Brady schließt die Übernahme von Honeywell PSS im Wert von 1,4 Milliarden Dollar ab
Die Brady Corporation hat die Übernahme des Geschäftsbereichs „Productivity Solutions and Services“ von Honeywell Technologies im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Durch die Übernahme wird das Identifikationsportfolio von Brady um die Bereiche Mobile Computing, Barcode-Scanning, RFID und Workflow-Software erweitert, wodurch eine umfassendere Plattform für die industrielle Datenerfassung und Produktivitätssteigerung entsteht.
Brady expandiert von der Kennzeichnung hin zu vernetzten Arbeitsabläufen
Die Brady Corporation hat am 3. August 2026 die Übernahme des Geschäftsbereichs „Productivity Solutions and Services“ (PSS) von Honeywell Technologies abgeschlossen. Die vollständig in bar abgewickelte Transaktion hat einen Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar und wurde durch vorhandene Barmittel, eine vorrangige unbesicherte Kreditfazilität sowie durch im Rahmen einer Privatplatzierung aufgenommene Schuldtitel finanziert.
Die Übernahme erweitert Bradys technologisches Spektrum erheblich. Die bestehenden Stärken des Unternehmens in den Bereichen Drucker, Verbrauchsmaterialien, Kennzeichnung und Spezialklebstoffe werden nun durch die Kompetenzen von PSS in den Bereichen Mobile Computing, Barcode-Scanning, RFID und Workflow-Software ergänzt.
PSS erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden US-Dollar und bringt mehr als 3.000 Mitarbeiter zu Brady.
RFID, Scanning und Mobilität vereinen sich in einem Technologieportfolio
Für den Auto-ID- und Wireless-IoT-Markt ist die Transaktion von großer Bedeutung, da sie mehrere Ebenen der industriellen Identifikation und Datenerfassung in einem Unternehmen vereint.
Brady kann nun eine breitere Prozesskette abdecken – von der Zuweisung einer physischen Identität zu einem Vermögenswert oder Produkt über die Datenerfassung mittels Barcode oder RFID bis hin zum Zugriff auf diese Daten über mobile Geräte und deren Verknüpfung mit softwaregesteuerten Workflows.
Für Systemintegratoren entsteht dadurch eine breitere Lieferantenplattform für Anwendungen wie Anlagenverfolgung, Bestandsmanagement, Materialfluss, Prozesse für mobile Mitarbeiter und industrielle Identifikation.
Die strategische Neuausrichtung ist klar: Brady entwickelt sich von einer starken Position bei Identifikationsprodukten hin zu einem stärker integrierten industriellen Technologieportfolio, das Hardware, Datenerfassung und Workflow-Software vereint.
Der adressierbare Produktivitätsmarkt erreicht 9 Milliarden US-Dollar
Laut Brady eröffnet die Übernahme den Zugang zu einem Markt für Produktivitätslösungen im Wert von rund 9 Milliarden US-Dollar.
Das Unternehmen sieht Automatisierung, Digitalisierung und Bestandsverfolgung als zentrale Nachfragetreiber, da Unternehmen bestrebt sind, ihre Effizienz in den Bereichen Fertigung, Logistik und anderen industriellen Umgebungen zu verbessern.
PSS ergänzt das Angebot zudem um Software- und Dienstleistungsangebote mit Potenzial für wiederkehrende Umsätze. Brady erwartet, dass diese Kompetenzen die Kundenbeziehungen stärken und gleichzeitig den Anteil von Software und Dienstleistungen am Gesamtgeschäft ausbauen werden.
Zwei Segmente prägen die neue Struktur von Brady
Nach der Übernahme wird Brady in zwei berichtspflichtigen Segmenten tätig sein.
Das bestehende Brady-Geschäft wird zu „Identification Solutions“, während PSS als „Intelligent Productivity Solutions“ agieren wird.
Laut Vineet Nargolwala, Präsident und CEO von Brady, deckt das fusionierte Unternehmen nun die Bereiche Identifikation, Sicherheit, Konnektivität und intelligente Workflow-Lösungen ab.
Die neue Struktur spiegelt die umfassendere Rolle wider, die Brady im industriellen Betrieb einnehmen will: nicht nur die Identifizierung von Objekten und Materialien, sondern zunehmend auch die Verknüpfung der Identifizierung mit der Datenerfassung und der Prozessausführung.
Sofortiger Ergebnisbeitrag erwartet
Brady erwartet, dass die Übernahme von PSS in den ersten zwölf Monaten nach Abschluss der Transaktion zu einem zusätzlichen bereinigten verwässerten Gewinn pro Aktie von etwa 0,80 US-Dollar beitragen wird.
Das Unternehmen strebt zudem innerhalb von drei Jahren jährliche Kostensynergien in Höhe von mindestens 25 Millionen US-Dollar an, die vor allem durch operative Effizienzsteigerungen erzielt werden sollen.
Nach der Transaktionsfinanzierung rechnet Brady mit einem Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von etwa 2,5x und plant, diese Kennzahl innerhalb von zwei Jahren auf unter 2,0x zu senken. Bei diesen Zahlen handelt es sich um nicht-GAAP-konforme Finanzkennzahlen, die zukunftsgerichtete Erwartungen des Unternehmens widerspiegeln.
Von der Identifikation zur integrierten industriellen Datenerfassung
Die Übernahme erweitert Bradys Rolle deutlich über Identifikationsprodukte hinaus. Durch die Ergänzung um die PSS-Kompetenzen in den Bereichen Mobile Computing, Barcode-Scanning, RFID und Workflow-Software kann Brady einen breiteren Teil der betrieblichen Datenkette abdecken – von der Identifizierung eines physischen Assets bis hin zur Erfassung, Verarbeitung und Nutzung dieser Daten in digitalen Arbeitsabläufen.
Für Hersteller, Logistikunternehmen und Systemintegratoren entsteht dadurch eine stärker integrierte Technologieplattform für die Bestandsverfolgung, Bestandssteuerung, Materialbewegung und mobile Abläufe.
Die strategische Bedeutung liegt in der Kombination von Identifikationshardware, automatischer Datenerfassung, Unternehmensmobilität und Workflow-Software innerhalb eines einzigen Anbieterportfolios. Dadurch lässt sich die Anzahl der Technologieebenen reduzieren, die Kunden und Integratoren separat beschaffen und miteinander verbinden müssen.