Cisco bringt Wi-Fi 7 und URWB in kritische Outdoor-Netzwerke
Cisco hat die Wireless 9177-Serie vorgestellt, eine Familie von Tri-Band-Wi-Fi-7-Access-Points für anspruchsvolle Außenumgebungen. AFC, integriertes URWB, flexible Antennen sowie Uplinks über Kupfer- oder Glasfaserkabel sind speziell auf Industriestandorte, Verkehrsnetze, Campusgelände und Veranstaltungsorte ausgerichtet.
Wi-Fi 7 für betriebliche Außennetzwerke
Wi-Fi im Außenbereich unterstützt zunehmend betriebliche Anwendungen und nicht mehr nur den Gastzugang. Industrielle IoT-Systeme, Sicherheitsvideo, mobile Geräte und Verkehrstelemetrie erfordern eine stabile Konnektivität auf Betriebshöfen, in Häfen, auf Campusgeländen und in anderen exponierten Umgebungen.
Die Cisco Wireless 9177-Serie nutzt den 4×4:4-Betrieb in den 2,4-GHz-, 5-GHz- und 6-GHz-Bändern und bietet insgesamt 12 räumliche Streams. Der Wi-Fi 7 Multi-Link-Betrieb (MLO) kann mehrere Verbindungen nutzen, um die Leistung aufrechtzuerhalten, wenn ein einzelnes Frequenzband überlastet ist.
AFC erschließt das 6-GHz-Band im Außenbereich
Die integrierte automatisierte Frequenzkoordination (AFC) ermöglicht die Nutzung des 6-GHz-Bands im Außenbereich mit Standardleistung, sofern die Vorschriften dies zulassen. Der Mechanismus koordiniert Kanal und Sendeleistung, um bestehende Funkdienste zu schützen und gleichzeitig zusätzliches Frequenzspektrum sowie breitere Kanäle verfügbar zu machen.
Integriertes GPS und GNSS liefern die für AFC erforderlichen Standortinformationen. Die Ortungsfunktion kann zudem standortbezogene Funktionen innerhalb von Netzwerken im Außenbereich unterstützen.
URWB für mobile Geräte und drahtlosen Backhaul
Die Serie integriert Cisco Ultra-Reliable Wireless Backhaul (URWB). Die Technologie ist für Standorte vorgesehen, an denen die Verlegung von Glasfaserkabeln unpraktisch oder kostspielig ist, sowie für mobile Systeme, die beim Wechsel zwischen Zugangspunkten ständig verbunden bleiben müssen.
Cisco gibt Handoffs von weniger als 10 Millisekunden, einen Durchsatz im Multigigabit-Bereich und „Make-Before-Break“-Roaming an. Bei diesem Ansatz wird eine neue Verbindung aufgebaut, bevor die aktuelle Verbindung getrennt wird.
Diese Funktion ist relevant für fahrerlose Transportfahrzeuge, Hafenkräne und andere mobile Anlagen, die Betriebs-, Sensor- oder Videodaten übertragen. Der Zugangspunkt kann Wi-Fi 7-Client-Geräte verbinden und gleichzeitig als drahtlose Backhaul-Brücke fungieren.
Für Systemintegratoren bietet URWB eine weitere Möglichkeit, abgelegene Außenbereiche zu vernetzen, ohne an jedem Standort eines Zugangspunkts eine kabelgebundene Verbindung installieren zu müssen.
Drei Modelle und flexible Uplinks
Cisco bietet drei Versionen für unterschiedliche HF- und Abdeckungsanforderungen an. Das Modell CW9177I nutzt integrierte Rundstrahlantennen, während das Modell CW9177D eine integrierte Richtantennenabdeckung bietet. Das Modell CW9177E unterstützt externe Antennen für anwendungsspezifische HF-Konfigurationen.
Kupfer- und Glasfaser-Uplinks werden über 10-Gbit/s-Multigigabit-Ethernet und einen Dual-Rate-1/10-Gbit/s-SFP/SFP+-Port unterstützt. Dadurch kann die vorhandene Kupferinfrastruktur wiederverwendet oder Glasfaser für Außenverbindungen jenseits der herkömmlichen 100-Meter-Ethernet-Grenze verlegt werden.
Von Industrieanlagen bis hin zu Unternehmensgeländen
Cisco nennt Industrieanlagen, Häfen, Stadien, Verkehrsinfrastruktur und Unternehmensgelände als Hauptanwendungsbereiche. Zu den potenziellen Einsatzbereichen zählen Sensor- und Video-Backhaul, Konnektivität für mobile Geräte, Eisenbahn-Telemetrie, Mitarbeiterzugang sowie drahtlose Verbindungen zwischen Gebäuden.
Lösungsanbieter müssen bei der Einsatzplanung lokale Vorschriften für den 6-GHz-Betrieb im Außenbereich, Antennencharakteristiken, Mobilitätsanforderungen, Backhaul-Kapazität und die verfügbare physische Infrastruktur berücksichtigen.
Die einheitliche Hardware kann vor Ort über Cisco-Wireless-Controller oder über das Meraki-Cloud-Management verwaltet werden. Dies ermöglicht es Unternehmen, ein Verwaltungsmodell zu wählen, ohne die Access-Point-Hardware zu wechseln.
Flexibles Management in der Cloud oder vor Ort
Die 9177-Serie basiert auf der einheitlichen Hardwarearchitektur von Cisco. Unternehmen können die Access Points entweder über die cloudbasierte Cisco Meraki-Plattform oder vor Ort mithilfe eines Cisco Catalyst 9800 Wireless Controllers verwalten. Dadurch lässt sich das Verwaltungsmodell an die bestehende Netzwerkarchitektur und die betrieblichen Anforderungen anpassen.