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Primark investiert in RFID und plant internationalen Rollout

  • Veröffentlicht: 08. November 2026
  • Lesezeit: 4 min
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Der internationale Modehändler Primark investiert in RFID und plant eine schrittweise Einführung der Technologie in den kommenden Monaten. Das Unternehmen erwartet dadurch Verbesserungen bei der Warenverfügbarkeit und Bestandssteuerung in seinen internationalen Märkten. Ziel ist es, Fehler bei der Filialbelieferung zu reduzieren und gefragte Produkte und Größen zuverlässiger verfügbar zu machen. Die Investition bestätigte Primark am 3. November 2026 bei der Präsentation der Jahresergebnisse des Mutterkonzerns Associated British Foods (ABF).

Wenn die richtige Größe in der falschen Filiale liegt

Ein Geschäft hat zu viele Sommerartikel, während in einer anderen Filiale gefragte Größen fehlen. Für Primark sind solche Ungenauigkeiten bei der Warenverteilung ein konkretes wirtschaftliches Problem. Der Modehändler möchte seine Bestände künftig präziser steuern und setzt dabei verstärkt auf Radio Frequency Identification (RFID).

Primark-CEO Eoin Tonge kündigte bei der Jahresergebnispräsentation des Mutterkonzerns Associated British Foods (ABF) am 3. November 2026 zusätzliche Investitionen in RFID an. Die Technologie soll in den kommenden Monaten schrittweise im Produktsortiment eingeführt werden.

Tonge sieht darin sowohl Potenzial für höhere Umsätze in bestehenden Filialen als auch für Kosteneinsparungen in sämtlichen Märkten. RFID ist Teil eines umfassenderen Programms, mit dem das Unternehmen seine Warenversorgung, Automatisierung und Datennutzung verbessern will.

RFID soll Fehler in der Filialbelieferung reduzieren

Wie groß der Handlungsbedarf ist, machte ABF-CEO George Weston während der anschließenden Fragerunde deutlich. Die Genauigkeit der Warenbelieferung sei derzeit nicht ausreichend. Produkte würden teilweise an Filialen geliefert, in denen sie nicht benötigt werden, während Kunden andernorts ihre gewünschte Größe nicht finden.

Weston führte ein weiteres Beispiel an: Sommerkollektionen werden in Spanien bislang landesweit zum gleichen Zeitpunkt aus den Geschäften genommen, obwohl sie in mediterranen Regionen noch drei bis vier Wochen länger gefragt sein könnten.

Mit einer genaueren Bestandsübersicht und einer stärker am lokalen Bedarf ausgerichteten Warenverteilung möchte Primark solche Ineffizienzen verringern.

RFID soll dazu beitragen, die Warenbewegungen zuverlässiger nachzuvollziehen und die Bestandsinformationen für die Planung besser nutzbar zu machen.

Bei der RFID-gestützten Bestandserfassung können gekennzeichnete Kleidungsstücke per Funk identifiziert werden, ohne jeden Artikel einzeln optisch scannen zu müssen. Die erfassten Identifikationsdaten lassen sich mit den Bestandsinformationen der Warenwirtschaft abgleichen. So werden Abweichungen zwischen registrierten und tatsächlich vorhandenen Artikeln erkennbar.

Welche technischen Verfahren Primark dafür einsetzen wird, hat das Unternehmen noch nicht veröffentlicht.

Genauere Bestandsdaten für den Omnichannel-Handel

Der geplante RFID-Ausbau steht auch im Zusammenhang mit Primarks Weiterentwicklung seiner digitalen Vertriebskanäle.

Das Unternehmen bietet in Großbritannien bereits Click & Collect an und bereitet dort zusätzlich einen eigenen Heimlieferservice vor. Damit steigen die Anforderungen an eine verlässliche Verwaltung der Warenbestände. Filialgeschäft und Onlinebestellungen müssen auf möglichst aktuelle und präzise Bestandsinformationen zugreifen können.

Tonge verwies darauf, dass eine genauere Steuerung der Warenflüsse, unter anderem mithilfe von RFID, die Bestandsverwaltung verbessern könne.

Die RFID-Investition soll Primark damit nicht nur bei der Inventarisierung unterstützen, sondern auch die Voraussetzungen für eine bedarfsgerechtere Warenverteilung und effizientere Abläufe im Zusammenspiel von Filialen und digitalen Vertriebskanälen schaffen.

Schrittweise Einführung in internationalen Märkten geplant

Primark gehört zu den größten Modehandelsunternehmen Europas und betreibt weltweit mehr als 500 Geschäfte in 19 Ländern. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte das Unternehmen einen Einzelhandelsumsatz von rund 9,8 Milliarden britischen Pfund.

Die RFID-Investition ist international ausgerichtet. Tonge erwartet ausdrücklich Umsatz- und Kostenvorteile in allen Märkten, in denen Primark tätig ist. Welche Länder, Filialen und Produktgruppen zuerst ausgestattet werden, hat das Unternehmen jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Auch Informationen zu RFID-Transpondern, Lesegeräten, Technologiepartnern und der Höhe der Investition liegen bislang nicht vor.

Bestätigt ist die geplante schrittweise Einführung in den kommenden Monaten. Primark erwartet davon eine verbesserte Produktverfügbarkeit, eine genauere Steuerung der Warenbestände und Möglichkeiten zur Senkung operativer Kosten.

Quelle: Associated British Foods (ABF), Earnings Call vom 3. November 2026 – Transkript der Management-Aussagen


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Anja Van Bocxlaer