Truvami Batterieoptimiertes Asset Tracking für skalierbare Field Operations
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Truvami bringt 2026 ein serienreifes, lichtbetriebenes Smart Label auf den Markt

Ein batteriefreies, lichtbetriebenes Smart Label senkt die Gesamtbetriebskosten und ermöglicht nachhaltiges, skalierbares Asset-Tracking in der Intralogistik.

  • Veröffentlicht: 04. Februar 2026
  • Lesezeit: 7 min
  • Von: Anja Van Bocxlaer
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Intralogistik mit ultraflachen, flexiblen und wiederverwendbaren Tracking-Labels schafft Asset-Transparenz. Quelle: Truvami
  • Das Smart Label von Truvami nutzt Energy Harvesting mittels organischer Photovoltaik, um sich autonom über Umgebungslicht zu versorgen.
  • Der Verzicht auf Batterien reduziert die Gesamtbetriebskosten und Wartungsaufwände bei großen Asset-Flotten deutlich.
  • Das wiederverwendbare, flexible Design des Labels ermöglicht den Einsatz auf vielfältigen Oberflächen und in der Intralogistik.
  • Die Markteinführung in größeren Stückzahlen ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant, um flächendeckende Verfügbarkeit zu erreichen.

Batterien sind in vielen Tracking-Projekten der stille Kostentreiber. Geräte müssen aufgeladen, Batterien ausgetauscht und Ausfälle organisiert werden – und je größer die Flotte, desto höher die Betriebskosten. Genau hier setzt Truvami an. Seit 18 Monaten entwickelt das Team um Chiara Koopmans, Geschäftsführerin von Truvami, ein ultraflaches, flexibles und wiederverwendbares Tracking-Label, das sich autonom über Umgebungslicht mit Energie versorgen lässt.

Nach intensiven Entwicklungs- und Pilotphasen bereitet sich das Unternehmen nun auf den nächsten Schritt vor. In der zweiten Hälfte des Jahres 2026 soll das Smart Label in größeren Stückzahlen auf den Markt kommen – und damit den Übergang von Prototypen und kleinen Pilotprojekten zur flächendeckenden Verfügbarkeit markieren.

Ein Produkt, das die TCO-Logik neu definiert

Laut Chiara Koopmans werden batteriebetriebene IoT-Tracker natürlich weiterhin eine zentrale Säule der modernen Logistik bleiben – insbesondere wenn Anwendungen umfangreiche, kontinuierliche Datenströme erfordern.

Truvami bietet auch leistungsstarke batteriebasierte Geräte an. Die Gespräche mit Kunden in den letzten Jahren haben der jungen Unternehmerin jedoch gezeigt, dass viele Prozesse diese maximale Granularität nicht erfordern.

Was sie stattdessen brauchen, ist eine Lösung, die in großen Stückzahlen eingesetzt werden kann, ohne dass Wartung und Batteriemanagement zu einer permanenten Belastung werden. Chiara Koopmans fasst die Essenz dieser Erkenntnis zusammen. Entscheidend ist nicht der Preis des Geräts, sondern die Wirtschaftlichkeit der Gesamtlösung.

„Wir haben gelernt, dass das Thema Batterien von zentraler Bedeutung ist, denn letztendlich geht es nicht um die Kosten des Geräts, sondern um die Kosten der Gesamtlösung – die Gesamtbetriebskosten. Herkömmliche Tracker müssen nach einer bestimmten Zeit aufgeladen oder ihre Batterien ausgetauscht werden. Für Kunden bedeutet dies zusätzliche Prozesse, Personaleinsatz, Ausfallzeiten und damit erhebliche Betriebskosten – insbesondere, wenn nicht nur einige Dutzend, sondern Tausende von Assets im Umlauf sind“, sagt Chiara Koopmans.

Truvamis Ziel war daher klar: diesen Wartungsfaktor aus der Gleichung zu nehmen und Asset-Tracking wirklich skalierbar zu machen – insbesondere in der Intralogistik. Daraus entstand das Truvami Smart Label, das sich im Alltag so einfach wie ein Aufkleber nutzen lässt – aber deutlich mehr kann, als nur der Identifikation zu dienen.

