Story

RFID auf Metall: Warum sich Zuverlässigkeit erst in der Praxis zeigt

Logo RFID auf Metall: Warum sich Zuverlässigkeit erst in der Praxis zeigt

IRIS² wächst auf 348 Satelliten und geht in die Umsetzungsphase

  • Veröffentlicht: 07. August 2026
  • Lesezeit: 4 min
  • Quelle:

    Logo Think WIoT

Teilen:

Die Europäische Kommission und das SpaceRISE-Konsortium treiben die Umsetzung von IRIS² voran. Die Konstellation wächst auf 348 Satelliten und soll ab 2029 sichere, souveräne Konnektivität für Behörden, Verteidigung, Sicherheitskräfte und Rettungsdienste bereitstellen.

Europas souveränes Satellitennetz

IRIS² steht für „Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite“ und ist das europäische Programm für eine eigene, sichere und widerstandsfähige Satellitenkonnektivität. Die Infrastruktur soll insbesondere staatliche und sicherheitskritische Kommunikation auch in Krisensituationen und abgelegenen Regionen gewährleisten.

Technisch basiert IRIS² auf einer Multi-Orbit-Architektur aus Satelliten im niedrigen und mittleren Erdorbit sowie einer sicheren Bodeninfrastruktur. Damit soll zugleich Europas strategische und technologische Unabhängigkeit bei satellitengestützter Konnektivität gestärkt werden.

Umsetzungsvereinbarung konkretisiert IRIS²

Die Europäische Kommission und das SpaceRISE-Konsortium haben die Verhandlungen über zentrale technische, wirtschaftliche und zeitliche Parameter von IRIS² abgeschlossen und eine Umsetzungsvereinbarung unterzeichnet.

Damit geht das europäische Satellitenprogramm von der Planungsphase in die konkrete Umsetzung über. Die Vereinbarung umfasst Anpassungen beim Systemdesign, bei der Kapazität, beim Bereitstellungszeitplan, beim Zielpreis und bei den Investitionen der privaten Betreiber.

Die ersten Starts sollen bis 2029 erfolgen. Anschließend ist eine schrittweise Einführung operativer Konnektivitätsdienste vorgesehen.

348 Satelliten in LEO und MEO

Die künftige IRIS²-Konstellation soll aus 348 Satelliten bestehen. Vorgesehen sind 330 Satelliten im Low Earth Orbit, LEO, sowie 18 Satelliten im Medium Earth Orbit, MEO. Hinzu kommen optionale Elemente für spezifische Missionen.

Teil der erweiterten Architektur sind 66 zusätzliche Satelliten im niedrigen Erdorbit. Sie sollen insbesondere die Kapazitäten für Verteidigungs-, Sicherheits- und Notfalldienste stärken.

Nach Angaben der Europäischen Kommission erhöht die Erweiterung die gesicherte staatliche Kapazität innerhalb der EU um 60 Prozent und weltweit um 54 Prozent.

Sichere Konnektivität für kritische Anwendungen

IRIS² ist auf souveräne, sichere und resiliente Satellitenkommunikation ausgerichtet. Autorisierte staatliche Nutzer in den EU-Mitgliedstaaten sowie in den derzeit teilnehmenden Ländern Norwegen und Island sollen darüber auch während kritischer Operationen kontinuierlich kommunizieren können.

Zu den vorgesehenen Einsatzbereichen zählen Notfallmaßnahmen, der Schutz kritischer Infrastrukturen sowie Sicherheits- und Verteidigungsmissionen.

Für Systemintegratoren und Anbieter sicherer Kommunikationslösungen ist insbesondere die Verbindung von Satellitenkonstellation, sicherer Bodeninfrastruktur und operativen Konnektivitätsdiensten relevant. Sie schafft die technische Grundlage für Anwendungen, bei denen Verfügbarkeit, Sicherheit und Resilienz entscheidend sind.

Europäische Industrie baut Weltraum- und Bodeninfrastruktur

IRIS² wird als öffentlich-private Partnerschaft umgesetzt. Das SpaceRISE-Konsortium aus SES, Eutelsat und Hispasat arbeitet dabei mit der Europäischen Kommission, der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der EU-Agentur für das Weltraumprogramm EUSPA und europäischen Industriepartnern zusammen.

Zum Industrieteam gehören unter anderem Airbus Defence and Space, Thales Alenia Space, OHB und Aerospacelab. Das Programm soll darüber hinaus Chancen für Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen sowie Midcaps schaffen.

Die nächsten Schritte umfassen die Fertigstellung des detaillierten Konstellationsdesigns, die Vorbereitung und Fertigung der Satelliten, den Aufbau einer sicheren Bodeninfrastruktur sowie die Beschaffung der erforderlichen Startdienste.

Zusätzliche Investitionen für den beschleunigten Ausbau

Die höhere Kapazität und der beschleunigte Ausbau erfordern zusätzliche Investitionen. Die Finanzierung soll aus EU-Haushaltsmitteln für 2028 bis 2034 sowie aus Beiträgen von Mitgliedstaaten und Drittländern erfolgen.

Polen hat nach Angaben der Kommission bereits 656 Millionen Euro und Ungarn 500 Millionen Euro zugesagt. Spanien hat Investitionen zwischen 1,6 und 2 Milliarden Euro angekündigt. Weitere Beiträge werden derzeit geprüft.

Mit der erweiterten Architektur entwickelt sich IRIS² zu einem zentralen Baustein für eine europäische Kommunikationsinfrastruktur, die auch unter kritischen Bedingungen verfügbar bleiben soll.

Weitere Informationen zur Umsetzungsvereinbarung und zum Ausbau von IRIS² bietet die Europäische Kommission im offiziellen Press-Corner-Beitrag: IRIS²-Mitteilung der Europäischen Kommission.


Kontakt- und Firmeninformationen

Veröffentlicht von
Think WIoT
Kontakt:
Anja Van Bocxlaer