LoRaWAN vernetzt abgelegene Landwirtschaftsbetriebe bis zur Satellitenanbindung
Die LoRa Alliance bezeichnet LoRaWAN als praktische Konnektivitätsschicht für die Landwirtschaft, wo die Stromversorgung und terrestrische Netzwerke begrenzt sind. Anwendungsbeispiele in den Bereichen Pflanzenbau, Bewässerung und Tierverfolgung zeigen, wie eine LPWAN-Infrastruktur dezentrale Anlagen über große Gebiete hinweg miteinander verbinden kann.
Konnektivität für landwirtschaftliche Umgebungen jenseits der Netzabdeckung
IoT-Anwendungen in der Landwirtschaft müssen häufig weite Felder, frei weidendes Vieh und abgelegene Infrastrukturen abdecken, wo Netzstrom und eine zuverlässige Netzabdeckung nicht verfügbar sind. Die LoRa Alliance nennt große Reichweite, geringen Stromverbrauch und den Betrieb im lizenzfreien Frequenzspektrum als Schlüsselmerkmale für landwirtschaftliche Anwendungen.
„LoRaWAN setzt sich im Smart-Agriculture-Markt aus einem einfachen Grund durch: Die Technologie erreicht die Orte, an denen Landwirtschaft tatsächlich stattfindet“, sagte Alper Yegin, CEO der LoRa Alliance. „Als LPWAN-Technologie mit der höchsten Zugänglichkeit, der stärksten Unterstützung durch das Ökosystem und der größten weltweiten Verbreitung kann LoRaWAN abgelegene Felder, wandernde Herden oder ganze landwirtschaftliche Betriebe vernetzen, ohne die Kosten und Komplexität von Mobilfunk, WLAN oder Bluetooth.“
Ein LoRaWAN-Gateway kann große Feld- und Weideflächen abdecken, während batteriebetriebene oder solarbetriebene Sensoren und Tags jahrelang funktionieren können.
Dies ermöglicht es landwirtschaftlichen Betrieben, private Netzwerke an abgelegenen Standorten einzurichten, ohne auf Mobilfunkverbindungen, WLAN-Infrastruktur oder individuelle Datentarife für einzelne Geräte angewiesen zu sein.
Satellitengestütztes LoRaWAN kann eine zusätzliche Backhaul-Option bieten, wo die terrestrische Abdeckung endet.
Für Systemintegratoren und Lösungsanbieter unterstützt die Architektur eine schrittweise Erweiterung. Ein Standort kann mit einer Überwachungsanwendung beginnen und anschließend weitere Sensoren, Steuerungsfunktionen und Anwendungsfälle zur Bestandsverfolgung in dasselbe drahtlose Netzwerk integrieren.
Vier Einsatzbeispiele, vier verschiedene landwirtschaftliche Aufgaben
In Ghana und Brasilien nutzt das von Lacuna Space unterstützte Banalytics-Projekt satellitengestützte LoRaWAN-Sensoren, um die Früherkennung von Black Sigatoka im Bananenanbau zu unterstützen. Pro Hektar werden etwa zehn Pflanzen mit Sensoren zur Erfassung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgestattet, während Bodennährstoffsensoren in einem 50-Meter-Raster eingesetzt werden. Mithilfe von KI-Bildanalyse werden frühe Anzeichen der Krankheit identifiziert, bevor sich die Symptome weiter ausbreiten.
In Australien nutzt MooField solarbetriebene GPS-Ohrmarken mit einem Gewicht von weniger als 30 Gramm, um Rinder auf offenen Weideflächen zu verfolgen. Der Einsatz basiert auf RAKwireless-LoRaWAN-Gateways, Solarbatterien und Fernverwaltung. Das Unternehmen evaluiert zudem Satelliten-Backhaul, um die Abdeckung auf größere Weidegebiete auszuweiten.
MIE Agro Farm installierte mehr als 20 LoRaWAN-Bodensensoren von Seeed Studio an 6.000 Durianbäumen auf einem über 80 Hektar großen Anwesen in Malaysia. Boden- und Umgebungsdaten ersetzten manuelle Inspektionen, die zuvor etwa zwei Stunden pro Tag in Anspruch nahmen, und schufen gleichzeitig eine Datenbasis für den Duriananbau.
In Bulgarien hat Loren Networks TELTELIC KIWI-Sensoren für einen großen Wassermelonen- und Kohlproduzenten eingesetzt. Die Geräte messen Bodenfeuchte, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichtintensität und ermöglichen so eine Anpassung der Bewässerung an die lokalen Feldbedingungen. Die Sensoren sind für eine Batterielebensdauer von bis zu zehn Jahren ausgelegt.
Ein Netzwerk für Überwachung, Steuerung und Anlagenschutz
Die LoRa Alliance nennt zudem Boden- und Nährstoffüberwachung, Präzisionsbewässerung, Ventilsteuerung, Wetterstationen, Frostwarnungen und Klimaregelung in Gewächshäusern als potenzielle Anwendungsbereiche für LoRaWAN in der Landwirtschaft.
Dasselbe Netzwerk kann Stauseen, Tanks, Tränken, Pumpen und Durchflussmesser miteinander verbinden sowie die Überwachung der Tiergesundheit, die Überwachung von Getreidesilos und Kühlhäusern, die Überwachung des Kraftstoffstands sowie die Sicherheit von Anlagen oder Toren unterstützen.
Nach Angaben der Allianz sind mehr als 650 LoRaWAN-zertifizierte Geräte von über 334 Mitgliedsunternehmen erhältlich. Ende 2025 waren weltweit mehr als 125 Millionen LoRaWAN-Geräte verbunden. Für landwirtschaftliche Betriebe kann ein breites Geräte-Ökosystem die Einführung neuer Anwendungsfälle unterstützen, ohne dass für jede Anwendung eine separate Konnektivitätsinfrastruktur erforderlich ist.
Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung der LoRa Alliance für Details zum Einsatz sowie zur Perspektive der „Smart Agriculture“: https://lora-alliance.org/lora-alliance-press-release/from-remote-pastures-to-satellite-connected-fields-why-lorawan-is-essential-for-smart-agriculture/