Supply Chain Visibility: Wie IoT Invent Assets und Behälter sichtbar macht

Eine modulare IoT-basierte Asset-Tracking-Architektur schafft die nötige Transparenz, um Supply Chains effizienter zu steuern und operative Entscheidungen auf Basis von Echtzeitdaten zu ermöglichen.

  • Veröffentlicht: 15. September 2026
  • Lesezeit: 7 min
  • Von: Anja Van Bocxlaer
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Supply Chain Visibility: Wie IoT Invent Assets und Behälter sichtbar macht
IoT Invent kombiniert LTE-fähige Tracker mit kostengünstigen BLE-Tags zu einer skalierbaren „Schwarmlösung“. So lassen sich auch große Bestände an Behältern und Ladungsträgern wirtschaftlich in das Asset Tracking einbinden. Quelle: IoT Invent
  • Supply Chain Visibility umfasst Standort, Bewegung, Zustand und Umlaufzeiten von Assets entlang der Lieferkette.
  • IoT Invent nutzt eine hybride Ortungstechnologie aus LTE, BLE und RTLS, um globale und lokale Anforderungen abzudecken.
  • Die Kombination von Asset Tracking und Condition Monitoring liefert wertvolle Prozessinformationen über reine Positionsdaten hinaus.
  • Datenanalyse in der Cloud ermöglicht operative Entscheidungen zur Bestandsoptimierung und Effizienzsteigerung.


Wo befinden sich Behälter und Ladungsträger, wie lange dauern Umläufe und wo entstehen Verluste? IoT Invent verbindet globales Asset Tracking, lokale Ortung, Sensorik und Cloud-Analyse, um Bewegungen nachvollziehbar zu machen und aus Tracking-Daten Informationen für das Asset Management zu gewinnen. Supply Chain Visibility bedeutet, Standort, Bewegung, Zustand und Umlaufzeiten von Assets entlang der Lieferkette transparent zu machen.

Die praktischen Fragen dahinter sind einfach: Wo befindet sich ein Ladungsträger? Wie lange steht er bereits an einem Standort? Nimmt ein Behälter tatsächlich den vorgesehenen Weg? Welche Assets bewegen sich kaum noch? Und wie viele werden für den laufenden Prozess überhaupt benötigt?

Für Martin Dobler, Geschäftsführer von IoT Invent, liegt genau darin der eigentliche Nutzen von Asset Tracking. Die Funktechnologie ist unverzichtbar, bildet für ihn aber nicht den Mittelpunkt der Lösung.

Dobler bringt es so auf den Punkt:

„Die Hardware ist ja nur das Mittel zum Zweck.“

IoT Invent im Überblick

IoT Invent wurde 2020 in Ismaning gegründet. Das Team verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung mit Identifikations- und Lokalisierungsanwendungen. Das Unternehmen entwickelt Hardware, Firmware und Software und konzentriert sich auf industrielle Lokalisierungs- und Asset-Tracking-Lösungen.

Im Fokus stehen unter anderem Behälter, Ladungsträger und andere industrielle Assets in Fertigung, Logistik und standortübergreifenden Supply Chains.

Wie schafft Asset Tracking Transparenz in der Supply Chain?

Eine digitale Identität allein sagt noch wenig darüber aus, was mit einem Asset tatsächlich passiert. Für Supply-Chain-Verantwortliche gewinnt Tracking dann an Bedeutung, wenn reale Bewegungen und Aufenthaltszeiten nachvollziehbar werden.

Nach Doblers Erfahrung sind die tatsächlichen Umläufe nicht immer so eindeutig, wie sie in einem geplanten Prozess erscheinen. Entscheidend sei deshalb zunächst, die reale Struktur der Supply Chain zu verstehen: Wie viele Standorte sind beteiligt? Gibt es Logistikhubs? Werden Behälter direkt zwischen Werk und Kunde ausgetauscht oder durchlaufen sie weitere Zulieferer und Zwischenstationen?

