RFID-Smart-Fridges: Eat Smart expandiert mit UHF-RFID-Technologie von FEIG
Mehr als 100 intelligente Kühlschränke in Tschechien nutzen UHF-RFID-Technologie von FEIG Electronic und LOCFIELD® Antennen für die automatische Abrechnung und Bestandsverwaltung. Neue Investitionen sollen die Expansion beschleunigen.
Eat Smart baut RFID-basierten Lebensmittelverkauf aus
Mehr als 100 intelligente Kühlschränke in Tschechien nutzen UHF-RFID-Lesegeräte von FEIG Electronic und LOCFIELD® Antennen, um Mahlzeiten automatisch zu identifizieren und abzurechnen. Das System des tschechischen Unternehmens Eat Smart verbindet die artikelgenaue RFID-Erfassung mit Edge Computing und einer cloudbasierten Bestandsverwaltung.
Eat Smart bietet frische, verzehrfertige Mahlzeiten über Selbstbedienungskühlschränke in Büros, Produktionsbetrieben und anderen Arbeitsstätten an. Das 2024 vom Koch und Unternehmer Filip Sajler gemeinsam mit HOPI Holding gegründete Unternehmen bietet damit eine Alternative zur klassischen Betriebsgastronomie.
Am 27. Oktober 2026 kündigte die tschechische Investmentgruppe V-Sharp an, einen Anteil von 25 Prozent an Innovation Lab, dem Unternehmen hinter Eat Smart, übernehmen zu wollen. Die Beteiligung soll das weitere Wachstum und eine mögliche Expansion in andere europäische Märkte unterstützen.
FEIG UHF RFID und LOCFIELD® Antennen lösen Erfassungsprobleme
Die technische Lösung wurde vom tschechischen Softwareunternehmen Cookielab entwickelt, das RFID-Identifikation, Edge Computing, Cloud-Dienste und digitale Zahlungsabwicklung miteinander verknüpft hat.
Jede Mahlzeitenverpackung ist mit einem UHF-RFID-Transponder versehen. Die metallische Konstruktion der Kühlschränke stellte die zuverlässige Identifikation jedoch zunächst vor erhebliche Herausforderungen. Metallkomponenten und elektrisch leitfähige Beschichtungen beeinträchtigten die RFID-Erfassung im begrenzten Innenraum.
Cookielab überarbeitete daraufhin das System und setzte UHF-RFID-Lesegeräte von FEIG Electronic sowie flexible LOCFIELD® Antennen ein. Damit konnten die Lesezonen an die räumlichen Bedingungen im Kühlschrank angepasst werden.
LOCFIELD® ist eine spezielle UHF-RFID-Antennentechnologie für individuell gestaltbare Lesezonen, die sich auch für Anwendungen mit metallischen Strukturen eignet.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Antennen mit fest vorgegebenem Abstrahlverhalten lassen sich LOCFIELD® Antennen gerade oder gebogen verlegen und an die jeweilige Einbausituation anpassen.
Die gezielte Antennenanordnung ermöglicht die Erfassung der RFID-gekennzeichneten Mahlzeiten. Die lokale Software vergleicht die Bestandsdaten und ermittelt, welche Produkte entnommen wurden.
So funktioniert die automatische RFID-Abrechnung
Jede Mahlzeit erhält bereits während der Produktion einen RFID-Transponder. Beim Auffüllen eines Kühlschranks erkennt das System die einzelnen Produkte automatisch und aktualisiert den Bestand. Laut Cookielab dauert die Befüllung etwa 90 Sekunden.
Kunden authentifizieren sich mit einer Mitarbeiterkarte oder über einen QR-Code in der Eat-Smart-App. Anschließend öffnen sie den Kühlschrank, wählen ihre Mahlzeiten aus und schließen die Tür.
Das RFID-System vergleicht den verbleibenden Bestand mit der vorherigen Erfassung und ermittelt so die entnommenen Produkte. Der Kauf wird anschließend automatisch abgerechnet.
Einzelnes Scannen von Barcodes oder ein manueller Kassiervorgang sind nicht erforderlich. Nach Angaben von Cookielab kann der gesamte Einkauf innerhalb von etwa 15 Sekunden abgeschlossen werden.
Darüber hinaus überwacht das System die Warenbestände, Kühlschranktemperaturen und Produktverfügbarkeit, um eine bedarfsgerechte Nachversorgung zu unterstützen.
RFID trifft auf Edge Computing und Cloud-Anbindung
Jeder Kühlschrank arbeitet als eigenständiges IoT-Gerät mit lokaler Datenverarbeitung.
Cookielab entwickelte die Softwarearchitektur mit AWS Greengrass, Node.js und TypeScript. AWS IoT Core und AWS Lambda unterstützen die Cloud-Anbindung und zentrale Verwaltung.
Durch die lokale Verarbeitung können wesentliche Funktionen auch bei vorübergehenden Netzwerkunterbrechungen weiterlaufen. Sobald die Verbindung wiederhergestellt ist, lassen sich Transaktions- und Bestandsdaten synchronisieren.
Die Architektur verbindet RFID-basierte Identifikation mit automatisierter Zahlungsabwicklung, digitalem Bestandsmanagement und der Fernüberwachung verteilter Standorte.
Mehr als 100 Standorte und 50.000 Mahlzeiten pro Monat
Eat Smart nahm den kommerziellen Betrieb im Januar 2024 auf. Bis Ende 2025 war das Netzwerk auf rund 80 Standorte angewachsen. Im Laufe des Jahres wurden 312.000 Mahlzeiten verkauft.
Heute ist das Unternehmen an mehr als 100 Standorten in Tschechien vertreten und verkauft monatlich etwa 50.000 Mahlzeiten.
Der Einstieg von V-Sharp soll die Installation weiterer Kühlschränke beschleunigen und die internationale Expansion unterstützen.
Das Konzept eignet sich insbesondere für Produktionsbetriebe, Logistikzentren und Unternehmen mit Schichtbetrieb, in denen klassische Kantinen nur mit hohem Aufwand oder hohen Kosten betrieben werden können.
UHF RFID ermöglicht skalierbaren Lebensmittelverkauf ohne Personal
Mit mehr als 100 Standorten in Tschechien zeigt Eat Smart, wie UHF RFID den automatisierten Lebensmittelverkauf ohne Verkaufspersonal in größerem Maßstab ermöglicht.
Die Anwendung kombiniert artikelgenaue Identifikation, automatische Zahlungsabwicklung und cloudbasiertes Bestandsmanagement. Gleichzeitig löst die LOCFIELD® Antennentechnologie von FEIG Electronic die besonderen Herausforderungen der RFID-Erfassung innerhalb kompakter Kühlschränke mit metallischen Gehäusen.
Die neue Investition schafft die Voraussetzungen, dieses RFID-basierte Einzelhandelskonzept auf weitere Märkte auszuweiten.