Die Innovation: Energy Harvesting mit Umgebungslicht

Damit ein Tracking-Label ohne herkömmliche Batterie funktioniert, benötigt es eine alternative Energiequelle. Truvami setzt hierfür auf Energy Harvesting über Umgebungslicht . Konkret kommt organische Photovoltaik (OPV) zum Einsatz, die aus vorhandener Beleuchtung – beispielsweise in Lagern, Logistikzentren oder Produktionsumgebungen – Energie gewinnen kann.

Wenn ausreichend Umgebungslicht vorhanden ist, kann das Etikett autonom betrieben werden. In Kombination mit einer sehr flachen Bauform entsteht so ein Produkt, das ohne Batterien in bestehende Prozesse integriert werden kann.

Chiara Koopmans sagt: „Unsere lichtbetriebene Energy-Harvesting-Lösung unterstützt die Nachhaltigkeitsziele von Unternehmen. Milliarden von Einwegbatterien, die in Geräten verwendet werden, stehen im Widerspruch zu den Umwelt- und ESG-Zielen vieler Organisationen.

Durch die Gewinnung von Energie aus Umgebungslicht und die Verwendung einer langlebigen wiederaufladbaren Zelle zur Speicherung ist dieser Ansatz nicht nur ein technischer Fortschritt, sondern auch ein strategischer Hebel für Nachhaltigkeit, insbesondere wenn der Einsatz auf sehr große Mengen ausgeweitet wird.“

Gestapelte Versandkisten in einem Lager, das mit intelligenten Tracking-Etiketten ausgestattet ist, ermöglichen eine wartungsfreie Sichtbarkeit der Vermögenswerte in der Intralogistik.
Gestapelte Versandkisten in einem Lager, das mit intelligenten Tracking-Etiketten ausgestattet ist, ermöglichen eine wartungsfreie Sichtbarkeit der Vermögenswerte in der Intralogistik. Bildquelle: Truvami

Formfaktor und Wiederverwendbarkeit als Schlüsselfaktoren

Laut Koopmans war neben der Energiefrage ein zweiter Punkt in fast allen Gesprächen mit Kunden entscheidend, nämlich der Formfaktor. In der Praxis müssen nicht nur große Container oder Paletten verfolgt werden.

Oft sind es kleine, wertvolle Güter, die eine zentrale Rolle in Prozessen spielen und sichtbar sein müssen – von Rollkäfigen und kleineren Transportbehältern bis hin zu Geräten, die zwischen Standorten zirkulieren. Damit die Verfolgung im täglichen Gebrauch akzeptiert wird, muss das Ortungsgerät selbst zum Gut passen, ohne Störungen zu verursachen.

Ausgehend von dieser Anforderung entwickelte Truvami eine etikettenähnliche Form. Das Smart Label ist flexibel gestaltet und kann auch auf gekrümmten Oberflächen angebracht werden. Es ist wiederverwendbar und kein Einwegetikett. Ein wiederverwendbarer Befestigungsmechanismus, beispielsweise Klettverschluss, sorgt dafür, dass das Etikett mehrfach und in verschiedenen Prozessen verwendet werden kann.

Von der Idee zur V2: Was in 18 Monaten geschah

Die Idee für das Smart Label entstand nicht über Nacht. Truvami hat die letzten 18 Monate intensiv mit Prototyping, Tests und Iterationen verbracht. Viele Fragen wurden diskutiert. Wie lässt sich ein vollständig autonomes, ultraflaches Etikett, das ausschließlich mit Umgebungslicht betrieben wird, technisch realisieren? Wie robust ist es im realen Betrieb? Wie einfach lässt es sich wiederverwenden? Sobald die ersten Muster verfügbar waren, folgten Tests mit Kunden, Feedbackschleifen und Anpassungen.

Derzeit bereitet das Unternehmen ein Smart Label V2 vor, das leistungsfähiger sein soll als die erste Version. Ziel ist es, die zweite Generation als Grundlage für die Skalierung zu nutzen. Die geplante Roadmap: Das Produkt soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in größeren Stückzahlen verfügbar sein. Danach folgt der Übergang zur Massenproduktion und einer breiteren Marktdurchdringung.