Dobler beschreibt den Effekt so:

„Das Interessante ist, dass man da sofort eine Transparenz reinbringt.“

Tracking kann beispielsweise aufzeigen, ob ein Ladungsträger tatsächlich den erwarteten Weg nimmt oder an einem anderen Standort auftaucht. Ebenso lassen sich Aufenthaltszeiten und ungewöhnliche Abweichungen innerhalb eines Kreislaufs erfassen.

Für das Asset Management ergibt sich daraus eine wesentlich aussagekräftigere Grundlage als aus der bloßen Information, dass ein Behälter irgendwo einen Prozesspunkt passiert hat.

Wie lassen sich Assets global und lokal orten?

Die erforderliche Genauigkeit verändert sich entlang einer Supply Chain.

Bei einem Zulieferer oder während eines überregionalen Transports kann zunächst entscheidend sein, an welchem Standort sich ein Asset befindet. Innerhalb eines Logistikzentrums oder einer Produktion wird dagegen möglicherweise eine deutlich präzisere Aussage benötigt.

IoT Invent verbindet deshalb verschiedene Ortungsebenen. Für globale Anwendungen setzt das Unternehmen beim xTag LTE BLE auf 4G-LTE. Bluetooth Low Energy (BLE) dient der lokalen Erfassung und Positionierung. Ergänzend kann Wi-Fi-Scanning Positionsinformationen liefern. Für präzisere lokale Anwendungen stehen BLE-Infrastruktur und RTLS-Funktionen zur Verfügung.

Wie Dobler erläutert, lässt sich diese Architektur schrittweise erweitern. Ein Unternehmen könne zunächst globale Bewegungen erfassen, anschließend in einem Logistikzentrum eine Präsenzerkennung ergänzen und bei Bedarf innerhalb der Produktion eine genauere Lokalisierung realisieren.

Dadurch ist es nicht erforderlich, überall dieselbe Ortungsinfrastruktur aufzubauen. Welche Technik zum Einsatz kommt, richtet sich vielmehr danach, welche Information der jeweilige Prozess tatsächlich benötigt.

Wie lassen sich viele Behälter wirtschaftlich tracken?

Eine zentrale Frage beim Asset Tracking ist die Skalierbarkeit. Je größer die Zahl von Behältern, Ladungsträgern oder Betriebsmitteln wird, desto stärker fallen die Kosten pro Asset ins Gewicht.

IoT Invent kombiniert deshalb LTE-fähige Tracker mit kostengünstigeren BLE-Tags. Das Unternehmen bezeichnet diesen Ansatz als Schwarmlösung.

Ein LTE/BLE-Tracker kann dabei zusätzlich als mobiles oder stationäres Bluetooth-Gateway fungieren und weitere BLE-Tags in seiner Umgebung erfassen. Die gewonnenen Informationen werden anschließend über die bestehende Mobilfunkverbindung weitergegeben. Diese Funktion ermöglicht die Einbindung eines „Schwarms“ kostengünstiger BLE-Tags in das System.

Nach Doblers Einschätzung lässt sich die technische Ausstattung auf diese Weise gezielter an Wert, Anzahl und Bewegungsprofil der jeweiligen Assets anpassen.

Nicht jeder Ladungsträger benötigt somit zwangsläufig dieselbe Hardware.

Welche Sensordaten sind beim Asset Tracking relevant?

Für viele Supply Chains genügt die Positionsinformation allein nicht.

Bei temperaturempfindlichen Waren oder Materialien muss beispielsweise zusätzlich nachvollziehbar sein, ob definierte Bedingungen eingehalten wurden. Auch Bewegungsdaten können für die Bewertung eines Prozesses relevant sein.

Dobler verweist darauf, dass Temperatur und Bewegung bei den Trackern bereits zu den wichtigen Sensorinformationen gehören. Feuchtigkeit oder weitere Messgrößen könnten abhängig von der jeweiligen Anwendung ergänzt werden.

