THG und Merck verknüpfen Digitale Produktpässe mit Produktauthentifizierung
Die in der Schweiz ansässige Hashgraph Group (THG) und das deutsche Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck kombinieren die auf Hedera basierende Rückverfolgbarkeit mit physischer Authentifizierung. Durch die Integration wird die TrackTrace-Plattform von THG mit der M-Trust-Technologie von Merck verknüpft, um überprüfbare digitale Produktpässe für regulierte Lieferketten zu unterstützen.
Verknüpfung digitaler Datensätze mit physischen Produkten
Die Hashgraph Group (THG) erweitert ihre Plattform „TrackTrace Digital Product Passport“ im Rahmen einer technischen Zusammenarbeit mit Merck. Die Architektur kombiniert verteilte Produktdatensätze mit unsichtbaren Sicherheitsmarkern, die in Produkte oder Verpackungen eingebettet sind.
TrackTrace erfasst Daten zu Herkunft, Lebenszyklus, ethischer Beschaffung, CO₂-Emissionen und Qualitätssicherung auf Hedera. Die M-Trust-Technologie von Merck überprüft, ob der entsprechende physische Artikel authentisch ist.
Ziel ist eine lückenlose Nachweiskette zwischen einem Produkt und den Angaben in seinem „Digital Product Passport“.
Merck M-Trust sorgt für physische Authentifizierung
Merck nutzt eine patentierte Pigmenttechnologie, um unsichtbare Sicherheitsmarker in Produkte und Verpackungen zu integrieren. Ein M-Trust-Handgerät liest den Marker aus, bestätigt die Echtheit und signiert das Ergebnis kryptografisch.
TrackTrace erfasst diese Überprüfung auf Hedera als Teil der digitalen Identität des Produkts. Damit wird eine Einschränkung der digitalen Rückverfolgbarkeit behoben: Ein gültiger Datensatz allein kann nicht beweisen, dass das physische Objekt echt ist.
M-Trust kombiniert Software, Krypto-Anker und Lesegeräte. Es ist für maschinengestützte Qualitätsprozesse und überprüfbare digitale Identitäten konzipiert.
THG TrackTrace erstellt den Prüfpfad
TrackTrace stellt die Ebene der digitalen Rückverfolgbarkeit bereit. Jeder nachverfolgte Prozess erhält eine dezentrale Kennung, die zugehörige Daten, Berechtigungsnachweise und Validierungen zu einem dauerhaften Datensatz zusammenfasst.
Autorisierte Dritte können ein Produkt, einen Prozess oder eine Angabe überprüfen, ohne auf eine zentrale Behörde angewiesen zu sein. Auch Qualitätssicherungsdaten lassen sich in den Pass integrieren.
Hedera stellt das Netzwerk zur Aufzeichnung und Überprüfung von Transaktionen und Berechtigungsnachweisen bereit. THG positioniert TrackTrace zudem als Grundlage für die automatisierte Berichterstattung.
Unterstützung der ESPR- und EUDR-Anforderungen
Die Zusammenarbeit richtet sich an Unternehmen, die sich auf strengere europäische Vorschriften zu Produkttransparenz, Nachhaltigkeit und Beschaffung vorbereiten.
Gemäß der Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte sollen digitale Produktpässe strukturierte Informationen über Herkunft, Zusammensetzung, Umwelteigenschaften und Lebenszyklus liefern. Die EU-Verordnung zur Entwaldung verlangt darüber hinaus Nachweise zur Rückverfolgbarkeit für Rohstoffe wie Kakao, Kaffee und Holz.
Die Architektur kombiniert Herkunftsnachweise mit einem Authentifizierungsvorgang, der mit dem physischen Produkt verknüpft ist. Dies ist relevant, wenn gefälschte Dokumente, ausgetauschte Waren oder Nachahmungen die Rückverfolgbarkeitsdaten untergraben könnten.
Bedeutung für Lieferkettenprojekte
Für Systemintegratoren verbindet die Lösung Sicherheitsmarker, Authentifizierung per Handheld-Gerät, kryptografische Signaturen, dezentrale Identifikatoren und Passdaten.
Lösungsanbieter können branchenspezifische Verifizierungs- und Berichtsworkflows erstellen. Endnutzer können Herkunftsinformationen überprüfen und feststellen, ob der geprüfte Artikel mit dem digitalen Datensatz übereinstimmt. Mögliche Anwendungsbereiche sind Lebensmittel, Arzneimittel, Luxusgüter, Elektronik und Industriekomponenten.