
Die Ziele von SAG für die Zukunft umfassen die Stärkung eines regenerativen Planeten, die Erschließung der Möglichkeiten einer Kreislaufwirtschaft und den Aufbau eines nachhaltigen Ökosystems. RFID-Innovationen spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie fördern den Kreislauf von Produkten in industriellen Anwendungen, verderblichen Waren und Verbrauchsgütern. Sie eröffnen neue Lösungen zur Reduzierung von Verpackungen und zur Minimierung von Abfall.
Interview mit Tom und Kath Long
NFC ermöglicht nahtloses Track & Trace entlang der gesamten Lieferkette
Tom und Kath Long, COO bzw. Gründer von TomKat Line Fish, geben in einem Interview mit RFID & Wireless IoT Global Einblicke in die Verwendung der NFC-Sensortechnologie für nachhaltige Verpackungen in der Kühlkettenlogistik.
1. Was war die Motivation hinter dem TomKat KoolPak?
Kath Long: Umweltverträglichkeit und Rückverfolgbarkeit sind seit den bescheidenen Anfängen die Grundprinzipien von TomKat. TomKat Line Fish wurde 2007 als Fischereiunternehmen am Kurrimine Beach im äußersten Norden von Queensland, in der Nähe des Great Barrier Reef, gegründet. Das Hauptprodukt sind wild gefangene Rifffische, die mit Leinen gefangen, vor Ort verarbeitet und an Kunden im ganzen Land vermarktet werden.
Tom und mir war klar, dass die Fischereiindustrie dringend nachhaltige Verpackungsalternativen zu Styroporboxen benötigte. Der Mangel an nachhaltigeren Alternativen zu Styroporboxen auf dem globalen Markt inspirierte uns dazu, 2018 unser eigenes Verpackungsunternehmen, TomKat Global Solutions, zu gründen. Im selben Jahr wurde TomKat KoolPak ins Leben gerufen. Wir haben das Projekt nicht gestartet, um Geld zu verdienen, sondern weil es notwendig war.
Tom Long: Tatsächlich soll laut dem National Plastics Plan 2021 der australischen Regierung Polystyrol in Lebensmittel- und Getränkebehältern sowie in Verbraucherverpackungen bis Dezember 2022 auslaufen. Bis 2025 müssen 100 % der Verpackungen – einschließlich der Verpackungen für den gewerblichen Transport von Waren – wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar sein. Um dieses Ziel zu erreichen, möchten wir bestehenden Polystyrolherstellern beim Übergang zu nachhaltigen Verpackungen helfen, indem wir ihnen die Möglichkeit geben, die IP zu leasen und KoolPak-Boxen in ihren eigenen Anlagen herzustellen.
2. Warum wurde NFC für dieses Projekt ausgewählt?
Tom Long: Zu Beginn des Projekts haben wir uns intensiv Gedanken darüber gemacht, wie wir die Rückverfolgbarkeit mit KoolPak gewährleisten können. Zunächst haben wir uns mit Barcode- und QR-Code-Technologie befasst. Diese Technologien erwiesen sich jedoch als problematisch, als KoolPak zusammengebaut wurde. Dann stießen wir auf die NFC-Technologie und waren sofort von ihren Möglichkeiten begeistert – insbesondere in Kombination mit dem Smartphone. Wir haben frühzeitig den Wert der Herkunftserkennung erkannt, da jeder wissen möchte, wohin sein Produkt gelangt ist oder wo es beispielsweise geerntet wurde. Die NFC-Technologie mit Temperaturmessfunktion war die Lösung.
3. Wie profitieren lokale Fischer und internationale Kunden von NFC- und Sensortechnologie?
Tom Long: Durch den Einsatz der NFC-Sensor-Tags und der Überwachungssoftware können lokale Fischer, internationale Kunden und Behörden sicher sein, dass die Herkunft der Produkte nachvollziehbar ist. Kath und ich sehen beispielsweise Westafrika als einen wichtigen potenziellen Markt für den KoolPak. Die hohen Temperaturen dort machen den Transport verderblicher Waren im Landesinneren zu einer Herausforderung. Die Track-and-Trace-Funktion der NFC-Tags kann genutzt werden, um Betrug und andere illegale Aktivitäten entlang der Lieferkette aufzudecken und zu verhindern.
Dies ist besonders relevant für geografische Gebiete wie die Pazifikinseln, die Zugang zu großen Mengen hochwertiger Meeresfrüchte haben, aber aufgrund der hohen Verbreitung illegaler Fischerei nur begrenzten Zugang zum globalen Markt haben.
4. Welche Zukunftsvisionen haben Sie für den TomKat KoolPak?
Kath Long: Der TomKat KoolPak wurde ursprünglich für den Transport von lebenden, frischen, gekühlten und gefrorenen Produkten entwickelt. Dazu gehören sogar Gefahrengüter mit einem Gewicht von maximal 25 kg, und er hat auch Potenzial für den Einsatz in der Pharmaindustrie. Der KoolPak kann für den Transport aller Arten von temperaturempfindlichen Gütern verwendet werden, darunter natürlich auch Impfstoffe, Blutbeutel und sogar Organe. Derzeit ist nur eine Größe des KoolPak erhältlich. Das ultimative Ziel ist jedoch, zwei weitere Standardgrößen anzubieten: eine kleinere E-Commerce-Box, die sich gut für den Markt für die Lieferung von Mahlzeiten nach Hause eignet, und eine längere Box, die eher für die Lachsindustrie geeignet ist.
Tom Long: Wir planen außerdem, unsere eigenen Produktionskapazitäten zu erweitern und 130 Mitarbeiter in Vollzeit zu beschäftigen, mit dem Ziel, bis 2023 eine Million KoolPaks zu produzieren. Mit der Unterstützung aller drei Ebenen der australischen Regierung – Bund, Region und Gemeinde – und der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen rechnen wir bis 2024 mit einer Auflage von 23 Millionen KoolPaks. Das ultimative Ziel ist es, Polystyrolverpackungen für den Transport und die Lagerung verderblicher Produkte nicht nur auf nationaler, sondern auch auf globaler Ebene vollständig zu ersetzen.