So greifen Asset Tracking und Condition Monitoring ineinander. Der Betreiber erhält nicht nur Auskunft darüber, wo sich ein Asset befindet, sondern kann zusätzliche Zustandsdaten in die Bewertung des Prozesses einbeziehen.

Gerade bei längeren oder internationalen Lieferketten steigt dadurch der Informationswert der Tracking-Daten.

Wie werden Tracking-Daten zu Supply Chain Intelligence?

Für Dobler lautet die entscheidende Frage nicht, wie viele Punkte auf einer Karte dargestellt werden können. Wesentlich interessanter ist, welche Schlussfolgerungen sich aus den Bewegungsdaten ableiten lassen.

IoT Invent führt die Daten dafür in einer Cloud-Umgebung zusammen. Dort können zunächst unplausible oder fehlerhafte Messwerte herausgefiltert werden. Auf Grundlage der verbleibenden Informationen lassen sich anschließend Behälter- und Asset-Kreisläufe analysieren.

Ein mögliches Ergebnis beschreibt Dobler sehr konkret:

„Du hast hier 10 Prozent deiner Assets. Die bewegen sich gar nicht.“

Seine Projekterfahrung zeigt außerdem, dass Analysen erkennen lassen können, wenn Assets in falschen Kreisläufen unterwegs sind oder der vorhandene Bestand größer ist als die tatsächlich benötigte Menge einschließlich einer definierten Sicherheitsreserve.

Damit verändert sich auch die zentrale Fragestellung im Asset Management. Es geht nicht mehr nur darum, wo sich ein Asset befindet, sondern darum, wie es genutzt wird, wie lange es stillsteht, ob es sich im richtigen Kreislauf bewegt und wie viele Assets für einen effizienten Prozess tatsächlich benötigt werden.

Wie wird aus Asset Tracking ein Asset Management?

An diesem Punkt wird Lokalisierung zur Grundlage für das operative Asset Management.

Aus den gewonnenen Bewegungs- und Bestandsdaten lassen sich konkrete Entscheidungen ableiten. Unternehmen können prüfen, wo Ladungsträger unnötig lange gebunden sind, welche Behälter in andere Kreisläufe zurückgeführt werden müssen und ob vorhandene Bestände zur tatsächlichen Nutzung passen.

IoT Invent positioniert seine rtls cloud entsprechend nicht allein als Werkzeug zur Darstellung von Positionen. Die Plattform soll Echtzeit-Inventar, Tracking und die Steuerung logistischer Prozesse miteinander verbinden.

Besonders wichtig ist für Dobler dabei die schnelle Auswertung. Mitarbeiter in großen Unternehmen hätten häufig nicht die Zeit, Tracking-Systeme permanent zu analysieren. Umso relevanter werde eine Darstellung, bei der Abweichungen und entscheidende Kennzahlen unmittelbar erkennbar sind.

So entwickelt sich Asset Tracking vom reinen Ortungswerkzeug zu einer Informationsquelle für operative Prozessentscheidungen.

Supply Chain Visibility beginnt mit zwei einfachen Fragen

Komplexe Supply Chains verbinden Zulieferer, Werke, Logistikzentren, Lager, Produktion und Kunden. Mit jeder zusätzlichen Station wird es schwieriger, den tatsächlichen Umlauf eines Assets allein anhand einzelner Übergabepunkte nachzuvollziehen.

Globale und lokale Lokalisierung, Sensorik und Cloud-Analyse liefern dafür unterschiedliche Bausteine. IoT Invent will diese Ebenen innerhalb einer modularen Asset-Tracking-Architektur zusammenführen.

Dobler reduziert die Ausgangsfrage auf zwei Punkte:

„Wo sind sie? Wie lange brauchen sie?“

Für Supply-Chain-Verantwortliche sind diese Fragen der Anfang. Der eigentliche Wert entsteht, wenn aus den Antworten hervorgeht, wie Behälterkreisläufe, Bestände und Assets effizienter gesteuert werden können.

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