Erste Kunden und typische Anwendungsbereiche

Truvami arbeitet bereits mit ausgewählten Partnern und Kunden zusammen, die das Smart Label testen. Das Unternehmen konzentriert sich bewusst auf kleine Pilotprojekte – in der Regel weniger als 100 Labels pro Anwendungsfall.

Koopmans erklärt den Grund: „Das Team ist klein, und in dieser Phase zählt vor allem die Geschwindigkeit des Lernprozesses. Zu viele parallele Projekte würden die Entwicklungs- und Industrialisierungsarbeit verlangsamen. Stattdessen konzentrieren wir uns auf Pilotkunden, bei denen Anwendungsfall und Produktreife besonders gut zusammenpassen.“

Inhaltlich liegt der Fokus klar auf der Intralogistik – also der Verfolgung innerhalb von Firmengeländen und geschlossenen Systemen. Dazu gehören Krankenhäuser, Post- und Logistikunternehmen sowie Industriebetriebe. Die Anwendungsfälle sind ähnlich, da es immer um Transportmittel wie Rollkäfige oder kleine Paletten, Containerflotten oder – im Krankenhauskontext – medizinische Geräte geht, die zwischen Stationen und Standorten bewegt werden.

Ziel ist es, Transparenz darüber zu schaffen, wo sich Assets befinden, wie sie genutzt werden und wo Prozesse zum Stillstand kommen. Das reduziert Suchzeiten, identifiziert Engpässe und – bei ausreichender Datenlage – reduziert sogar Flotten, weil vorhandene Assets besser ausgelastet werden.

Preis, Lebensdauer und Infrastruktur: Kennzahlen im Überblick

Beim Preis ist Truvami noch zurückhaltend, da derzeit die vollständige Industrialisierung vorbereitet wird. Ein Zielpreis existiert, wird aber erst kommuniziert, wenn er zuverlässig erreicht werden kann.

Für viele Kunden ist die Lebensdauer ein entscheidender Faktor. Truvami verfolgt daher ein ehrgeiziges Ziel. Das Label soll so konzipiert werden, dass es bis zu zehn Jahre lang mit Assets verwendet werden kann insbesondere in Szenarien, in denen Unternehmen langfristig planen und nicht alle zwei bis drei Jahre Tracker austauschen oder Wartungsprojekte durchführen möchten.

Auch in Bezug auf die Infrastruktur verfolgt Truvami einen pragmatischen Ansatz. Die Lösung ist bewusst so konzipiert, dass sie keine umfangreiche zusätzliche Infrastruktur erfordert . Je nach den Umständen kann es sinnvoll sein, LoRaWAN-Gateways oder die vorhandene Abdeckung zu nutzen. Darüber hinaus kann, sofern bereits vorhanden, auch die bestehende WLAN-Infrastruktur eine Rolle spielen, beispielsweise um die Lokalisierung über verfügbare Zugangspunkte zu ermöglichen.

Für besonders hohe Genauigkeitsanforderungen in definierten Bereichen können optional zusätzliche Ankerpunkte integriert werden. Das Ziel bleibt jedoch dasselbe: so wenig Infrastruktur wie möglich, damit Rollouts skalierbar und wirtschaftlich bleiben.

Das Team besteht derzeit aus 15 Personen.
Das Team besteht derzeit aus 15 Personen. Bildquelle: Truvami

Unternehmen und Team: Entwicklung mit Swisscom Broadcast

Truvami wird derzeit in enger Zusammenarbeit mit Swisscom Broadcast aufgebaut, die weiterhin als Gründungsinvestor fungiert.

Neben Chiara Koopmans gehören zum aktuellen Managementteam Michael Beutler, Leiter Infrastruktur und Cloud-Plattform, sowie Guillaume Noel, Geräte und Betrieb. Um diese Kernführung herum werden spezielle operative Teams für Entwicklung, Plattform und Markteinführung aufgebaut, um die nächste Wachstumsphase von Truvami voranzutreiben.

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