LoRa Alliance veröffentlicht 3-Jahres-Roadmap für LoRaWAN
Die LoRa Alliance hat eine technische Roadmap für die Weiterentwicklung von LoRaWAN bis 2028 vorgestellt. Im Fokus stehen neue Anwendungsintegrationen, Plug-and-Play-Funktionen, standardisierte Schnittstellen und Erweiterungen für größere Netzabdeckung.
Roadmap für die nächste LoRaWAN-Phase
Die LoRa Alliance hat eine neue technische Roadmap veröffentlicht, mit der die Weiterentwicklung des LoRaWAN-Standards in den kommenden drei Jahren strukturiert werden soll.
Ziel ist es, LoRaWAN stärker in bestehende IoT-Anwendungsdomänen einzubinden, Implementierungen zu vereinfachen und die Netzabdeckung über klassische stationäre Infrastrukturen hinaus zu erweitern.
LoRaWAN wird von der LoRa Alliance als LPWAN-Technologie für IoT-Anwendungen mit großer Reichweite, niedrigem Energieverbrauch und breiter internationaler Nutzung positioniert. Die Roadmap setzt genau an diesen Eigenschaften an und adressiert technische Hürden, die bei größeren Rollouts, heterogenen Geräteflotten und Multi-Vendor-Architekturen relevant werden.
Integration in bestehende Anwendungsdomänen
Ein Schwerpunkt der Roadmap liegt auf neuen Application Integrations. Dazu gehört die bereits angekündigte Entwicklung einer Mapping-Struktur zwischen LoRaWAN und OPC UA. OPC UA ist ein etablierter Standard für industrielle Anwendungen und wird besonders in der Automatisierung und Smart Industry eingesetzt.
Für Systemintegratoren ist diese Verbindung relevant, weil sie die Einbindung von LoRaWAN-Daten in industrielle Architekturen vereinfachen kann. LoRaWAN-Endgeräte könnten damit leichter in bestehende industrielle Datenmodelle und Plattformen integriert werden.
Eine weitere geplante Integration betrifft vernetzte Wasserzähler in Nordamerika, die das UI-1203-Protokoll nutzen. Diese sollen künftig einfacher über LoRaWAN angebunden werden können.
Für 2028 plant die LoRa Alliance außerdem ein Standard Application Data Format. Es soll die Struktur von Application-Codec-Payloads standardisieren und dadurch die Verbindung zwischen Geräten und Anwendungsplattformen ohne individuelle Integrationsarbeit erleichtern.
Plug-and-Play für Geräte und Netzwerke
Ein zweiter Schwerpunkt betrifft Plug-and-Play-Funktionen. Bereits 2026 sollen neue Funktionen die Migration IoT-verbundener Geräte von einem Netzwerk in ein anderes unterstützen. Das ist insbesondere für das Lifecycle Management großer Geräteflotten wichtig, wenn Geräte zwischen verschiedenen LoRaWAN-Netzen verschoben werden müssen.
Ebenfalls für 2026 geplant ist End-Device Capabilities Discovery. Diese Funktion soll es einem Network Server ermöglichen, Geräteeigenschaften von externen Servern abzurufen. Dadurch kann der manuelle Aufwand bei der Bereitstellung von LoRaWAN-Geräten reduziert werden.
Für 2027 kündigt die LoRa Alliance weitere Verbesserungen beim Zero-Touch Device Onboarding an. Ziel ist ein stärker automatisierter Onboarding-Prozess für Endgeräte. Zusätzlich soll DNS-based Network Infra Discovery die Vorabkonfiguration zentraler Netzwerkelemente wie Network Server, Application Server und Join Server reduzieren.
Standardisierte Schnittstellen im LoRaWAN-Stack
Ebenfalls für 2027 sind zwei neue Schnittstellenstandards geplant. Die Network Server to Gateway Interface soll die API zwischen Network Servern und LoRaWAN-Gateways standardisieren. Damit soll jedes Gateway mit jedem Network Server nutzbar werden, ohne zusätzliche Softwareentwicklung oder individuelle Integration.
Die zweite Schnittstelle betrifft die Verbindung zwischen Network Server und Application Server. Auch hier soll eine standardisierte API die Interoperabilität verbessern. Für Lösungsanbieter und Plattformbetreiber kann das die Umsetzung offenerer, herstellerübergreifender LoRaWAN-Architekturen vereinfachen.
Erweiterungen für Netzabdeckung und Betrieb
Die Roadmap umfasst zudem mehrere Erweiterungen zur Netzabdeckung. 2026 soll Walk-By/Drive-By Reading ermöglichen, dass LoRaWAN-Geräte effizient mit mobilen Basisstationen kommunizieren. Diese können auf Fahrzeugen montiert, per Drohne bewegt oder von Personen getragen werden. Relevant ist das vor allem für Geräte außerhalb fester Netzabdeckung.
Ebenfalls 2026 sind Satellite Discovery Enhancements geplant. Sie sollen standardisieren, wie kommerziell verfügbare Endgeräte LoRaWAN-Satellitenkonstellationen erkennen. Die Erweiterung baut auf der bestehenden Fähigkeit auf, LoRaWAN-Endgeräte über LEO- und GEO-Satelliten anzubinden.
Für 2027 ist Crypto Agility vorgesehen. Damit soll die Ende-zu-Ende-Sicherheit um die Möglichkeit erweitert werden, zukünftige Kryptosuiten zwischen Endgeräten, Network Servern und Application Servern zu unterstützen. Zusätzlich plant die LoRa Alliance ein LoRaWAN Gateway Certification Program.
Relevanz für skalierbare IoT-Rollouts
Für Endanwender, Netzbetreiber, Systemintegratoren und Gerätehersteller adressiert die Roadmap zentrale Skalierungsfragen: weniger manuelle Provisionierung, bessere Interoperabilität, klarere Schnittstellen und flexiblere Netzabdeckung. Damit verschiebt sich der Fokus von einzelnen LoRaWAN-Projekten hin zu größeren, standardisierten IoT-Ökosystemen.
Für 2028 ist außerdem eine Network Analytics API geplant. Sie soll standardisieren, wie Verkehrsmuster für das Netzwerkmanagement beobachtet und analysiert werden können.
Lesen Sie mehr zur 3-Jahres-Roadmap der LoRa Alliance und den geplanten LoRaWAN-Erweiterungen unter: https://lora-alliance.org/lorawan-news/lora-alliance-unveils-3-year-roadmap-for-scaling-lorawan-globally/