Neue LoRaWAN-Standards vereinfachen Geräte-Onboarding und erweitern Reichweite
Die LoRa Alliance hat TS014, TS018 und TR016 veröffentlicht, um das Onboarding von LoRaWAN-Geräten zu automatisieren und die Netzabdeckung über Relay-basierte Verbindungen zu erweitern. Die Neuerungen adressieren zwei zentrale Herausforderungen großer IoT-Installationen: manuellen Einrichtungsaufwand und schwer erreichbare Standorte.
Automatisiertes Onboarding von LoRaWAN-Geräten
Große IoT-Deployments können Tausende oder Zehntausende Geräte umfassen. In dieser Größenordnung verursacht die manuelle Eingabe von Geräteinformationen erheblichen Aufwand und erhöht das Risiko von Konfigurationsfehlern.
Die neue Spezifikation TS014 ermöglicht es LoRaWAN-Netzwerken, Geräteprofile automatisch abzurufen. Statt die erforderlichen Informationen für jeden Gerätetyp manuell einzurichten, kann das Netzwerk das entsprechende Profil von einem Device Profile Server beziehen.
TS018 ergänzt diesen Ansatz. Informationen zum Device Profile Server können direkt im Identifikations-QR-Code des Geräts hinterlegt werden. Durch Scannen oder Bulk-Import des QR-Codes wird das Netzwerk zur passenden Quelle für das Geräteprofil geführt.
Einzeln oder gemeinsam eingesetzt sollen TS014 und TS018 das Onboarding neuer LoRaWAN-Geräte deutlich vereinfachen und den manuellen Konfigurationsaufwand reduzieren.
LoRaWAN Relay erweitert die Netzabdeckung
Mit TR016 adressiert die LoRa Alliance eine weitere praktische Herausforderung: Geräte an Standorten anzubinden, die mit einem konventionellen LoRaWAN-Gateway wirtschaftlich nicht sinnvoll erreichbar sind.
Die technische Richtlinie unterstützt Entwickler bei der Implementierung der LoRaWAN Relay-Funktion. Ziel ist es, Relay-basierte Produkte zuverlässiger und interoperabler umzusetzen.
Mögliche Einsatzorte sind Installationen hinter dicken Wänden, unterirdische Bereiche, Geräte in Metallgehäusen oder abgelegene Standorte ohne geeignete Stromversorgung oder Backhaul-Verbindung für ein zusätzliches Gateway.
„Jeder manuelle Schritt bei der Einrichtung eines neuen Geräts und jeder Standort, den ein Gateway wirtschaftlich nicht erreichen kann, erzeugt Reibung und verlangsamt die Skalierung von IoT-Deployments“, sagt Alper Yegin, CEO der LoRa Alliance.
Weniger Aufwand bei großen IoT-Installationen
Für Systemintegratoren und Lösungsanbieter adressieren die neuen Dokumente zwei Bereiche, die sich direkt auf Aufwand und Komplexität eines LoRaWAN-Deployments auswirken: die Einrichtung großer Geräteflotten und die Abdeckung schwieriger Funkbereiche.
Die LoRa Alliance verdeutlicht dies am Beispiel eines stadtweiten Smart-Water-Metering-Projekts. Zehntausende Zähler können eingesetzt werden, während sich einzelne Geräte unterirdisch oder in Versorgungsschächten befinden, in denen eine direkte Gateway-Verbindung schwierig ist.
Der automatisierte Zugriff auf Geräteprofile vereinfacht das Onboarding neuer Zählertypen. Gleichzeitig kann LoRaWAN Relay Geräte an schwer erreichbaren Standorten anbinden, ohne für jede isolierte Gerätegruppe ein zusätzliches Gateway installieren zu müssen.
Das gleiche Prinzip lässt sich auf Smart Agriculture, Smart Buildings und Logistik übertragen: weniger manuelle Einrichtung, weniger Funklücken und eine schnellere Inbetriebnahme großer Gerätebestände.
LoRaWAN einfacher skalieren
LoRaWAN verbindet nach Angaben der LoRa Alliance bereits mehr als 125 Millionen Geräte weltweit. Mit TS014, TS018 und TR016 richtet sich der Fokus nun verstärkt auf die Prozesse, die für eine weitere Skalierung großer Netzwerke entscheidend sind.
Für Unternehmen, Systemintegratoren und Lösungsanbieter können die neuen Spezifikationen dazu beitragen, die Einrichtung neuer Geräte stärker zu automatisieren und zusätzliche Installationsorte ohne unverhältnismäßigen Gateway-Aufwand zu erschließen.